mini|Mario Draghi, 2012 Whatever it takes (zu dt. etwa „Alles Notwendige“, „Was auch immer nötig ist“) ist eine Phrase, die auf eine Rede von Mario Draghi, dem damaligen Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), zur Eurokrise zurückgeht und seitdem in unterschiedlichen Kontexten verwendet wurde. Erstmals fand die Phrase, fünf Jahre bevor Draghi sie zum geflügelten Wort machte, in dem Film Von Löwen und Lämmern (Regie: Robert Redford) in einem vergleichbaren Kontext Verwendung und wurde in einer kurzen Sequenz (1:04:34-36) für zwei Sekunden leinwandfüllend als Quintessenz eines Gesprächs der von Meryl Streep gespielten Journalistin Janine Roth mit dem fiktiven republikanischen Senator Jasper Irving (Tom Cruise) vom Notizblock der Journalistin visualisiert.Vgl. Wikiquote Lions_for_Lambs: "Senator Jasper Irving: What I can say is that this strategy has patience and determination at its core. It ensures that it puts our fighting men in spots where they can face, and fight, and kill the enemy, so that we can then go on about rebuilding that country. And if it takes ten years, that's how long we stay, we do whatever it takes. - Janine Roth: Whatever it takes. - Senator Jasper Irving: Whatever it takes." Als eigentlicher Urheber der Phrase wäre damit der Autor des Drehbuchs zu dem Film Matthew Michael Carnahan zu bezeichnen. Mit Draghi wurde es zu einer Art politischem Schlagwort, um zu betonen, dass in einer Krise alles Mögliche getan wird, um diese einzudämmen. In diesem Zusammenhang verwendete Draghi auch Begriffe wie Bazooka oder Dicke Bertha.
Ursprüngliche Äußerung und Folgen
Am 26. Juli 2012 äußerte Mario Draghi die folgenden Worte:
Die durch die Eurokrise verunsicherten Finanzmärkte beruhigten sich daraufhin, dies wurde auch als Draghi-Effekt bezeichnet. Das Auspacken sehr großer geldpolitischer Instrumente wurde seitdem auch als geldpolitische Bazooka oder Dicke Bertha bezeichnet.
In der Financial Times verglich Gideon Rachman die drei Worte des „Römers“ Mario Draghi mit den drei Worten einen anderen „Römers“ Julius Caesar „veni vidi vici“.
Weitere Verwendungen Während der COVID-19-Pandemie wurde die Phrase mehrfach aufgegriffen. So äußerte etwa Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. März 2020:
Söder unterstrich damit den Anspruch der Bundesregierung und der Landesregierungen, für die er sprach, alles Mögliche und Notwendige zu tun, um die Krise einzudämmen.
Auch Olaf Scholz, Vize-Kanzler und Finanzminister, benutzte die Phrase bzw. bezog sich auf sie auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:
Die Pressekonferenz wurde in Medien etwa als Scholz’ persönlicher „What-ever-it-takes-Moment“ oder als das „Whatever it takes“ der Bundesregierung bezeichnet.tagesspiegel.de: Scholz' persönlicher "Whatever it takes"-Moment(nicht mehr abrufbar)
„Das ist ein ,Whatever it takes' der Bundesregierung“, sagte auch etwa der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater, zu den Ankündigungen. Scholz bezog sich auch mit der Erinnerung an die Bazooka auf Draghi, der ein ähnliches Bild bereits 2012 verwendet hatte.süddeutsche.de: "Bazooka" gegen Corona: Bund errichtet Riesen-Schutzschild
In Großbritannien äußerte sich Schatzkanzler Rishi Sunak ebenfalls häufig mit Bezug auf Draghis Whatever it takes.
Italiens Premier Giuseppe Conte nutzte den Ausdruck ebenfalls.
In den USA nutzte Anthony Fauci, ein Immunologe, den Ausdruck ebenfalls im Zusammenhang mit der Corona-Krise.
In Bezug auf die Bedrohungslage und die notwendigen Aufwendungen für die Verteidigung äußerte Friedrich Merz im März 2025 ebenfalls den Satz.„Whatever it takes“Milliarden für Rüstung und Infrastruktur? deutschlandfunk.de vom 10. März 2025Merz und das milliardenschwere „Whatever it takes“ Von Patrick Schlereth für faz.net vom 5. März 2025
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Politisches Schlagwort (Englisch) Kategorie:Politik 2012 Kategorie:Eurokrise