mini|200px|PP34: Brer Rabbit, Zeichner: Walter Trier (1. Umschlagseite) mini|200px|Liste der ersten vier Puffin Picture Books (Holland: War at Sea (Seekrieg, PP2), S. 2) Puffin Picture Books (Papageientaucher-Bilderbücher) ist eine englischsprachige, stets mit Illustrationen ausgestattete Buchreihe für Kinder, die bis zur Nummer 120 zwischen 1940 und 1965 im Verlag Penguin Books erschien und zum Imprint Puffin Books gehörte.Puffin Books ist einer der größten Verlage von Kinderbüchern in Großbritannien und einem Großteil der englischsprachigen Welt und gehört heute zur Verlagsgruppe Penguin Random House. Vergleiche näheres zum Imprint Puffin Books auf der englischen Wikipedia. Ergänzend zur Hauptreihe wurden noch 10 Puffin Cut-Out Books und für kleinere Kinder 9 Baby Puffins herausgegeben. In späteren Jahren folgten noch inhaltlich ähnlich gestaltete Remakes der Reihe.
Editionsgeschichte Anregungen zur Reihe und ihr Beginn im Zweiten Weltkrieg Die Buchreihe (Abkürzung: PP) wurde von Noel Carrington herausgegeben. Dazu war er zum einen schon Ende 1933 aufgrund einer Sammlung sowjetischer Kinderbücher aus den 1920er Jahren angeregt worden, die ihm von der englischen Künstlerin Pearl BinderVergleiche die englische Wikipedia zu: S.R. Badmin, Pearl Binder, Richard Chopping, Donald Crews, Roland Davies, Rowland Emett, James Gardner, David Garnett, Phyllis Ginger, Kathleen Hale, P.F. Millard, George Stapledon, Jewgeni Tscharuschin, C.F. Tunnicliffe und Kaye Webb. vorgelegt worden war, nachdem sie von einem Aufenthalt in der UdSSR als „Artist in Residence“ zurückgekehrt war.Sie veröffentlichte ihre Analyse der lithographischen Kinderbücher der UdSSR jener Tage im Artikel „Children's Books in Russia“ in der Januarausgabe 1934 von Design for To-day. S. 23–26. Carrington war beeindruckt von der Gestaltung der Bücher, die in großen Auflagen Wissen über die Funktionsweise von Dingen und Einrichtungen des alltäglichen Lebens unter den Kindern verbreiten sollten. Unter den Illustratoren waren u. a. Wladimir Wassiljewitsch Lebedew (Gestern und Heute, 1925), Jewgeni Tscharuschin (Verschiedene Tiere, 1929) oder Michail Zechanowski (Post – Autor war S. Marschak, 1928). Zum anderen inspirierten ihn ebenso stark Kinderbuchreihen, die in Frankreich in den 1930er Jahren erschienen waren und dabei zu einem guten Teil von emigrierten russischen Künstlern profitieren konnten. Hier sind zunächst die vom Verlag Flammarion 1931 gestarteten AlbenVergleiche zu dieser Reihe auf der französischen Wikipedia den Artikel Père Castor und die Liste der Alben zu Père Castor. um „Père Castor“ zu nennen. Sie waren zunächst von Nathalie ParainVergleiche zu Nathalie Parain die französische Wikipedia, die sich stilistisch auf den Konstruktivismus des Bauhauses und der Moskauer WChUTEMAS bezog, später u. a. auch von den aus Russland emigrierten Künstlern F. Rojankovsky und I. Bilibin oder der Ukrainerin Alexandra Exter illustriert worden. Weiter gab Gallimard ab 1934 von Marcel Aymé die Reihe Les contes du chat perché (Der Märchenkater erzählt) heraus. Schließlich war Carrington auch von den Geschichten um Babar den Elefanten (1931 bis 1941) von Jean de Brunhoff stark beeindruckt. Immer mehr verfestigte sich bei ihm die Idee, eine vergleichbare Reihe auch für die Kinder in Großbritannien zu gestalten.
