Schmiedeberg ist ein OrtsteilErwähnung als Ortsteil von Angermünde im Kommunalverzeichnis Brandenburg, abgerufen am 16. April 2026 der Stadt Angermünde im Landkreis Uckermark in Brandenburg.

Der Ort liegt nordwestlich der Kernstadt Angermünde. Am östlichen Ortsrand verläuft die B 198.

Geschichte Frühgeschichte Die Anfang des 20. Jahrhunderts literarisch dokumentierten Funde weisen auf eine frühe Besiedlung der Gemarkung Schmiedeberg hin. Es wurden Kugelamphoren entdeckt. Die damaligen Recherchen fanden Unterstützung durch die örtliche Gutsbesitzerfamilie. Ersterwähnt wird die Ortschaft 1319, als Smedeberg, dann Smedeberg im Jahre 1338, Smedeberge 1540 und 1618 Schmiedeberg. Smedeberch ist ein Kompositum aus smede ‚Schmiede‘ und berch ‚Berg‘.

Gutsdorf Die Geschichte des Ortes ist stark von der Gutsherrschaft geprägt und dominiert die ganze regionale Historie der Uckermark. Spätestens seit 1700 übernimmt das alte brandenburgische Adelsgeschlecht von der Hagen den Grundbesitz in Schmiedeberg durch die familiäre Verbindung mit den Vorbesitzern von Bredow. Die Familie wurde zwischen 1370 und 1378 urkundlich erfasst und war hauptsächlich im Ruppiner Land und im Havelland begütert. In der Uckermark spielte die Familie zunächst eine eher untergeordnete Rolle, konnte aber dennoch mit dem Besitz von Schmiedeberg eine hohe Kontinuität vorzeigen. Beginnend mit Ernst Adam von der Hagen-Stölln-Rhinow (1668–1716) setzte die Familie ihre Zeichen vor Ort. Die genealogische Fachliteratur nennt später unter anderem Karl Friedrich von der Hagen (1801–1872) als Gutsherrn auf Schmiedeberg, dann seinen Sohn Otto (1828–1890).

Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten im Ort Schmiedeberg 222 Personen, die meisten davon waren im Hagen'schen Gut beschäftigt.

Das konkret 1879 erstmals veröffentlichte Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer der Provinz Brandenburg nennt Otto von der Hagen dann als Leutnant a. D. und Eigentümer des kreistagsfähigen Ritterguts Schmiedeberg. Der Besitz hatte einen Umfang von rund 823 ha. Davon waren 155 ha anteilig Wald. Zum Gut gehörte eine Stärkefabrik. Das Gut war damals an den Ober-Amtmann Schulz verpachtet. Der Erbe Hans von der Hagen war Kavallerie-Offizier; er begann seine Karriere wie so viele aus seiner Familie auf dem Adelsinternat der Brandenburger Ritterakademie. Im fortfolgend letztmals publizierten Brandenburgischen Güter-Adressbuch, das kurz vor der großen Wirtschaftskrise erschien, werden für das Rittergut noch 779 ha ausgewiesen. Als Eigentümer gelten die von der Hagen’schen Erben. Diese wurden durch Joachim Otto von der Hagen vertreten, Pächter ist Karl Haase. Im Ort Schmiedeberg sind noch zwei weitere landwirtschaftliche Betriebe genannt. Karl Kuhl hat 47 ha, die Familie Karl Röwert besitzt 64 ha. Hans von der Hagen ist der nächste Schmiedeberger Gutsbesitzer. Er hatte zuletzt in den Dienstgrad eines Majors a. D., war seit 1922 Ehrenritter im Johanniterorden und mit seiner Cousine Emma von der Hagen (1865–1939) verheiratet. Ihr Sohn Hans jun. war der letzte Grundherr bis zur Bodenreform. Hans von der Hagen-Schmiedeberg (1897–1986) erreichte den Dienstrang Oberstleutnant und lebte mit seiner Familie zuletzt in Marburg. Die Nachfahren wirken in Berlin und Bayern.

Eingemeindungen Im Jahr 2003 wurde Schmiedeberg nach Angermünde eingemeindet.

Persönlichkeiten mini|Dorfkirche Schmiedeberg (2013)

Friedrich Heinrich von der Hagen. Unehelicher und nachfolgend 1803 legitimierter Sohn des Leopold von der Hagen auf Schmiedeberg und der Dorothea Elisabeth Bischof aus Schmiedeberg.

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Angermünde sind für Schmiedeberg sechs Baudenkmale aufgeführt.

Siehe auch In der Liste der Großsteingräber in Brandenburg#Zerstörte Gräber sind für „Angermünde, OT Schmiedeberg“ 12 Großsteingräber aufgeführt („Großsteingrab Schmiedeberg 6“ bis „Großsteingrab Schmiedeberg 17“), jeweils „Urdolmen oder Steinkiste“.

Literatur Schmiedeberg, Geschichte, Geschichten und Geschichtchen, 1319–2019. Autorenkollektiv. Hrsg. Bürgerverein Schmiedeberg, Verlag Treibgut Frank Schröder, Berlin, Schmiedeberg, 2019, ISBN 978-3-947674-04-6. 310 S. Abb. 475 Gabriele von der Hagen: Ein Gutshof in der Uckermark. Tagebuch aus dem Landleben in Schmiedeberg vor 100 Jahren. Hrsg. Gero von der Hagen-Schmiedeberg 1. Auflage, Treibgut Verlag, Berlin 2019. ISBN 978-3-947674-05-3

Weblinks

Schmiedeberg. Kleines Dorf mit viel Charme im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin auf der Website der Stadt Angermünde

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Angermünde) Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark Schmiedeberg (Angermünde) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Uckermark) Kategorie:Gemeindeauflösung 2003 Kategorie:Ersterwähnung 1319