mini|al-Chansas Name in arabischer Kalligraphie Tumādir bint ʿAmr ibn al-Hārith ibn asch-Scharīd as-Sulamīya (), gewöhnlich als al-Chansāʾ (auch al-Khansa) bezeichnet (, was entweder „Gazelle“ oder „Stupsnase“ bedeutet) war eine arabische Dichterin des 7. Jahrhunderts, die in der Nähe von Mekka und Medina lebte und 646 gestorben sein soll.Abdullah al-Udhari: Classical Poems by Arab Women. Saqi, London 1999, S. 58. Sie ist die bekannteste Dichterin in der arabischen Literatur.Classical Arabic Literature: A Library of Arabic Literature Anthology. Translated by Geert Jan van Gelder. New York University Press, New York 2013.

Zu ihrer Zeit bestand die Rolle einer Dichterin darin, Elegien für die Toten zu schreiben und sie für den Stamm in öffentlichen mündlichen Wettbewerben aufzuführen. Al-Chansāʾ erlangte bei diesen Wettbewerben Respekt und Ruhm für ihre Elegien für ihre Brüder Sachr und Muʿāwiya, die im Kampf gestorben waren.

Leben Al-Chansāʾ wurde in Nadschd geboren und wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Sie heiratete ‘Abdallah (oder Rawâha) b. ‘Abdal ‘uzzâ as-Sulami, und nach seinem Tode Mirdâs b. Abi Âmir der ebenfalls von ihrem Stamme war. Sie war eine Zeitgenossin Mohammeds und konvertierte schließlich zum Islam.

Im Jahr 612 wurde ihr Bruder Muʿawiya von Mitgliedern eines anderen Stammes getötet. Al-Chansāʾ bestand darauf, dass ihr anderer Bruder Sachr Muʿawiyas Tod rächt, was er auch tat. Sachr wurde dabei verwundet und starb ein Jahr später an seinen Wunden. Al-Chansāʾ trauerte in der Poesie um seinen Tod und wurde berühmt für ihre elegischen Kompositionen.

Sie hatte vier Söhne: Yazīd, Muʿāwiya, ʿAmr und ʿAmra, die alle zum Islam konvertierten. Alle vier Söhne wurden in der Schlacht von al-Qādisīya getötet.

Als sie die Nachricht erhielt, trauerte sie nicht, sondern sagte: „Lob sei Allah, der mich mit ihrem Martyrium geehrt hat. Und ich hoffe von meinem Herrn, dass er mich mit ihnen in der Wohnstätte seiner Barmherzigkeit wiedervereinigen wird.“ ().Classical Arabic Literature: A Library of Arabic Literature Anthology. New York University Press, New York 2013.

Rezeption mini|hochkant|Phantasiezeichnung von al-Chansāʾ von Khalil Gibran, 1917 Die zeitgenössische arabische Dichterin an-Nabigha adh-Dhubyani sagte zu ihr: „Du bist die beste Poetin der Dschinn und der Menschen.“ ().Ibn Qutaybah: asch-Schiʿr wa-sch-schuʿarāʾ (arabisch). Dār Aḥyāʾ al-ʿUlūm, Beirut 1987, S. 218.

Eine andere Anekdote besagt, an-Nabigha hätte ihr gesagt, „Wenn Abu Basir mir nicht schon vorgetragen hätte, würde ich sagen, Du bist der größte arabische Dichter. Geh, denn Du bist der größte Dichter unter denen mit Brüsten“.

Die nach der Poetin, die vier ihrer fünf Söhne im Dschihad verloren haben soll, benannte Internetzeitschrift Al Khansa war eine im 21. Jahrhundert den Dschihad-Kämpferinnen und deren Müttern gewidmete „Terrorfibel“, die mit Al Quaida in Verbindung gebracht wurde.Souad Mekhennet, Claudia Sautter, Michael Hanfeld: Die Kinder des Dschihad. Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. Piper, München 2006, ISBN 3-492-04933-8; aktualisierte Taschenbuchausgabe ebenda (Juni) 2015, ISBN 978-3-492-30858-8, S. 161–189 (Der Google-Islamismus, die „virtuelle Umma“), hier: S. 170–173.

Weblinks A Great Arab Poetess of Elegy. an essay about Al-Khansa Other Women’s Voices collection, contains links, secondary sources, and excerpts Biography of al-Khansa. Project Continua

Einzelnachweise

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