mini|Luftbild des ehemaligen Gründungsortes Spittel, der seit 1903 zur Stadt Kamenz gehört. In der Mitte die katholische Kirche St. Maria Magdalena, rechts daneben das ehemalige Spital, von Mitte links bis nach rechts oben fließt die Schwarze Elster, welche die Grenze zwischen dem auch nach der Reformation katholisch gebliebenen Spittel und der vorwiegend evangelischen Stadt Kamenz bildete (siehe auch Bildnotizen). Die Liste umfasst Orte und Teile von Ortschaften, die im Besitz der Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern waren. Das Kloster wurde 1248 in der damals zu Böhmen gehörenden Oberlausitz gegründet. Im Gegensatz zu den Gemeinden der Umgebung blieben die meisten der Ortschaften auch nach der Reformation katholisch. Ab etwa 1560 waren die Orte einem Administrator des Bistums Meißen mit Sitz in Bautzen am Dom St. Petri unterstellt. Der erste Administrator der Ober- und Niederlausitz war Johann Leisentrit. Die Klosterorte kamen im Prager Frieden 1635 zusammen mit der Oberlausitz zum Kurfürstentum Sachsen. Durch einen gesonderten Anhang zum Prager Friedensschluss, dem Traditionsrezess, in dem 1636 die Übergabe der Ober- und Niederlausitz an Sachsen geregelt wurde, durften die verbliebenen geistlichen Stifte nicht säkularisiert werden und die zugehörigen Pfarreien konnten katholisch bleiben. Zwischen 1833 und 1872 erfolgte die Ablösung der Klosterdörfer und die Untertanen konnten sich freikaufen.Geschichte auf der Website abtei.marienstern.de (abgerufen am 7. April 2026)

Ab 1815 wurden durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses rund ein Siebentel der Orte preußisch und gehörten ab 1821 durch die päpstliche Bulle De salute animarum zum Erzbistum Breslau. Das Restgebiet des Bistums Meißen in der sächsischen Oberlausitz wurde häufig als Apostolische Präfektur (Ober-)Lausitz bezeichnet und ging in das 1921 wiedererrichtete Bistum mit Sitz in Bautzen über. Heute befinden sich alle Orte in den Landkreisen Bautzen und Görlitz des Bundeslandes Sachsen.