Nach einer ersten Besprechung im Jahre 1938 mit Allen Lane, dem Verleger von Penguin Books, den er für die Veröffentlichung der Reihe gewinnen wollte, war das Projekt verlagsseitig zunächst auf Eis gelegt worden. Die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten der damals im Zusammenhang mit dem Münchner Abkommen extrem angespannten politischen Lage in Europa waren einfach zu groß. Mit dem Kriegsausbruch und der Bombardierung englischer Städte durch Nazideutschland ab Sommer 1940 hatte sich die Situation radikal verändert. Das Interesse des Verlegers bestand nunmehr darin, den kriegsbedingt auf das Land evakuierten englischen Kindern zur Aufmunterung und Vermittlung von Wissen über die neue Umgebung Bücher an die Hand zu geben, die insbesondere landwirtschaftliche und naturgeschichtliche Themen behandelten. Hierzu kam er zurück auf das zunächst aufgeschobene Projekt Carringtons und forcierte nunmehr den Start der Reihe, die die erste für Kinder bestimmte im Verlagsprogramm sein würde. Trotzdem verzögerte sich das Erscheinen der ersten Reihenbände durch Papierbeschränkungen, Preissteigerungen und Bombardierungen von Zulieferfirmen, was stets Gegenmaßnahmen erforderte, immer mehr – sie konnten aber noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft 1940 an den Handel ausgeliefert werden. Angesichts der Dominanz der Kriegsereignisse im öffentlichen Leben, was alle englischen Kinder unmittelbar vor Augen hatten, thematisierten die ersten drei Bände (PP1 bis PP3) den Krieg selbst und widmete sich erst der vierte Band dem Leben auf einer Farm (On the Farm); insgesamt stand die erste Folge also unter dem Motto „Krieg und Leben auf einer Farm“. Illustratoren waren James Holland (PP1 War on Land, PP2 War at Sea) und James Gardner (PP3 War in the Air, PP4 On the Farm).
Weitere Entwicklung der Reihe bis zur Einstellung Noch in den Kriegsjahren erlebte die Reihe einen raschen Aufschwung, obgleich die nächsten Bände erst ein Jahr später erscheinen konnten. 1945 war bereits die Nummer PP49 (Peggy Hart: The Magic of Coal) erreicht. In den 1950er Jahren behauptete sich die Reihe mit immer neuen Titeln und auch vielen Nachauflagen am Markt. Sogar in den schulischen Unterricht wurden viele Bände aufgrund ihrer Anschaulichkeit einbezogen, was auch Nachfrage sicherte. Fünfzehn Jahre seit Reihenbeginn erschien mit The Yuletide Cottage (Das Weihnachtshaus) die Nummer PP107. Zwar klaffte hier noch eine Lücke von drei vorangegangenen Nummern, sie wurde aber in den Folgejahren schnell geschlossen. Gegen Ende der Dekade ließen allerdings die Verkaufszahlen mehr und mehr zu wünschen übrig. Die Entscheidung Lanes, die Reihe 1965 schließlich einzustellen, hatte aber mehrere Ursachen. Aufgrund ihres Querformats war es für Buchhändler schon immer nicht so einfach gewesen, diese in den Geschäften verkaufsfördernd zu präsentieren. Ganz besonders zeigte sich dies bei den Ausschneidebänden. Hier kam es schnell zum Herausfallen von vorgestanzten Teilen, wenn die Bücher beim Anschauen im Laden in etwas robustere Kinderhände kamen. Auch hatte Carrington 1956 seinen Ruhestand angetreten, womit sein anhaltendes Engagement der Reihe nun fehlte – so verteilten sich auf die letzten zehn Reihenjahre nur noch 13 Nummern. Schließlich hatte nicht zuletzt das Fernsehen mit den weitaus vielfältigeren Möglichkeiten, Themen attraktiv und anschaulich bearbeiten zu können, der Reihe immer mehr Konkurrenz bei ihren Lesern im Kindesalter gemacht.
