Barbara Isabella Bauer-Heusler (* 1948 in Dillenburg) ist eine deutsche bildende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Marburg an der Lahn (Hessen).

Leben Barbara Isabella Bauer-Heusler studierte nach dem Abitur von 1968 bis 1975 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Wilhelm Loth und legte 1972 ihr Erstes Staatsexamen in Kunsterziehung ab. Seit 1976 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Marburg und betrieb dort von 1977 bis 1981 eine eigene Kinderkunstschule. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Mathematiker und Designer Jörg Bauer, realisierte sie 1980 die Ausstellung „Mit den Händen sehen“.Mit den Händen sehen. 26.04.–26.05.1980, Marburger Landgrafenschloß. Ausstellungskatalog. Hrsg. von Dt. Blindenstudienanstalt e. V., Redaktion: Barbara Isabella Bauer-Heusler. Marburg 1980. Von 1981 bis 1985 war sie als Gastdozentin an der Universität Marburg und der Universität Gießen tätig. Außerdem engagiert sie sich im künstlerischen Beirat des Marburger Kunstvereins und kuratiert dort vereinzelt Kunstausstellungen.

Werk mini|Aus der Familie der Rankenfüßer (2004), vielteilige Wandinstallation, Wellpappe, bemalt mini|Tagebuchblätter, (2014), Zeichnungen

Bauer-Heusler entwickelte schon in ihrer Kindheit ein tiefgehendes Interesse an der Tierwelt, welches ihr künstlerisches Werk bis heute prägt.

Geprägt durch ihre Ausbildung in der Bildhauerklasse Wilhelm Loths in Karlsruhe, in der überwiegend modelliert wurde, entstanden schon während des Studiums Skulpturen aus Polyesterharz, in denen die Künstlerin sich mit Themen der Tierwelt befasste. Bereits in dieser Zeit waren ihre Arbeiten oft mehrteilig, den Raum „besetzend“ – eine Arbeitsweise, die sie auch in späteren Jahren beibehält.

Ende der 1970 suchte Bauer-Heusler nach neuen Formen spontaneren plastischen Gestaltens und konzentrierte sich einige Jahre lang ausschließlich auf das Medium der Zeichnung. Neben detailreichen Bleistiftstudien entstanden u. a. immer größere Kohlezeichnungen auf einfachem Packpapier.Vgl. Ulrika Evers; ebenda, S. 18. Diese Zeichnungen wurden von ihr zunehmend collagierend erweitert, in dem sie sie ausschnitt, mit anderen Materialien kombinierte und in einen räumlichen Kontext hinein versetzte. Dadurch öffnete sie das zweidimensionale Medium der Zeichnung in Richtung Dreidimensionalität.

Diese am Anfang der 1980er Jahre entstehenden experimentellen Arbeiten, die zwischen Zeichnung und Collage in Verbindung mit Readymades anzusiedeln sind, erweiterte sie dann im nächsten Schritt zu ganzen Raum-Environments; zusätzlich wurden Zeichnungen im Umriss ausgeschnitten und als vielteilige Ensembles direkt auf der Wand angebracht. Sie nutzte die Wellpappe als ideales Material für ihr spontanes raumplastisches Arbeiten und bezog im nächsten Schritt wieder den ganzen Raum mit ein. Die zeichnerisch und malerisch gestalteten Wellpappe-Objekte beziehen als Installationen neben dem Boden teilweise auch Wände und Decken mit ein.Hans Gercke in: Barbara Isabella Bauer-Heusler. Plastiken, Installationen. Kommunale Galerie im Leinwandhaus, Frankfurt am Main 1992, S. 3–6.

Am Ende dieser künstlerischen Weiterentwicklung standen ab Anfang der 1990er Jahre die für Bauer-Heusler charakteristischen raumgreifenden Plastiken.Verena Kuni in: Barbara Isabella Bauer-Heusler. Der Glückliche Raum. Marburger Kunstverein 1997, S. 2–4.

Preise und Stipendien 1984: Villa-Romana-Preis, Florenz (Sonderpreis für 3 Monate Aufenthalt) 1991: Jahresstipendium für das Künstlerdorf SchöppingenBarbara Isabella Bauer-Heusler. Stipendiatin im Künstlerdorf Schöppingen 1991. Ausstellungskatalog anlässlich der Ausstellung Schonzeit, Januar/Februar 1993. Schöppingen 1993. 1993: Marburger Kunstpreis

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1977: Südwestgalerie, Karlsruhe 1979: Städtische Galerie Sindelfingen 1988: Moltkerei Werkstatt, Köln 1989: Marburger Kunstverein 1990: Freundeskreis Wilhelmshöhe, Ettlingen 1992: Kommunale Galerie im Leinwandhaus, Frankfurt am Main (mit Katalog) 1993: Kunstverein Herborn 1994: Verein zur Kunstförderung, Darmstadt 1995: Friedberger Kunstverein, Wetterau-Museum Friedberg 1997: Marburger Kunstverein 1998: Galerie der Stadt Remscheid 2001: Villa Streccius, Städtische Galerie Landau (zusammen mit Doris Hadersdorfer) 2003: LOG Galerie, Marburg 2004: Neuer Kunstverein, Gießen

Gruppenausstellungen mit Katalog 1971: 20 Loth-Schüler, Galerie Altes Theater, Ravensburg, (Text: Andreas Franzke) 1976: Plastiken auf der Ziegelhütte, Darmstädter Sezession 1976: Karlsruher Künstler, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1978: Die Bildende Kunst und das Tier, Orangerie Hannover-Herrenhausen 1980: Mit den Händen sehen, Landgrafenschloss Marburg und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 1980: Liebe, Dokumente unserer Zeit, Kunstverein Darmstadt und Kunstverein Hannover 1982: Kunstreport 2'82, 30. Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Düsseldorf 1986: Arbeiten, die sich auf dem Boden entwickeln, Karlsruher Kunstverein 1986: Neun Schüler von Wilhelm Loth, Kunsthalle Darmstadt 1992: Paper Art, Internationale Biennale der Papierkunst, Leopold-Hoesch-Museum, Düren 1993: Fünf aus Marburg, Marilies Hess-Stiftung, Frankfurt 1994: Papier=Kunst 2, Kunstverein Aschaffenburg 1997: Begegnungsraum Schloss, Zeitgenössische Künstlerinnen sehen alte Räume neu, FrauenKunstGeschichte e. V. Marburg 1999: Vierpaß, Marburger Universitätsmuseum für Bildende Kunst 2003: Selbst im weitesten Sinne, Marburger Kunstverein 2012: just paper, Marburger Kunstverein 2016: Kunst in Marburg, Marburger Kunstverein

Literatur Ulrika Evers: Deutsche Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Malerei, Bildhauerei, Tapisserie. Hamburg 1983, S. 18–19. Barbara Isabella Bauer-Heusler. Plastiken, Installationen. Ausstellungskatalog. Kommunale Galerie im Leinwandhaus Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 1992. Barbara Isabella Bauer-Heusler. Der glückliche Raum. Ausstellungskatalog. Marburger Kunstverein. Marburg 1997.

Weblinks

Ausstellung von Barbara Bauer-Heusler (PDF, 991 KB)

Einzelnachweise

Kategorie:Bildender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Frau