Hilm ist eine Ortschaft in der Marktgemeinde Sonntagberg im Bezirk Amstetten in Niederösterreich. Sie liegt südlich der Ybbs und ist durch diese getrennt von der Marktgemeinde Kematen an der Ybbs, mit der sie historisch eng verbunden ist. Der gemeinsame Bahnhof Hilm-Kematen liegt im Ortsgebiet von Hilm.
Geografie Das Dorf am rechten Ufer der Ybbs liegt zwischen Kematen und Gleiß und ist über die Weyerer Straße erreichbar, die hier mit einer Brücke die Ybbs überquert. Hilm ist der nördlichste und mit der tiefste Ort der Marktgemeinde Sonntagberg.
Am umfasste die Ortschaft Adressen.
Geschichte Die ersten Spuren menschliche Besiedelung in der Region stammen aus der Jungsteinzeit. Aus der Zeit davor wurden im Hilmer Kalkofengraben Mammut-Zähne gefunden.
In der Bronzezeit wurde um 1600. v. Chr. zwischen der Ybbs und dem Kalkofengraben eine Befestigungsanlage mit aufgeschüttetem Erdwall und Graben mit einer Wehrgrabenhöhe von rund fünf Metern angelegt. Im Innenraum wurden rund 200 Keramikscherben und 200 Tierknochen gefunden. Im Volksmund wird die Anlage „Türkenhügel“ genannt, obwohl sie mit dem viel späteren Einfall der Türken nichts zu tun hat.
Im Mittelalter spielte die unter anderem durch Hilm führende Straße von Amstetten nach Waidhofen an der Ybbs samt der Brücke über die Ybbs eine bedeutende Rolle im Eisenhandel. Im späten 14. Jahrhundert wurde diese Handelsroute aufgrund von Konflikten zwischen den österreichischen Landesfürsten und dem Hochstift Freising, zu dessen Streubesitz Waidhofen gehörte, zeitweise gesperrt. Herzog Friedrich V. (später Kaiser Friedrich III.) erteilte den Waidhofenern 1450 ein Privileg zum Transport von Eisen und Eisenwaren über diese Straße, das 1457 von Ladislaus Postumus erneuert wurde.Allhartsberg und sein Bezug zur Eisenstraße
Im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung überquerten die Türken 1529 die Ybbs-Brücke von Kematen, lagerten in Hilm und richteten größere Zerstörungen an.Ortsgeschichte Kematen
Im Jahr 1866 wurde die noch heute bestehende Steinbrücke über die Ybbs zwischen Hilm und Kematen errichtet, die die durch das steigende Verkehrsaufkommen überlastete Holzbrücke ersetzte.Sonntagberg Direkt, März 2016 Im Jahr 1869 folgten der Bau der Rudolfsbahn und der Bahnhof Hilm-Kematen.
Im Jahr 1932 wurde Hilm, das zusammen mit Gleiß zur Pfarre Allhartsberg gehört hatte, in die neue Pfarre Kematen-Gleiß überstellt.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden zwischen Juni und Dezember 1944 ungarische Juden, namentlich 19 Frauen,Katalog der NS-Opferlager in Österreich, S. 47 zur Zwangsarbeit in der Papierfabrik Neusiedler AG herangezogen.Zwangsarbeitslager für ungarische Juden in Österreich, Eintrag Hilm auf deutschland-ein-denkmal.de Im Dezember 1944 wurden die Häftlinge vermutlich in das Lager in Oismühle überstellt.Hilm (Sonntagberg): Zwangsarbeitslager für ungarische Juden
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Sonntagberg Kategorie:Ort im Bezirk Amstetten