The Green Knight ist ein Fantasy-Drama von David Lowery, das am 29. Juli 2021 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-Kinos kam. Die Grundhandlung des Films ist der mittelenglischen Ritterromanze von Sir Gawain und dem grünen Ritter entnommen. Keinen Zusammenhang mit dem titelgebenden Roman haben die Erlebnisse und Erfahrung, die der Filmprotagonist auf seiner Reise zum grünen Ritter macht, sowie die Gestaltung des Endes einschließlich der Auflösung der Geschichte.

Handlung Der junge Sir Gawain, Neffe von König Artus, pflegt einen ausgelassenen Lebensstil. Seine Abende verbringt er am liebsten trinkend in Bordellen. Um seine Tapferkeit auf die Probe zu stellen, beschwört seine Mutter, die Hexe Morgan le Fay, gemeinsam mit ihren Dienerinnen eine Prüfung für ihren lasterhaften Sohn herauf.

Der Weihnachtsreigen Am Weihnachtsabend macht sich Gawain auf den Weg nach Schloss Camelot, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Plötzlich betritt eine berittene Gestalt, halb Mensch, halb Baum, den Thronsaal. Der gigantische Grüne Ritter stellt der versammelten Tafelrunde eine provokante Herausforderung: Wer von ihnen den Mut aufbringe, einen Schlag gegen ihn zu führen, der dürfe als Belohnung seine Axt behalten. Die einzige Bedingung: Sollte er den Schlag überleben, müsse sich der tapfere Mann genau ein Jahr später in der Grünen Kapelle einfinden, wo er seinerseits den Schlag erwidern dürfe.

Nur Gawain packt die Gelegenheit beim Schopf und nimmt die Herausforderung an. Mit dem Schwert Excalibur gelingt es ihm, den Grünen Ritter zu enthaupten. Zu Gawains großem Entsetzen erhebt sich der Totgeglaubte jedoch wieder und ergreift seinen abgetrennten Kopf, der daraufhin zu Gawain spricht und diesen an seinen Schwur erinnert: In einem Jahr werde er Gawain in der Grünen Kapelle erwarten und ihm seinerseits den Kopf abschlagen. Mit einem diabolischen Lachen entschwindet der Grüne Ritter daraufhin, während Gawain verstört zurückbleibt.

Ein viel zu schnell vergangenes Jahr Das nächste Jahr vergeht rasch. Während Gawain für seinen Mut gepriesen wird und an Reputation gewinnt, ändert sich seine Einstellung nicht: Er verbringt seine Tage nach wie vor trinkend und vergnügt sich mit seiner Geliebten Essel, die Gawain bittet, nicht zur Grünen Kapelle zu reisen. Erst als Artus seinen Neffen an seine Quest erinnert, macht sich Gawain auf den Weg zum Grünen Ritter, der sechs Tagesritte von Camelot entfernt in der Grünen Kapelle auf ihn wartet. Seine Mutter Morgan schenkt ihm zum Abschied ein grünes Tuch, in das sie einen Schutzzauber eingewebt hat, und versichert Gawain, dass ihm – solange er dieses Tuch trage – kein Unheil geschehen werde.

Ein Akt der Güte Auf dem Weg zur Grünen Kapelle begegnet Gawain auf einem offenen Feld einem Jungen, der Leichen auf einem frischen Schlachtfeld fleddert. Der Junge erklärt Gawain, dass er dem Fluss folgen solle, wenn er zur Grünen Kapelle gelangen wolle. Als Gawain sich jedoch daraufhin mit einem bloßen Dank von ihm verabschieden möchte, setzt ihm der Junge nach und ermahnt Gawain, ihm seine Hilfe besser zu entlohnen. Gawain wirft ihm schließlich doch eine Münze zu und reitet in die beschriebene Richtung davon. Jedoch stellt sich heraus, dass der Junge Gawain in eine Falle gelockt hat: Zusammen mit zwei weiteren Räubern stiehlt er Gawains Pferd, zerschlägt seinen Schild, raubt ihm Morgans magisches Tuch und nimmt auch die Axt des Grünen Ritters an sich. Gawain muss fortan zu Fuß weiterziehen.