Ort Obersorbisch(in Klammern,wenn nichtim anerkanntenSiedlungsgebiet) Klosterbesitzab Jahr Gebiet/Bemerkung Karte Territoriumab 1815 Heutige Gemeinde(S – Stadt oder zurStadt gehörendeOrtschaft) Altbernsdorf a. d. Eigen – 1290 Eigen Sachsen Bernstadt a. d. Eigen (S) Alte Ziegelscheune Stara Cyhelnica 1718? Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Auschkowitz (Wučkecy) 1365; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Burkau Berge Zahor 1486 Sachsen Großpostwitz Bernbruch (Bambruch) 1248?; teilweiseim Klosterbesitz Sachsen Kamenz (S) Bernstadt a. d. Eigen – 1284/1285 Eigen Sachsen Bernstadt a. d. Eigen (S) Berzdorf a. d. Eigen – 1280/1317 Eigen; 1285komplettim Klosterbesitz Sachsen – (devastiert) Burkau (Porchow) 1264?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Burkau Cannewitz Kanecy 1600? Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Caseritz Kozarcy 1600? Horjany Sachsen Crostwitz Crostwitz Chrósćicy 1264/1290 Horjany Sachsen Crostwitz Cunnewitz Konjecy 1264/1290 Delany; 1290komplettim Klosterbesitz Sachsen Ralbitz-Rosenthal Demitz (Zemicy) 1413 Sachsen Demitz-Thumitz Dittersbach a. d. Eigen – 1261 Eigen; 1285komplettim Klosterbesitz Sachsen Bernstadt a. d. Eigen (S) Dörgenhausen Němcy 1248/1290 Delany Preußen Hoyerswerda (S) Dubring Dubrjenk 1308? Delany Preußen Wittichenau (S) Dürrwicknitz Wěteńca 1600? Horjany Sachsen Nebelschütz Eiserode (Njeznarowy) 1354 Exklave zwischenEigen undBautzner Land Sachsen Löbau (S) Glaubnitz Hłupońca 1374?; größtenteilsim Klosterbesitz Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Hausdorf (Wukecy) 1248? Sachsen Kamenz (S) Höflein Wudwor 1301; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Räckelwitz Hoske Hózk 1374? Delany Preußen Wittichenau (S) Jauer Jawora 1304 Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Jesau Jěžow 1248 Sachsen Kamenz (S) Jiedlitz (Jědlica) 1264?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Burkau Kaschwitz Kašecy 1374? Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Keula Kulowc 1286 Delany Preußen Wittichenau (S) Kiesdorf a. d. Eigen – 1285 Eigen Sachsen Schönau-Berzdorf a. d. Eigen Kriepitz Krěpjecy 1661 Horjany Sachsen Elstra (S) Kotten Koćina 1264/1290 Delany Preußen Wittichenau (S) Kuckau Kukow 1264 Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Kunnersdorf a. d. Eigen – 1312/1317 Eigen Sachsen Bernstadt a. d. Eigen (S) Laske Łazk 1616 Delany Sachsen Ralbitz-Rosenthal Leutwitz Lutyjecy 1292 Horjany Sachsen Göda Liebon Liboń 1332? Horjany Sachsen Göda Marienstern Marijina Hwězda 1264 Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Naußlitz Nowoslicy 1264? Delany Sachsen Ralbitz-Rosenthal Nebelschütz Njebjelčicy 1304? Horjany Sachsen Nebelschütz Neudorf Klösterlich Nowa Wjes 1264 Delany Preußen Wittichenau (S) Neundorf a. d. Eigen – 1407 Eigen Sachsen Herrnhut (S) Neu-Schmerlitz Bušenka ? Delany Sachsen Ralbitz-Rosenthal Niesendorf Niža Wjes 1600? Sachsen Königswartha Ostro Wotrow 1264?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Panschwitz Pančicy 1248? Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Prischwitz Prěčecy 1292 Horjany Sachsen Göda Ralbitz Ralbicy 1264/1290 Delany; 1290komplettim Klosterbesitz Sachsen Ralbitz-Rosenthal Rosenthal Róžant 1600? Delany Sachsen Ralbitz-Rosenthal Saalau Salow 1264/1290 Delany Preußen Wittichenau (S) Säuritz Žuricy 1357?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Schiedel (Křidoł) 1248? Sachsen Kamenz (S) Schmeckwitz Smječkecy 1500?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Räckelwitz Schönau Šunow 1837 Delany Sachsen Ralbitz-Rosenthal Schönau a. d. Eigen – 1264/1265 Eigen Sachsen Schönau-Berzdorf a. d. Eigen Schönbach – 1600? Sachsen Kamenz (S) Schweinerden Swinjarnja 1290 Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Sollschwitz (Zolsdorf) Sulšecy 1264/1290 Delany Preußen Wittichenau (S) Sommerluga Łuh 1500? Horjany Sachsen Räckelwitz Spittel Špitl 1248 Sachsen Kamenz (S) Spittwitz Spytecy 1292?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Göda Tschaschwitz Časecy 1264/1290 Horjany Sachsen Panschwitz-Kuckau Weißnaußlitz Běłe Noslicy 1317 Einkünfte Sachsen Doberschau-Gaußig Wendischbaselitz Serbske Pazlicy 1375?; teilweiseim Klosterbesitz Horjany Sachsen Nebelschütz Wetro Wětrow 1374? Sachsen Puschwitz Wiesa Brěznja 1248; teilweiseim Klosterbesitz Sachsen Kamenz (S) Wittichenau Kulow 1264 Delany Preußen Wittichenau (S) Zschornau (Čornow) 1248?; teilweiseim Klosterbesitz Sachsen Kamenz (S)

Literatur Hugo von Bose: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Adler und Dietze, Dresden 1847. S. 438–440. PDF Karlheinz Blaschke und Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009. ISBN 978-3-937386-14-0 St. Marienstern: Mariä Himmelfahrt, St. Johannes der Täufer, Ursula und ihre Gefährtinnen, Zisterzienserinnen (OCist). In: Enno Bünz, Dirk Martin Mütze, Christian Schuffels, Alexander Sembdner, Sabine Zinsmeyer (Hrsg.): Sächsisches Klosterbuch: Die mittelalterlichen Klöster, Stifte und Kommenden im Gebiet des Freistaates Sachsen. Universitätsverlag, Leipzig 2025. ISBN 978-3-86583-816-2. Teilband 2, S. 809–868

Einzelnachweise

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