In Franquemont, einer ehemaligen Herrschaft bzw. Baronie, die sich rund um das heutige Dorf Goumois im Jura erstreckte, setzte die Münzprägung wohl im Jahre 1553 ein und dauerte aller Wahrscheinlichkeit lediglich bis in das Jahre 1555 oder 1556 an.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 155.
Münzherrschaft Baronie bzw. Freiherrschaft von Franquemont
Nicolas de Gilley, ehemaliger Botschafter des Kaisers Karl V., erwarb Franquemont im Jahre 1537 für 900 Goldgulden.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 134. Mit der darauffolgenden Verlautbarung des Kaisers im Jahre 1538, in welcher er Nicolas de Gilley zum Freiherr von Franquemont und des Heiligen Römischen Reiches erhob, verlieh Kaiser Karl V. ihm gleichzeitig das Recht, Münzen zu prägen.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 134. Zwar wollte dieser alsbald mit der Prägetätigkeit beginnen, da aus dieser Zeit aber keine Münzen bekannt sind, ist anzunehmen, dass die Münzproduktion tatsächlich erst 1553 einsetzte.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135. Während einer Zeitspanne von knapp drei Jahren wurden fünf Nominale ausgeprägt, die allesamt Beischläge zu Scheidemünzen verschiedener benachbarter Münzherren darstellten.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 155. Aufgrund des minderwertigen Gehalts der Münzen wurden dieselben immer wieder verrufen und deren Umtausch verboten.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135f.
Die Münzen zeigen unterschiedliche Bildnisse; wiederkehrende Motive stellen Nicolas de Gilley im Profil, einen Globus, der die Zugehörigkeit zum Heiligen Römischen Reich symbolisieren soll, und das Wappen der Gilleys, das eine ausgerissene Eiche zeigt, dar.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135–152.
Standorte der Münzstätte Münzstätte im Schloss Bis heute ist nicht bekannt, wo sich die Münzstätte der Freiherrschaft Franquemonts befand. Es liegt nahe, dass sie im Schloss Nicolas de Gilleys beheimatet gewesen sein könnte.Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135.
Personal der Münzstätten Es sind keine Münzmeister oder Stempelschneider der Freiherrschaft Franquemont namentlich überliefert.
Literatur Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 131–155. Claude Rebetez: Franquemont, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007617/2017-02-15/ (abgerufen am 19. November 2020).
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