Eine Begegnung mit der heiligen Winifred Spät nachts entdeckt Gawain eine scheinbar verlassene Hütte und legt sich dort schlafen. Er wird von einer Frauengestalt geweckt, die sich Gawain als Winifred vorstellt. Winifred führt ihn zu einem Tümpel hinter ihrem Haus und erklärt ihm, dass sie einst von einem Mann bedrängt worden sei. Als sie sich gegen diesen zur Wehr setzte, habe dieser sie enthauptet und ihren Kopf ins Wasser geworfen. Sie könne erst Ruhe finden, wenn ihr Kopf erneut mit dem Rest ihres Körpers vereint werde. Gawain fragt Winifred nach einer Gegenleistung für seine Hilfe, doch sie reagiert mit Unverständnis und Zorn. Daraufhin stürzt sich Gawain wortlos in den Tümpel und birgt Winifreds skelettierten Kopf vom Grund. Als er aus dem Wasser auftaucht, ist Winifred verschwunden. Auf ihrem Bett erkennt Gawain nun die kopflosen Überreste der Toten und vervollständigt Winifreds Körper. Ihr Geist erscheint ihm wieder und offenbart Gawain, dass der Grüne Ritter, nach dem er suche, jemand sei, den er kenne. Am nächsten Morgen findet Gawain die Axt des Grünen Ritters an der Wand lehnend vor und nimmt diese wieder an sich.

Das Teilen der Beute In der darauffolgenden Nacht gelangt er zu einer Burg. Erschöpft und kraftlos bricht er noch auf der Schwelle zusammen. Am nächsten Morgen wird er vom Burgherrn, dem Lord, begrüßt, welcher ihm aufgeregt von Gawains Ruf im ganzen Königreich berichtet. Dabei erklärt er Gawain auch, dass es erst der 21. Dezember sei – und sich die Grüne Kapelle unweit der Burg befinde. Er bittet Gawain, die wenigen Tage bis Weihnachten noch bei ihm und seiner Frau, der Lady, zu verweilen, die ebenfalls von den Taten ihres berühmten Gastes angetan ist.

Der Burgherr überredet Gawain zu einem ungewöhnlichen „Spiel“: Jeden Tag möchte der Burgherr den besten Teil seiner Beute Gawain überlassen; im Gegenzug soll Gawain dem Burgherren das geben, was ihm innerhalb der Burgmauern an Kostbarkeiten zuteilwird. In den kommenden Tagen verstärkt sich das Interesse der Burgherrin an Gawain zusehends. So beschenkt sie Gawain zunächst mit einem Buch, welches selbstverfasste Liebeslyrik enthält. Gawain jedoch hütet sich davor, dem Charme der Burgherrin zu verfallen.

Am nächsten Morgen erwacht Gawain mit der Herrin an seinem Bett, die ihm ein grünes Tuch präsentiert, welches sie angeblich selbst gefertigt habe und Gawain vor jeglichem Übel bewahren werde. Das Tuch gleicht dem Geschenk seiner Mutter, welches Gawain im Wald gestohlen wurde. Im Austausch für den Schutzzauber gibt Gawain den sexuellen Avancen der Lady schließlich nach. Als er dabei auf das grüne Tuch ejakuliert, wendet sich die Lady jedoch mit kalter Miene von ihm ab und verkündet ihm voller Verachtung, dass er kein Ritter sei. Daraufhin flieht Gawain verstört aus der Burg.

Im Wald trifft Gawain erneut auf den Burgherrn, welcher ihn an das gemeinsame Spiel erinnert. Gawain versucht, seinen Gastgeber abzuweisen, doch dieser beharrt darauf, dass Gawain sein Wort hält. Er küsst Gawain im Gegenzug für die Avancen seiner Frau auf den Mund – das grüne Tuch jedoch, welches Gawain wieder um seine Hüfte gebunden hat, erhält er nicht.

Eine Enthauptung in der Grünen Kapelle Schließlich gelangt er zu der Kapelle, wo der Grüne Ritter auf seinem Thron auf ihn wartet. Am nächsten Morgen erhebt sich der Ritter und ergreift seine Axt. Er fragt Gawain, ob er soweit sei, was Gawain bejaht. Als der Ritter jedoch zum Schlag ausholt, zuckt Gawain zurück.

