Digimon Adventure: (jap. Dejimon Adobenchā:) ist die achte Anime-Staffel des Franchise Digimon und gilt als Neuerzählung der gleichnamigen ersten Fernsehstaffel Digimon, die 1999 spielt und auch in diesem Jahr erstveröffentlicht wurde. Die 16 dort agierenden Hauptfiguren dienen erneut als Protagonisten.

Produziert wurde die Serie durch die drei japanischen Unternehmen Fuji Television, Tōei Animation und Yomiko Advertising nach der Idee von Akiyoshi Hongo. Sie wird unter anderem den Genres Abenteuer, Action, Science-Fiction und Shōnen zugeordnet. Die Erstausstrahlung erfolgte mit Unterbrechungen zwischen April 2020 und September 2021 in Japan auf Fuji TV. Die 67 Episoden bilden neben Digimon Ghost Game die bislang längste Einzelstaffel im Digimon-Franchise.

Grundsätzliches Digimon Digimon sind Lebewesen, die aus digitalen Daten entstanden sind. Der Begriff leitet sich von Digital Monsters (dt. Digitale Monster) ab; jeder Name eines Digimons endet mit der Silbe -mon. Die Digimon können sich wie die Menschen in allen bekannten Welten aufhalten. Jedes Digimon lässt sich einer Gattung zuordnen, beispielsweise den Reptilien, zu denen Agumon gehört, oder den Insekten um Kabuterimon. Einigen ist es möglich, sich verbal mit Menschen zu verständigen. Andere hingegen sind weniger vernunftbegabt, lassen sich von tierischen Instinkten leiten und jagen hauptsächlich sowie verteidigen ihre Gebiete. Jedes Digimon verfügt über mindestens eine Spezialattacke, also eine Fähigkeit, die über gewöhnliches Schlagen, Treten etc. hinausgeht. Ist ein Digimon in der Lage, sich über menschliche Sprachen zu verständigen, kann es vor oder während der Ausführung den Namen der Fähigkeit aufrufen. Beispiele sind Birdramons Meteor Wing oder Togemons Stichstich Bang Bang. Auch den weniger vernunftbegabten Digimon werden feste Bezeichnungen für ihre individuellen Spezialattacken zugeschrieben.

