Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland wurden Veranstaltungen absagt oder eingeschränkt. Es handelt sich um die größte Welle von abgesagten Veranstaltungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft schätzte am 27. März 2020, dass zwischen März und Mai 2020 etwa 80.000 Veranstaltungen würden abgesagt werden müssen. Der Schaden, der in diesem Zeitraum vermutlich entstehen würde, wurde damals auf etwa 1,25 Milliarden Euro geschätzt. wz.de; abgerufen am 27. März 2020.
Am 15. April 2020 teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz mit, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen haben, Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 grundsätzlich zu untersagen. Konkrete Regelungen, insbesondere ab welcher Größe eine Veranstaltung als Großveranstaltung zählt, sollten allerdings durch die Bundesländer individuell getroffen werden. Am 27. August 2020 beschlossen die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder, dass Großveranstaltungen bis zum 31. Dezember 2020 im Prinzip verboten bleiben sollten.
In der Mitte des Jahres 2020 wurde der Konsens, dass im Prinzip Großveranstaltungen unerwünscht seien, brüchig. Bereits am 16. Mai 2020 gab es die ersten „Geisterspiele“ der Fußball-Bundesliga ohne Publikum. Die ersten Spiele mit Publikum fanden zum Beginn der Bundesliga-Spielzeit 2020/2021 am 19. September 2020 statt (in Leipzig am 20. September mit 8500 Zuschauern). Zum Ende der Lockerungswelle im Rahmen der COVID-19-Politik der zuständigen Gebietskörperschaften bedauerten es am 18. September 2020 Freunde der Silvesterfeier am Brandenburger Tor, dass in Berlin „nur“ 5000 Menschen an öffentlichen Feiern im Freien teilnehmen dürfen sollten. Üblich waren dort in vergangenen Jahren mehr als 100.000 den Jahreswechsel Feiernde. Dennoch war noch im September 2020 geplant, die Großveranstaltung im Dezember 2020/Januar 2021 stattfinden zu lassen.
Behördliche Vorgaben Das Robert Koch-Institut erließ am 18. März eine Handlungsempfehlung für Veranstaltungen. In der Handlungsempfehlung wird zugleich Bezug genommen auf einen Entschluss der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten der Länder vom 12. März 2020 zu „Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland. Dazu zählen die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sowie ein Verzicht auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern“.
Am 15. April 2020 beschlossen die Bundeskanzlerin und die Regierungs-Chefs der Länder ein Verbot aller „Großveranstaltungen“ in Deutschland bis zum 31. August 2020. Die noch zulässige Zahl gleichzeitig an einem Ort Anwesender betrug im Frühjahr 2020 in Nordrhein-Westfalen 5000, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 1000. Veranstaltungen, die nicht als „Großveranstaltungen“ zu definieren sind, fallen unter andere Regelungen, im Fall von Musikdarbietungen etwa unter das Verbot des Betriebs von Bars, Kneipen und Diskotheken.
Sport Auch im Sport wurden 2020 alle Großveranstaltungen abgesagt und der Spielbetrieb in allen Bundesligen eingestellt. Ab Ende Mai des Jahres begannen einige Bundesligen wieder mit dem Spielbetrieb, allerdings in Form von Geisterspielen ohne Publikum. Den Anfang machte dabei die Fußball-Bundesliga. Am 15. September 2020 einigten sich die Chefinnen und Chefs der Staatskanzleien, dass bei Sportveranstaltungen wieder bis zu 20 Prozent der Plätze genutzt werden können. Das gilt zunächst für eine sechswöchige Testphase.
Volksfeste und Weihnachtsmärkte mini|Temporärer Freizeitpark als Ersatz für den ausgefallenen Stoppelmarkt in Vechta im September 2020 mini|Einzeln stehendes Riesenrad auf dem Stadtplatz Deggendorf im Juli 2020 Im Sommer 2020 erlaubten einige Städte Schaustellern und anderen Gewerbetreibenden, die mit dem Betrieb ihrer Zelte, Buden und Fahrgeschäfte ihren Unterhalt sichern, ihrem Gewerbe zu ungewöhnlichen Zeiten und an ungewöhnlichen Orten nachzugehen, indem sie ihre Einrichtungen einzeln oder in kleinen Gruppen aufstellten. Einige Volksfeste, die vor dem 31. Oktober 2020 beginnen sollten, wurden nicht abgesagt. So beschloss etwa die Bremische Bürgerschaft, dass der für den Zeitraum vom 16. Oktober bis 1. November 2020 geplante Bremer Freimarkt 2020 nicht ausfallen solle. Er solle an vier Wochenenden im Oktober 2020 als „Freizeitpark“ stattfinden. Die Zahl der Besucher pro Tag wurde beschränkt, und es wurde ein Alkoholverbot ausgesprochen.
