Johannes Röttger (* 1. März 1864 in Northeim; † 11. Dezember 1946 in BerlinStA Weißensee von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 2603/1946) war ein deutscher Bildhauer, überwiegend tätig in Berlin.

Leben mini|Bismarck-Denkmal in Düsseldorf (1899) mini|Franz-Reuleaux-Denkmal im Park der Hochschule in Berlin-Charlottenburg (1913)

Johannes Röttger erlernte zuerst den praktischen Beruf der Holzschnitzerei und Bildhauerei und ging um 1887 in das Atelier von Max Baumbach nach Berlin. Gleichzeitig besuchte er die Schule des Kunstgewerbe Museums. Von 1891 bis 1894 besuchte Röttger die Königliche Akademie der Künste.Kurzvita: Johann Röttger, in Alexander Emil Schroedter: Festschrift zur Enthüllung des Denkmals für den Fürsten Bismarck in Düsseldorf am 10. Mai 1899, S. 10

Als 1895 Bismarcks 80. Geburtstag anstand, wurde am 19. März 1895 die „Vereinigung Düsseldorfer Bürger zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals in Düsseldorf“ ins Leben gerufen. Man entschied sich, das Bismarck-Denkmal in Sichtweite zum einige Jahre zuvor eingeweihten Kaiser-Wilhelm-Denkmal vor der Kunsthalle an der Alleestraße zu platzieren. Schließlich wurde ein Allgemeines Preisausschreiben durchgeführt. Zum Einsendeschluss der Ausschreibung am 1. Februar 1896 lagen insgesamt 40 Entwürfe von 36 Künstlern vor. Ein erster Preis wurde nicht vergeben, den zweiten Preis erhielten Johannes Röttger und August Bauer für den gemeinschaftlichen Entwurf „In patria“ (für das Vaterland), der mit 3000 Mark dotiert wurde.Lokale Nachrichten. Preisverleihung Bismarck-Denkmal, in Bürger-Zeitung für Düsseldorf und Umgebung (No. 39) vom 16. Februar 1896 Allerdings mussten sie den Sockelentwurf überarbeiten, bevor sie mit dem Bau des Monuments beginnen durften. Unter künstlerischer Beobachtung änderten Röttger und Bauer ihre Skizze und konnten am 18. Mai 1897 mit der Arbeit am Bismarck-Denkmal beginnen. Der Bronzeguss fand in der Kunstgießerei Lauchhammer statt. Die Fertigstellung und der Aufbau des Standbildes wurden von der Düsseldorfer Firma „Opderbecke & Neese“„Opderbecke & Neese“, Dampf-Marmor-Sägerei, Schleiferei und Polieranstalt, Steinmetzgeschäft, Baumaterialhandlung, Düsselthalerstr. 30/36, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf 1891, S. 234 ab dem 4. April 1899 übernommen. Die Einweihungsfeier des Düsseldorfer Bismarckdenkmals fand am 10. Mai 1899 statt. Für sein Werk erhielt Röttger am 28. März 1899 den Königlichen Kronenorden. In: Geheimakten des Oberbürgermeisters betr. Orden und Titel 1899–1901. archive.nrw.de

Anfang 1900 wohnte Röttger im Bernstein’schen Haus, vormals Geiger’sches Haus, auf der Nachodstraße in Berlin-Wilmersdorf, in welchem weitere Maler und Bildhauer, darunter Henny Geiger-Spiegel (1856–1915), Witwe von Nikolaus Geiger, und Franz Flaum (1867–1917), ihren Wohnsitz hatten. Um 1909 bezog Röttger das Ateliergebäude in der Sächsischen Straße 32, dessen Eigentümer er um 1912 wurde. Einige Häuser weiter bewohnte er die Nr. 38. Von 1909 bis 1924 war Röttger Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums und von 1924 bis 1936 an den Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Um 1935 wurde Röttger mit dem Titel Professor im Adressbuch geführt. Zu dieser Zeit hatte der Bildhauer Martin Meyer-Pyritz seine Werkstatt im Atelierhaus. Anfang der 1940er Jahre übernahm die Nordstern Lebensversicherung AG das Grundstück Nr. 32, Röttger wohnte weiterhin nachweislich bis 1943 in der Nr. 38. Er starb 1946 in seiner Wohnung in der Niehofer Straße 7 in Berlin-Hohenschönhausen.

Werke (Auswahl) 1897–1899: Bismarck-Denkmal, Düsseldorf 1906: Weibliche Büste und Bildnisrelief, auf der Großen Berliner KunstausstellungNennung: Röttger, Johannes, Wilmersdorf, Weibliche Büste und Bildnisrelief. In: Katalog der Großen Berliner Kunstausstellung 1906 1912: Gedenkstein Franz Reuleaux, Campus der Technischen Hochschule Berlin-CharlottenburgGedenkstein Jean Reuleaux von Johannes Röttger, 1912 auf dem Campus der TU Berlin. mitue.de 1927: Porträt der Katja Petrowa, Gips, auf der Großen Berliner KunstausstellungNennung: Röttger, Porträt der Katja Petrowa Gips. In: Katalog der Großen Berliner Kunstausstellung 1927 1928: Kopf eines Arbeiters, Gips, auf der Großen Berliner KunstausstellungAbbildung: Kopf eines Arbeiters von Johannes Röttger. In: Katalog der Großen Berliner Kunstausstellung 1928

Literatur

Alexander Emil Schroedter: Festschrift zur Enthüllung des Denkmals für den Fürsten Bismarck in Düsseldorf am 10. Mai 1899, Bagel Düsseldorf, 1899

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Berlin) Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann