mini|Gemeinden des Landes Niederlande nach bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner
Die COVID-19-Pandemie im Königreich der Niederlande tritt als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf. Sie wurde und wird verursacht durch das 2019 erstmals aufgetretene Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Die COVID-19-Pandemie hat sich seit Dezember 2019 von China ausgehend weltweit ausgebreitet. Seit dem 11. März 2020 stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen als Pandemie ein.tagesschau.de vom 11. März 2020: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. Abgerufen am 14. April 2020.
Am 6. Februar 2021 meldete das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu, dass 1.001.826 Menschen positiv auf das Virus getestet wurden.siehe auch Actuele informatie over COVID-19 (teils auch in Englisch) Die Zahl der tatsächlichen bisherigen Infektionen dürfte deutlich höher sein, weil die Testkapazitäten zeitweise nicht ausreichten.
Die Regierung verlängerte am 23. März 2021 die Corona-Beschränkungen um drei Wochen (bis zum 20. April).rijksoverheid.nl: Reisadvies negatief tot half mei, kabinet werkt aan proefreizensiehe auch auswaertiges-amt.de Am 28. Mai 2021 kündigte Ministerpräsident Mark Rutte das faktische Ende des Lockdowns an: ab 5. Juni konnten – mit deutlichen Auflagen – fast alle Sektoren wieder geöffnet werden.Reizen en vakantie Anfang Juli war ein starker Anstieg der Neuinfektionen zu beobachten, der nach Schätzungen des RIVM zu 60 bis 65 % auf die Delta-Variante zurückzuführen war. Allein bei einem zweitägigen Musikfestival in Utrecht am 3. und 4. Juli steckten sich rund 1.000 von 20.000 Besuchern an. Seit dem 10. Juli 2021 galten verschärfte Regeln. Discos und Nachtclubs mussten wieder schließen; Restaurants durften nur noch bis Mitternacht öffnen.siehe auch auswaertiges-amt.de: Niederlande: Reise- und Sicherheitshinweise (Stand 10. Juli 2021)
Ende September 2021 wurden viele Vorschriften gelockert und die 1,5-Meter-Regel wurde abgeschafft. Anschließend stiegen die Infektionszahlen schnell; Anfang November betrug die Inzidenzrate 313. Am 2. November 2021 kündigte Ministerpräsident Rutte verschärfte Maßnahmen an.faz.net
Am 19. November 2021 betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 734.corona-in-zahlen.de Deutschland stufte an diesem Tag die Niederlande als Hochrisikogebiet ein.auswaertiges-amt.de (19. November 2021) Vom 19. Dezember 2021 bis mindestens zum 14. Januar 2022 gibt es einen landesweiten Lockdown.rijksoverheid.nl:
Verlauf Am 28. Februar 2020 wurde die erste Infektion mit SARS-CoV-2 im Königreich der Niederlande gemeldet – später als in den meisten anderen Ländern in Europa. Betroffen war zunächst vor allem der Süden der Niederlande und dort besonders die Provinz Noord-Brabant. Die Regierung Rutte beschloss Maßnahmen zur Eindämmung, die mit Notverordnungen der veiligheidsregio’s konkretisiert wurden. Der Artikel umfasst auch die Niederländische Karibik (Aruba, Curaçao, Sint Maarten, Bonaire, Sint Eustatius und Saba).
Das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM) veröffentlichte im Januar 2020 Protokolle für den Fall, dass COVID-19 auftreten sollte, und überwachte die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genau.
Eine erste SARS-CoV-2-Welle gab es Mitte März bis Ende April; dann war die Zahl der Neuinfektionen gering. Anfang September begann eine zweite Welle (Höhepunkt Ende Oktober).Am 27. September wurden fast 3000 Neuinfektionen an einem einzigen Tag gemeldet. Ab dem 29. September galten deshalb etwas schärfere Corona-Regeln.Klaus Max Smolka: Niederlande verschärfen die Maßnahmen. Frankfurter Allgemeine, 29. September 2020. In der 41. Kalenderwoche waren es 36.333 Neuinfektionen; Ende Oktober wurden an einem Tag über 10.000 Neuinfektionen registriert. Durch Lockdownmaßnahmen sank diese Zahl im November auf unter 5.000 pro Tag.
Am 13. Oktober 2020 schränkte die Regierung Rutte das öffentliche Leben stark ein, obwohl die Niederlande damals noch kein spezielles Infektionsschutzgesetz hatten. Die Regierung hatte deshalb verfassungsrechtlich keine Handhabe, aus Gründen des öffentlichen Gesundheitsschutzes in Grundrechte ihrer Bürger einzugreifen. Seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie in den Niederlanden sind alle Einschränkungen mit Notverordnungen durchgesetzt worden. Verfassungsrechtler äußerten, eine generelle Maskenpflicht könne nicht per Notverordnung durchgesetzt werden, weil das gegen Artikel 10 (Recht auf Wahrung der Privatsphäre) und 11 (Recht auf körperliche Unversehrtheit) der Verfassung verstoßen würde.Thomas Gutschker: „Teilweiser Lockdown“ in den Niederlanden. Frankfurter Allgemeine, 13. Oktober 2020. Am 19. Februar 2021 stimmte die Erste Kammer des Parlaments mit großer Mehrheit für ein Gesetz, das u. a. nächtliche Ausgangssperren ermöglicht.Steun Eerste Kamer voor spoedwet avondklok Gegen diese Ausgangssperren gab es zuvor gewalttätige Proteste.
Am 17. Oktober 2020 stufte das deutsche Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit weiteren Ministerien die gesamten Niederlande als Risikogebiet ein.
Anfang Dezember begann eine dritte Welle (18. Dezember: 12.778 Neuinfektionen). Am 15. Dezember 2020 begann in den Niederlanden ein strenger Lockdown.Dutch measures against the coronavirus, Stand 15. Dezember 2020. Siehe auch www.auswaertiges-amt.de und www.government.nl (englisch).
Am 11. Februar wurden 3173 Neuinfektionen registriert und am 21. April 2021 6826 (was der Verbreitung der ansteckenderen britischen COVID-Variante B.1.1.7 zugeschrieben wird). Am 26. Mai waren es nur noch 2502 (siehe Abschnitt Statistik).
Zum 26. Juni 2021 wurden fast alle Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aufgehoben.Explodierende Corona-Zahlen: Parlament der Niederlande unterbricht Sommerpause Als sich im Juli 2021 die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche versiebenfachte, wurden die Lockerungen wieder rückgängig gemacht: Clubs und Discos müssen seit dem 10. Juli geschlossen bleiben, Gastronomiebetriebe müssen um Mitternacht schließen und Livekonzerte in Gaststätten sind verboten.Explodierende Corona-Zahlen: Parlament der Niederlande unterbricht Sommerpause In der Disco Aspen Valley in Enschede hatten sich zuvor an einem Abend über 150 Besucher mit Corona infiziert.Nach Party in niederländischer Disco: 165 Menschen mit Corona infiziert Auf dem Verknipt-Festival in Utrecht am 3. und 4. Juli infizierten sich fast 1000 (Tendenz steigend) der 20.000 Teilnehmer.spiegel.de vom 14. Juli 2021
Das niederländische Parlament unterbrach seine gerade erst begonnene Sommerpause und kam wegen der starken Zunahme von Infektionen am 14. Juli zu einer Sondersitzung zusammen. Die Siebentagsinzidenz betrug am 13. Juli 2021 rund 270 (zum Vergleich: in Deutschland 6,5).spiegel.de: Meldung von 15:51 Uhr
Seit November 2021 Am 2. November 2021 kündigte Mark Rutte die Wiedereinführung der Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Orte wie Geschäfte oder Friseure an.Niederlande führen Maskenpflicht wieder ein in FAZ vom 2. November 2021 Am 11. November 2021 wurde in den Niederlanden mit mehr als 16300 Fällen in 24 Stunden ein neuer Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Daraufhin wurde ein neuer Teil-Lockdown verhängt.Niederlande verhängen Teil-Lockdown in FAZ vom 12. November 2021 Ab dem 13. November 2021 mussten Bars, Restaurants und Geschäfte für mindestens drei Wochen um 20 Uhr schließen und Sport fand nur noch ohne Publikum statt. in der Tagesschau vom 13. November 2021 Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf sorgen, mussten um 18 Uhr schließen.Daniel Steinvorth: Reaktion auf vierte Corona-Welle: Die Niederlande führen per sofort wieder einen «Lockdown light» ein, in: NZZ, 13. November 2021. Größere Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Dass bei Sportveranstaltungen bis mindestens zum 4. Dezember 2021 keine Zuschauer zugelassen wurden, wurde vom niederländischen Fußballverband KNVB sowie vom Trainer der niederländischen Fußballnationalmannschaft Louis van Gaal kritisiert und warf Mark Rutte einen Mangel an „Führungsqualitäten“ vor.Louis van Gaal greift den Ministerpräsidenten an in FAZ vom 13. November 2023 Am 23. November 2021 wurde der Mindestabstand von 1,5 Metern, der im September 2021 abgeschafft worden war, wieder verpflichtend gemacht.