Digimon haben keine Geschlechter und können sich nicht fortpflanzen. Geboren werden sie aus Digi-Eiern. Da kein Fall bekannt ist, wonach ein Digimon eines natürlichen Todes gestorben wäre, kann sein Leben nur durch vorherige Gewalteinwirkung oder eigens aufgewendete, massive Anstrengung beendet werden. Mit seinem Tod zerfällt sein Körper in Datenfragmente, die sich als Digi-Ei wieder materialisieren. Nach einiger Zeit wird das Digimon daraus neugeboren, wodurch seine Erinnerungen in seinem tiefsten Innern verschlossen werden und dann nur äußerst selten wieder zurückkehren können. Es existieren mindestens acht unterschiedliche Phasen, genannt Level, die ein Digimon im Laufe seines Lebens durchlaufen kann. Sechs davon bilden den häufigsten Verlauf eines Lebenszyklus: vom Baby- auf das Ausbildung-, Rookie-, Champion-, Ultra- bis zum Mega-Level. Dazu kommen das Armor-Level, das für gewöhnlich kräftemäßig zwischen dem Champion- und Ultra-Level anzusiedeln ist, sowie das Hybrid-Level, das nicht klar zuzuordnen ist, aber mindestens über dem Champion-Level liegt. Die Stärken, Schwächen und Fähigkeiten eines Digimons auf dem gleichen Level sind nicht immer gleichzusetzen mit denen seiner Artgenossen, wodurch sich einerseits Digimon auch auf niedrigeren Leveln gegen höherentwickelte durchsetzen können, höherentwickelte andererseits nicht immer gegen Digimon auf einem niedrigeren Level. Jedes Digimon beginnt seinen Lebenszyklus auf dem ersten Level und entwickelt sich mit fortschreitendem Alter unterschiedlich schnell weiter. Da sich verhältnismäßig zu den folgenden Stufen wenige Digimon auf dem Baby-Level befinden, gibt es für die jeweilige erste Form und darüber hinaus keine einheitliche Entwicklungsstruktur. So kann ein Punimon, das die früheste Form von Yamatos Gabumon bildet, einen anderen Entwicklungsverlauf nehmen, aber dieser Weg kann sich an einem oder mehreren Punkten wieder mit dem von Yamatos Partner kreuzen, sodass es sich zum Beispiel auf dem Champion-Level ebenfalls zu einem Garurumon entwickelt. Der Entwicklungsverlauf eines Digimons kann sich nach Wiedergeburten verändern, aber auch während des laufenden Zyklus durch starke Emotionen oder Fremdeinwirkung beeinflusst werden. Bei einer Entwicklung (jap. ; Shinka, dt. „Evolution“) erhöht sich für gewöhnlich die Angriffskraft eines Digimons sowie nimmt es stets eine neue Attacke an und legt seine bisherige ab. Dabei verändert sich auch sein Körper und gegebenenfalls die Gattung. Die ihn geschaffenen Daten des Digimons legen ihre feste Form ab und bilden sich zu einer neuen Gestalt. Dabei kann der Körper eines Digimons an Größe und Gewicht zu-, aber auch abnehmen. Es hält ein einmal erreichtes Level und entwickelt sich nicht zurück. Anders verhält es sich mit Digimon, die mit einem menschlichen Partner zusammenarbeiten: Diese sind mit ihrem Digivice, einer handflächengroßen Apparatur, in der Lage, eine Level-Erhöhung ihres Partner-Digimons innerhalb von Sekunden zu erwirken. Eine so herbeigeführte Entwicklung bedarf eines hohen Vertrauens in das Partner-Digimon und die eigene Charakterstärke sowie darf das Partner-Digimon in dieser Situation nicht direkt angegriffen werden. Die Entwicklung ist nicht von Dauer: Je nach aufgewandter Energie des Digimons fällt es bis auf das Rookie-Level zurück.ようこそ!「デジモンアドベンチャー:」特別編〜入門!キャラクター大公開〜/"Digimon Adventure:" Special Clip~ Character Introductions; youtube.com, Videodatei, Länge 6:15 Minuten, japanisch, vom 4. Juni 2020, abgerufen am 5. Juni 2020

Welten Neben der Welt der Menschen werden zwei weitere dargestellt: das „Netz“ (auch „Netzwerk“) und die „Digital World“ (dt. Digitale Welt). Zwischen den drei Welten herrscht im ersten Drittel der Handlung eine Asynchronität der Zeit. So vergehen für eine erlebte Minute in der Digital World nur einige Augenblicke in der Menschenwelt. Auch das Netz ist von diesem Phänomen betroffen, allerdings unterscheidet sich der Zeitfluss abhängig von der Nähe zu einer der anderen Welten. Das heißt, ein Körper, der sich nah am Netzausgang zur Menschenwelt befindet, erlebt nur einen geringfügigen Unterschied zur Menschenwelt, aber einen deutlich größeren zur Digital World. Die Kommunikation in dieser Asynchronität kann durch den Gebrauch von Digivices zueinander harmonisiert werden.

Das Netz, das auch das Internet beinhaltet, wurde durch die Menschen geschaffen und dient unter anderem als einer der Übergänge der Menschenwelt in die Digital World und umgekehrt. Es besteht ausschließlich aus Daten, die Formen angenommen haben. Dort können sich sowohl Menschen als auch Digimon physisch aufhalten. Im Netz ist es möglich, sich sowohl zu Fuß als auch über Ströme, und dadurch schneller, fortzubewegen. Elektronische Geräte, die sich im Netz befinden, können Informationen aus der Menschenwelt empfangen, jedoch keine dorthin senden. Aus dem Netz heraus können elektronische Geräte und Computersysteme in der Menschenwelt gesteuert und durch sie Befehle ausgeführt werden. Dabei sind spezielle Bereiche für jeweilige Netzstrukturen vorgesehen, die auch ausgemacht werden können.