Gawain überkommt eine Vision seines weiteren Lebens, wenn er sich seiner Âventiure entzöge: Zurück in Camelot wird Gawain vom todkranken König zum Ritter geschlagen und erhält nach Artus’ Tod dessen Krone, die jedoch – sobald sie Gawains Kopf berührt – mit Grünspan überzogen wird. Episodenartig sieht Gawain nun die künftigen Jahre seiner Herrschaft: Er zeugt einen Sohn mit Essel, den er ihr jedoch unmittelbar nach der Geburt wegnimmt. Essel selbst wird des Hofes verwiesen, stattdessen heiratet Gawain eine standesgemäße Edeldame. In der Hochzeitsnacht aber weigert er sich, sein grünes Schutztuch abzunehmen, wodurch die aufkeimende Leidenschaft zwischen ihm und seiner neuen Königin erkaltet. Gawain wird älter; die Unzufriedenheit im Königreich wächst. Sein Land wird von Kriegen und Hungersnöten überzogen. Gawains gemeinsamer Sohn mit Essel erliegt nach einer Schlacht seinen Verletzungen, woraufhin der König als gebrochener Mann nach Camelot zurückkehrt. In der aufgebrachten Menschenmenge erkennt Gawain auch die nun ebenfalls gealterte Essel, die ihn in stummem Vorwurf wortlos anblickt. Während weitere Kriege über das Land toben und Camelot vom Feind gestürmt wird, verharrt Gawain mit seiner Gattin und der gemeinsamen Tochter tatenlos auf seinem Thron. Schließlich bleibt er allein zurück und zieht das grüne Tuch aus einer klaffenden Wunde an seiner Hüfte hervor. Sobald er es vollständig aus seinem Körper gerissen hat, fällt sein Kopf augenblicklich von seinen Schultern.

Im Angesicht dieser Alternative nimmt Gawain sein Schicksal an und findet nun auch den Mut, dem Grünen Ritter gefasst entgegenzutreten. Hierfür reißt er das grüne Tuch von seiner Hüfte und wirft es zu Boden. Der Grüne Ritter lobt Gawain für seine Entscheidung und seine Tapferkeit und streicht ihm über den Hals. „Nun soll er also rollen“, sind die letzten Worte des Grünen Ritters.

Produktion Stab und Aufbau mini|hochkant=0.8|Regisseur David Lowery Regie führte David Lowery, der auch das Drehbuch schrieb und den Filmschnitt verantwortete. Die Idee, einen Film wie diesen zu machen, kam ihm beim Wiederfinden seiner Willow-Actionfiguren.Steve Weintraub: David Lowery on How ‘The Green Knight’ Was Inspired by His ‘Willow’ Action Figures. In: collider.com, 29. Juli 2021. Zu dem Fantasyfilm aus dem Jahr 1988 des Regisseurs Ron Howard wurden im Jahr der Veröffentlichung von Tonka begleitend Movie Action Figures aus Plastik verkauft, so vom Titelhelden Willow Ufgood oder von Bavmordas Tochter Sorsha inklusive Pferd.1988 Willow Ufgood Protector 2" Tonka Movie Action Figure Metal Base Lucasfilm. In: collectors.com. Abgerufen am 31. Juli 2021. Deren Mutter, der grausamen Königin Bavmorda, gespielt von Jean Marsh, wurde im Film prophezeit, dass sie eines Tages von einer Frau mit einem Geburtsmal am Arm entthront werde. Voller Panik erlässt sie den Befehl, alle neugeborenen Mädchen zu untersuchen und, falls das Mal gefunden wird, zu töten. Die kleine Elora entgeht allerdings ihrem Schicksal und wird vom ahnungslosen Nelwyn Willow, gespielt von Warwick Davis, der ein großer Zauberer sein möchte, gefunden. Lowery hatte den Film nach eigenen Aussagen mit sieben Jahren gesehen, und auch später habe er großen Einfluss auf ihn gehabt. Von Anfang an habe er sich für The Green Knight den Film zum Vorbild genommen, allerdings mit mehr Bewegung. Auch bei den visuellen Effekten oder dem Design der Rüstung habe man sich während der gesamten Produktion auf Willow bezogen.Amy Ratcliffe: ‘The Green Knight’s Director on Gawain’s Journey and How ’Willow’ Inspired Him. In: nerdist.com, 28. Juli 2021.

Dies verband er mit der Geschichte von Sir Gawain and the Green Knight, einer Ritterromanze aus dem späten 14. Jahrhundert, die er im College gelesen hatte. In seinem Drehbuch habe er ihn weiterhin den Neffen von König Artus sein lassen, den jungen Mann jedoch zu einem noch nicht fertigen Ritter umgestaltet, der sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat und noch zu Hause bei seiner Mutter lebt. So habe er als Einstieg einen klassischen Fall des Peter-Pan-Syndroms gewählt, einen Jungen, der nicht erwachsen werden will. Auch in seinem nächsten Film Peter Pan & Wendy, einer Adaption von Barries Peter Pan, wie auch in Lowerys vorherigem Film Elliot, der Drache ging es um das Erwachsenwerden. Aus der Zauberin Morgan le Fay, eigentlich Gawains Tante, machte Lowery in seinem Film dessen Mutter.Colin Hekiman: The Green Knight Cast & Character Guide. In: cbr.com, 29. Juli 2021.