Seit Ende 2021 war die Omikron-Variante dominant; die Sieben-Tage-Inzidenz lag zu Anfang 2022 bei 639 (plus Dunkelziffer).
Omikronvariante (2021/2022/2023) Nach Auftreten der Omikronvariante steigen die Infektionsraten stark an, aber die Belegungsraten der Intensivstationen und Krankenhäuser gingen bis Ende Januar 2022 weiter zurück. Die Infektionsraten waren vor allem bei jüngeren Menschen hoch. Die Spitze der positiven Infektionsmeldungen war am 31. Januar 2022.Vom 18. Januar bis zum 7. Februar konnten nicht alle positiven Ergebnisse in den Tageszahlen verarbeitet werden. Diese unbearbeiteten Meldungen wurden am 8. Februar zu den Tageszahlen addiert, was zu einer großen Verzerrung am 8. Februar führte (4x mehr als normal). Der zweithöchste Tageswert wurde am 31. Januar ermittelt. Bei den „Positiven Tests nach Altersgruppen im Zeitverlauf“ (ohne die oben erwähnte Verzerrung) ist der Spitzenwert in der Grafik (alle Altersgruppen) am 4. Februar. Da es sich hierbei um einen wöchentlichen Durchschnitt der letzten sieben Tage handelt, liegt die höchste Wahrscheinlichkeit für den höchsten Wert statistisch gesehen bei minus drei Tagen = 1. Februar. Die Ansteckungszeit ist bei der Omikron-Variante kürzer. Dadurch ist die Krankenhausinanspruchnahme geringer, als es aufgrund der Anzahl der Ansteckungen zu erwarten wäre. Darüber hinaus ist die Omikron-Variante weniger pathogen. Personen, die zuvor eine Covid-19-Abwehr entwickelt haben (Impfung und/oder Infektion), werden seltener ins Krankenhaus eingeliefert. Dies gilt umso mehr für die Intensivstation. Die Belegung der Intensivstationen geht trotz hoher Infektionsraten weiter zurück. Von 624 Patienten auf der Intensivstation (mit Delta-Variante) am 12. Dezember 2021 auf 172 Patienten auf der Intensivstation (Omikron) am 12. Februar 2022.
Prävention und Maßnahmen 2020 Am 2. Februar 2020 wurden 15 Niederländer aus der chinesischen Stadt Wuhan in die Niederlande evakuiert. Keiner von ihnen war infiziert.
Am 27. Februar 2020 wurde bekannt gegeben, dass COVID-19 als A-Krankheit klassifiziert wurde und somit der Verdacht einer Infektion meldepflichtig wurde.
Die Reichsregierung unter Ministerpräsident Mark Rutte beschloss am 12. März Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. So wurden Treffen mit mehr als 100 Personen im ganzen Land abgesagt. Das gelte auch für Museen, Konzertsäle, Sportveranstaltungen usw. Die Maßnahmen galten zunächst bis Ende März, einschließlich für Noord-Brabant.Nieuwe maatregelen tegen verspreiding coronavirus in Nederland, Rijksoverheid.nl, 12. März 2020, abgerufen am 21. März 2020. Am 15. März 2020 folgten weitere Maßnahmen. Die früheren Maßnahmen werden bis zum 6. April verlängert.Aanvullende maatregelen onderwijs, horeca, sport, Rijksoverheid.nl, 15. März 2020, abgerufen am 21. März 2020. Wieder verschärft wurden die Maßnahmen am 23. März. Für Veranstaltungen dauerte das Verbot bis zum 1. Juni. Am 26. März folgte eine Konkretisierung der Regeln durch die Veiligheidsregios.z. B. Veiligheidsregio Noord-Oost-Gelderland: , 26. März 2020, abgerufen am 29. März 2020. Am 31. März wurden alle Maßnahmen bis zum 28. April verlängert.Coronamaatregelen verlengd tot en met dinsdag 28 april, Rijksoverheid.nl, 31. März 2020, abgerufen am 3. April 2020.
Am 14. Oktober trat eine Massenquarantäne in Kraft, deren Wirkung nach zwei Wochen überprüft werde: Bars und Restaurants wurden erneut geschlossen. Öffentliche Verkehrsmittel durften nur noch für notwendige Fahrten genutzt werden. Versammlungen von mehr als 30 Menschen wurden verboten. In geschlossenen Räumen wurde eine Maskenpflicht für alle ab 13 Jahren eingeführt.
Gesundheitswesen und Hygiene