Als Alternative zu abgesagten bzw. in der traditionellen Form nicht genehmigungsfähigen Jahrmärkten wurden temporäre Freizeitparks, auch „Pop-up-Freizeitparks“ genannt, konzipiert. Als erstes Land erlaubte Nordrhein-Westfalen solche Parks. Die ersten temporären Freizeitparks wurden Ende Juni 2020 in Düsseldorf, Dortmund und Ibbenbüren eröffnet.
Mit der Zunahme der Zahl Neuinfizierter zu Beginn des Herbsts 2020 endete die Phase der Lockerungen. So wurden beispielsweise Pop-up-Freizeitparks in Städten vorzeitig geschlossen, in denen die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritt. Eine große Zahl von Veranstaltungen erschien nach der Verordnung des „Lockdown light“ für die Zeit vom 2. bis zum 29. November 2020 nicht mehr als durchführbar, zumal bereits Anfang November 2020 klar war, dass am 1. Advent (29. November) 2020 viele Veranstaltungen nicht würden stattfinden dürfen.
Einzelne Städte planten Veranstaltungen in Freizeitparks als Alternative zu traditionellen Weihnachtsmärkten. Schausteller, die in den ersten Monaten des Jahres 2020 keine Einnahmen erzielt hatten, begrüßten es im Spätsommer 2020, dass durch temporäre Freizeitparks das Risiko eines Konkurses etwas geringer geworden sei. Sie vermissten aber seinerzeit eine größere Unterstützung seitens der Politik.
Gottesdienste Im Frühjahr 2020 waren Präsenzgottesdienste für jede Religionsgemeinschaft verboten; als Alternative zu ihnen wurden Gottesdienstübertragungen per Livestream und im Fernsehen stark ausgebaut.
Als während des Lockdowns keine Gottesdienste stattfinden konnten, läuteten dreimal täglich – morgens, mittags und abends – die Kirchenglocken mehrere Minuten lang, als Zeichen der Verbundenheit und des christlichen Miteinanders mit Corona-Erkrankten.
Da sich bereits im Herbst 2020 abzeichnete, dass die Advents- und Weihnachtszeit anders verlaufen müsste als üblich, sammelte ab Oktober 2020 das Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen Ideen für eine COVID-19-konforme Gestaltung von Veranstaltungen mit religiösem Bezug in dieser Zeit. Viele Pfarrgemeinden befürchteten in der Vorweihnachtszeit, dass einige ihrer Gemeindemitglieder während der Weihnachtstage keinen Platz in ihrer Kirche finden würden und ohne Teilnahme am Gottesdienst würden nach Hause geschickt werden müssen.
Liste abgesagter Veranstaltungen (Auswahl)
2020 März 2020 German Open im Badminton (3. bis 8. März) – abgesagtGerman open wegen Coronavirus abgesagt wdr.de, 29. Februar 2020 Internationale Tourismus-Börse Berlin (4. bis 8. März) – abgesagtTourismus-Börse ITB in Berlin abgesagt. tagesschau.de, 28. Februar 2020 Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften 2020 (5. bis 8. März) – abgesagtAbgesagte Veranstaltungen in NRW rp-online.de, 29. Februar 2020 IWA OutdoorClassics (6. bis 9. März) – abgesagt Celler Wasa-Lauf (8. März) – abgesagt Light + Building (8. bis 10. März) – abgesagtMesse abgesagt, nur Limuna findet statt fr., 3. März 2020 Logimat (10. bis 12. März) – abgesagt Internationale Aktionswarenmesse (10. bis 12. März) – auf unbestimmtes Datum verschoben METAV (10. bis 13. März) – auf den 23. bis 26. März 2021 verschoben SHK-Messe (10. bis 13. März) – zunächst auf den 1. bis 4. September verschoben, (PDF; 227 kB) Pressemitteilung der Messe Essen vom 2. März 2020, abgerufen am 7. November 2023 dann komplett abgesagt lit.COLOGNE (10. bis 21. März) – abgesagt Starkbierprobe mit Politiker-Derblecken und Singspiel (11. März) – auf unbestimmtes Datum verschoben.Coronavirus: Nockherberg wird verschoben – neuer Termin unklar, BR24, 8. März 2020, Abruf 9. März 2020 Internationale Handwerksmesse (11. bis 15. März) – abgesagt Leipziger