mini|Bahnbrücke an der Straße nach Hartmannsreuth

Glotzdorf ist ein Dorf in der Marktgemeinde Weidenberg im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Glotzdorf liegt in der Gemarkung Lehen.

Lage Das Dorf liegt ca. 5 km südöstlich von Bayreuth im Tal der Ölschnitz am Fuß der Anhöhe Pensen.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1398 als „Glatzdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Glatzo. Zu diesem Zeitpunkt war Glotzdorf dem Fürstentum Kulmbach unterstellt.Chronik bei glotzdorf.de, abgerufen am 15. März 2020D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 208.

Glotzdorf bildete mit Hartmannsreuth eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Glotzdorf aus sieben Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (1 Hof, 1 Halbhof), die Hofkanzlei Bayreuth (1 Dreiviertelsölde, 1 Halbgut), das Stift- und Pfründamt Bayreuth (1 Söldengut) und das Amt Unternschreez (2 Halbhöfe).R. Winkler: Bayreuth, S. 360.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Mit dem Gemeindeedikt wurde Glotzdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen am Main zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Glotzdorf, zu der Hartmannsreuth gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 erfolgte die Eingemeindung nach Lehen.R. Winkler: Bayreuth, S. 475f.

1879 wurde unterhalb Glotzdorfs eine Straße angelegt, 1911 wurde eine Wasserleitung eingerichtet. Unter den am 1. Januar 1953 gezählten 182 Einwohnern waren 74 Flüchtlinge, die etwa zur Hälfte aus Niederschlesien stammten. Von 1955 bis 1959 wurden von ihnen fünf Wohnhäuser errichtet, womit ein erstes Siedlungsgebiet entstand. Danach wurde im Westen des Orts ein Baugebiet ausgewiesen, dessen Ausmaß das Dreifache des historischen Dorfs beträgt.

Am 1. Mai 1978 wurde Glotzdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Weidenberg eingegliedert.Historie bei glotzdorf.de, abgerufen am 15. März 2020 Für die Gemeinde Lehen wurde von 1960 bis 1971 ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt.

Baudenkmäler Haus Nr. 6: Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2016 2020Einwohner 65 59 56 74 73 64 51 79 80 107 136 148 140HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 9 10 8 8 8 14 34 Quelle

Religion Glotzdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Laurentius (Neunkirchen am Main) gepfarrt.

Verkehr mini|Agilis-Triebwagen passiert das alte Bahnhofsgebäude Am 1. Dezember 1863 wurde die die Ortschaft tangierende Bahnstrecke Weiden–Bayreuth eröffnet, aber erst 1874 erhielt Glotzdorf eine Bahnstation. Diese wurde 1936 zum Bahnhof ausgebaut, der zwischen Glotzdorf und dem Nachbarort Stockau liegt und dessen Namen erhielt. Das Bahnhofsgebäude stammt aus dem Jahr 1883. Mittlerweile wurde das Ladegleis abgebaut und die Bahnsteige wurden nach Stockau hin verschoben.

Glotzdorf liegt an der Straße von Neunkirchen am Main nach Stockau, über die man die nahe Bundesstraße 22 in die Richtungen Bayreuth und Weiden und auch die Staatsstraße 2463 nach Weidenberg erreicht. Durch den alten Ortskern führt die Straße nach Hartmannsreuth auf dem Pensen.

Persönlichkeiten Hans Küfner (1871–1935), Politiker

Literatur

Weblinks Homepage der Dorfgemeinschaft Glotzdorf e. V.

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Geographie (Weidenberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1818