Life Histories (PP116) Der mit der Erstellung der Druckvorlagen für den Band beauftragte Autor Paxton Chadwick (1903–1961) konnte diese Arbeit vor seinem Tod nicht mehr vollenden. Zwar gelang dies dann Sheila Fisher, die bei früheren Aufträgen mit Chadwick zusammengearbeitet hatte und deshalb seine Arbeitsmethoden und Intentionen kannte. Aber die Puffin-Herausgeberin Kaye Webb versuchte bis in die späten 1970er Jahre vergeblich, das Projekt umzusetzen – die Reihennumerierung behielt ihre Vakanz, denn die Nummer 116 wurde auch mit keinem anderen Band belegt. Erst der Sammlergemeinde, der Penguin Collectors Society, gelang es mit Genehmigung des Penguin Verlags zur Namensverwendung, die bei der Witwe des Illustrators, Lee Chadwick, vorhandenen Platten und Texte in ein gedrucktes Buch zu verwandeln. Es erschien 1996 in einer Auflage von 1.000 Exemplaren, versehen mit einem formatgleichen 12-seitigen Booklet zur Editionsgeschichte des Buchs.
Ausstattung, Auflagen und Verkaufspreis Format Die Bände umfassten einschließlich des Covers 32 Seiten, maßen 181 × 222 mm und entsprachen größenmäßig damit genau zwei nebeneinander gelegten Penguin-Broschüren.
Druck Der Druck erfolgte zunächst von Zinklithoplatten, auf die der Illustrator direkt seine Zeichnungen aufbrachte (Autolithographie). Diese Platten wurden auf Maschinenplatten übertragen, von denen im Offsetlithographieverfahren gedruckt wurde. Später kamen auch andere Druckverfahren hinzu.
Einbandgestaltung Die farbig illustrierten Papiereinbände - es gab auch einzelne Bände im Pappeinband, und die Erstauflage von PP115 Butterflies (1961) erschien nur im laminierten Pappband - waren nur teilweise die Bandnummer oder Verkaufspreise angegeben. Als Reihensymbol schmückte aber stets ein Papageientaucher (engl. Puffin) mit, je nach Gestalter, unterschiedlichem Federkleid den Band. Die Farbe des kreisrunden Felds, in dem er steht, variierte farblich. Sein Blick ist heraldisch zumeist nach rechts gerichtet, es kommen aber auch nach links blickende Exemplare vor (zum Beispiel PP38 – About a Motor Car, PP87 – Early Man, PP108 - Churches and Cathedrals). Wohl dem britischen Humor des Illustrators ist die Gestaltung bei PP101 (Bauten des Alten Ägypten) geschuldet, wo Richard Leacroft dem Vogel eine altägyptische Haartracht aufsetzte. Pate stand möglicherweise der Titel aus der Penguin-Reihe King Penguin Books „English Ballet“ (K 20; 1944), bei dem der Reihensymbol-Pinguin ein Tutu trägt und eine Tanzpose einnimmt. Nicht selten sind auf dem Frontcover Abbildungen von bekannten Gegenständen der Industrie- oder der Kunstgeschichte zu finden, wie bei PP10 Stevensons Dampflokomotive Rocket (1829) und die Dampflokomotive Nr. 6620 der LMS Coronation-Klasse (1937)Vergleiche die englische Wikipedia zu dieser britischen Dampflokomotive., PP11 das Passagierschiff Stockholm (1948) und PP86 das Flugboot Saunders-Roe Princess 45 (1952) sowie PP108 die Kathedrale von Coventry.
Illustrationen Aus Kostengründen war nur die Hälfte der Seiten mit Illustrationen in Farbe versehen, die andere blieb dagegen schwarz/weiß. Lediglich PP57, Woodworking for Children (Holzarbeiten für Kinder), blieb ohne Kolorierung.
Auflagenhöhe und Folgeauflagen Aufgrund von Papierkontigentierungen lagen die Auflagen der ersten vier Bände zwischen 20.000 und 50.000 Exemplaren, wobei genaue Verlagsaufzeichnungen fehlen. Der Bestseller der Reihe war wohl der 1941 – allerdings mit offizieller Unterstützung des britischen Informationsministeriums – erschienene Band The Battle of Britain (PP21, Illustrationen: James Gardner, Text: David Garnett) mit 4.800.000 Exemplaren; er wurde zu Propagandazwecken in 26 Sprachen übersetzt.Pearson: Drawn direct to the plate. S. 45 f. Üblicherweise sollten pro Titel 50.000 Exemplare verkauft werden, um die knapp kalkulierten Kosten und einen Verlagsgewinn zu erwirtschaften. Inwieweit dies bei allen Titeln, die teilweise keine Nachauflagen hatten, gelang, lässt sich mangels publizierter Verkaufszahlen nicht einschätzen.
Verkaufspreise