Die Digital World ist die Heimat der Digimon. Sie wurde aus Daten geschaffen, ähnelt aber der Menschenwelt mehr als dem Netz. In ihr finden sich organische Materialien wie Wasser oder Obst, die auch von Menschen getrunken bzw. gegessen werden können. Die Digital World ist in mehrere Kontinente aufgeteilt; zum Beispiel Cloud, der in der Luft schwebt, und der Unendlichkeits-Kontinent. Es besteht ein Übergang in die beiden anderen Welten. In ihr ist es nur begrenzt möglich, elektronische Geräte zu nutzen. Vor dem Beginn der Handlung herrschte der antike Krieg zwischen dem Licht unter der Führung der Herrscher des Guten der Digital World – einer Vereinigung von Digimon auf dem Mega-Level – sowie der Finsternis (auch Dunkelheit), die das Dunkle Digimon befehligte. Dieser führte zu erheblichen Schäden in der Digital World. Seither besteht ein Status quo und die nun als neue Finsternis bekannte Strömung sammelt Kräfte für eine Übernahme der Digital World. Ihr Einfluss expandiert auch ins Netz und darüber hinaus in die Menschenwelt.

Parallel zur Digital World existiert zusätzlich eine Zwischenebene, die im Laufe der Handlung durch das Digimon Eyesmon geschaffen wird. Diese ist direkt mit der Digital World und der Menschenwelt verbunden. Darin baut Eyesmon aus den Daten, die es aus der Stadt Tokio gewinnt, jene originalgetreu nach, was durch die Übertragung aus der Menschenwelt zu massiven Störungen in der originalen Stadt und ihrer Umgebung führt. Die Daten in dieser Dimension können jederzeit nach Eyesmons Belieben verändert werden, womit es auch die Möglichkeit hat, die Stadt in Betrieb zu nehmen mit umherlaufenden Menschen sowie Bahn- und Luftverkehr.

Handlung Im August 2020 kommt es zu großflächigen Netzwerkstörungen in der japanischen Hauptstadt Tokio und ihrer Umgebung: Ampeln blinken exzessiv und unregelmäßig, Werbeanzeigen auf Bildschirmen sind gefüllt mit unleserlichen Texten. Auch weil die Ursachen unklar sind, wird in den Nachrichten schnell von Cyber-Terrorismus gesprochen.Anime / Digimon Adventure 2020; tvtropes.org, englisch, abgerufen am 12. März 2020

Einer der Hauptcharaktere, der Fünftklässler Taichi Yagami, bereitet sich auf ein kommendes Sommercamp vor, während seine Mutter und seine jüngere Schwester Hikari sich im Stadtbezirk Shibuya aufhalten. Mit dem dazugekommenen Koshiro Izumi erfährt er, dass seine Familie in Gefahr schwebt. So eilen beide nach Shibuya, um sie zu retten. Als Taichi einen Bahnsteig erreicht, findet er sich plötzlich allein im Netz wieder; mit einem handflächengroßen Gerät und einem Lebewesen vor ihm, das sich als sein Partner-Digimon Agumon herausstellt. Beide müssen sich schnell gegen zahlreiche feindliche Algomon wehren. Nach dem Sieg über ihre Gegner ist Taichis Familie außer Gefahr; er und sein Digimon treffen indes auf Yamato Ishida und seinen Partner Gabumon, mit denen sie gemeinsam die weiteren Störungen im Netz beseitigen wollen, für die die Algomon verantwortlich sind. Letztlich treffen sie auf ein sich stetig weiterentwickelndes Algomon, dem sie fast unterliegen, als Taichis und Yamatos Partner zu Omegamon fusionieren und es besiegen. Von Yamato und den Digimon getrennt, kehrt Taichi in seine Welt zurück und fährt einige Tage später mit Koshiro ins Ferienlager.