mini|Kurt Neubert vor 1920 Kurt Neubert (* 10. Oktober 1878 in Sömmerda; † 24. März 1920Ausstellung „200 Jahre Industriegeschichte Sömmerda“, Ausstellung im Stadtarchiv Sömmerda ebenda) war ein deutscher USPD-Funktionär und Kämpfer zur Verteidigung der Republik gegen Reichswehr-Putschisten.
Leben Kurt Neubert kam in der Familie des Kaufmanns Max Neubert und seiner Frau Anna, geborene Kampe, zur Welt. Der Vater war Direktor der Sömmerdaer Vereinsbank und Auktionator. Kurt besuchte von 1890 bis 1892 die Klosterschule Donndorf und anschließend von 1892 bis 1896 Schulpforta.Ausstellungstafeln im Historischen Archiv Sömmerda Nach seinem Studium der Veterinärmedizin in Dresden und seiner Promotion ließ er sich als praktischer Tierarzt in Sömmerda nieder. Politisch hatte er sich zunächst an der sozialdemokratischen Partei orientiert, doch dann schloss er sich der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) an und wurde in Sömmerda Vorsitzender der dortigen Ortsgruppe. Zusammen mit seiner Frau führte er politische Auseinandersetzungen, z. B. mit dem Bürgermeister Gustav Hohendahl.
Als Reichswehrsoldaten im März 1920 im Rahmen des Kapp-Putsches in Sömmerda einmarschierten, trafen diese auf den Widerstand aus der Arbeiterschaft, die eine Streikleitung zur Verteidigung der Republik gebildet hatten. Von dieser wurde Neubert als Parlamentär zu den Putschisten entsandt, die ihn festnahmen, schwer misshandelten und schließlich „auf der Flucht“ erschossen.
Neubert war seit 1911 verheiratet mit Elisabeth Henze aus Artern, einer Lehrerin an der evangelischen Schule Sömmerda, die von 1914 bis 1917 eine private Mädchenschule in der Moltkestraße 62 führte.
Erinnerung In Sömmerda gibt es den Kurt-Neubert-Sportpark mit Neubert-Denkmal. Im Ratskeller der Stadt Sömmerda wurde eine Gedenkstätte für die Märzgefallenen eingerichtet. Nach 1990 wurde die Gedenkstätte beseitigt und die verbliebenen Reste (eine Büste von Neubert und mehrere Tontafeln) in einem Lapidarium eingelagert. In Sömmerda wurde 1946 die Kurt-Neubert-Straße nach ihm benannt. In Beichlingen existierte von 1969 bis 1990 eine Veterinär-Ingenieurschule, die seinen Namen trug. Sie verfügte über Hörsäle, Labore, Großtier-OP und Wohnheime für 468 Studierende.
Literatur Emil Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord. 5., erw. Auflage. Verlag der Neuen Gesellschaft, Berlin 1922, S. 58 f. (Digitalisat) sowie Franz Hammer: Freistaat Gotha im Kapp-Putsch. Nach Dokumenten und Erinnerungen alter Mitkämpfer. Verlag Neues Leben, Berlin 1955, S. 58 f.
Anna Dorothea Miethe: Gedenkstätten. Arbeiterbewegung. Antifaschistischer Widerstand. Aufbau des Sozialismus. Hrsg.: Institut für Denkmalpflege in der DDR. Urania-Verlag, Leipzig-Jena-Berlin 1974, S. 349.
Einzelnachweise
Kategorie:Tierarzt Kategorie:Person (Sömmerda) Kategorie:Mordopfer Kategorie:USPD-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Mann