Buchmesse (12. bis 15. März) – abgesagt Internorga (12. bis 17. März) – auf unbestimmtes Datum verschoben Beethovenfest (13. bis 22. März) – abgesagt Frühjahrssend (14. bis 22. März) – abgesagt ProWein (15. bis 17. März) – auf unbestimmtes Datum verschoben Deutsche Jahrestagung für Akustik (16. bis 19. März) – abgesagt (evtl. Verschiebung in den Herbst) IBO Friedrichshafen (18. bis zum 22. März) – ist auf dem 17. bis zum 21. März 2021 verschoben didacta (24. bis 28. März) – auf unbestimmtes Datum verschoben MEORGA (25. März) – abgesagt Grimme-Preis-Verleihung (27. März) – abgesagt Hamburger Frühjahrsdom (27. März bis 26. April) – abgesagt Aircraft Interiors Expo (30. März bis 2. April) – auf unbestimmtes Datum verschoben Musikmesse Frankfurt und Prolight + Sound (31. März bis 3. April) – abgesagt analytica (31. März bis 3. April) – auf 19. bis 22. Oktober verschoben MedtecLIVE (31. März bis 2. April) – auf 30. Juni bis 2. Juli verschoben
April 2020 hub.berlin (1. bis 2. April) – auf den 28. bis 29. April 2021 verschoben Aero Friedrichshafen (1. bis 4. April) – auf unbestimmtes Datum verschoben FIBO (2. bis 5. April) – auf 1. bis 4. Oktober verschoben Osterwiese in Bremen (3. bis 19. April) – abgesagt Time Warp (4. bis 5. April) – abgesagt Nürnberger Volksfest (11. bis 26. April) – abgesagtWegen Corona: Auch das Nürnberger Volksfest ist abgesagt, abgerufen am 16. März 2020 Öcher Bend (11. bis 27. April) (Osterbend) – abgesagtWas Sie zum Öcher Bend 2020 wissen müssen, Aachener Zeitung Hamburg-Marathon (19. April) – auf den 13. September verschoben Hannover-Messe (20. bis 24. April) – abgesagt Porsche Tennis Grand Prix (20. bis 26. April) – abgesagt Landesgartenschau Überlingen (23. April bis 18. Oktober) – verschoben auf 2021 Art Cologne (23. April bis 26. April) – verschoben auf 14. bis 18. April 2021 Schützenfeste im Wendland (24. April bis 12. Juni) – abgesagt Landesgartenschau Ingolstadt (24. April bis 18. Oktober) – verschoben auf 2021 Comiciade (25. bis 26. April) – abgesagt, auf der Webseite der Comiciade, abgerufen am 7. Mai 2023 33. Parteitag der CDU (25. April) – auf unbestimmtes Datum verschoben Nacht der Museen in Frankfurt (25. April) – abgesagt AfD-Parteitag (25. April) – verschoben Mannheimer Maimarkt (25. April bis 5. Mai) – abgesagtOlivia Kaiser: Das sind die Folgen für Mannheim. RNZ, 11. März 2020, abgerufen am selben Tage. BMW Open (25. April bis 3. Mai) – abgesagt Stuttgarter Frühlingsfest (28. April bis 10. Mai) – abgesagt Deutsches Chorfest (30. April bis 3. Mai) – abgesagt, nachgeholt 26. bis 29. Mai 2022 Deutsche Schwimmmeisterschaften (30. April bis 3. Mai) – auf unbestimmtes Datum verschoben Mayday (30. April) – abgesagt
Mai 2020 Rhein in Flammen Bonn/Linz (1. Mai) – abgesagt Myfest (1. Mai) – abgesagt Eschborn–Frankfurt (1. Mai) – abgesagt IFAT (4. bis 8. Mai) – auf 7. bis 11. September verschoben PCIM Europe (5. bis 7. Mai) – abgesagt, digitaler Ersatz vom 7. bis 8. Juli SMTConnect (5. bis 7. Mai) – abgesagt, digitaler Ersatz vom 28. bis 30. Juli T4M Technology for Medical Devices, Stuttgart (5. bis 7. Mai) – verschoben auf 6. bis 8. Mai 2021 Internationale Konferenz für Animation, Effekte, Games und digitale Medien (5. bis 8. Mai) – abgesagt interpack in Düsseldorf (7. bis 13. Mai), auf 25. Februar bis 3. März 2021 verschoben Hamburger Hafengeburtstag (8. bis 10. Mai) – abgesagt, nächster Hafengeburtstag vom 7. bis 9. Mai 2021. Osnabrücker Maiwoche (8. bis 17. Mai), abgesagt Gäsbock Mountainbike-Marathon (9. Mai), auf noch unbestimmte Zeit verschoben MAI-Tagung (10. bis 11. Mai in München), abgesagt Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin (13. bis 17. Mai), abgesagt