350px|Bing Crosby sings to Allied troops at the opening of the London stage door canteen in Piccadilly, London, England; 31. August 1944 Während Joseph Goebbels den „Totalen Kriegseinsatz der Kulturschaffenden“ verfügt, wird die Unterhaltungsindustrie bei den Alliierten zunehmend in den Dienst der Truppenbetreuung gestellt. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1944. links|mini|Cootie Williams & Orchestra – ’Round Midnight (1944) links|mini|Andrews Sisters – Rum and Coca-Cola (1944) mini|Von guten Mächten treu und still umgeben, Autograph Dietrich Bonhoeffers
Ereignisse Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg 20. Februar: das Gewandhaus (Leipzig) wird bei einem Luftangriff auf Leipzig schwer beschädigt. 24. August: Joseph Goebbels verfügt den „Totalen Kriegseinsatz der Kulturschaffenden“. Das hat mit Inkrafttreten der Verfügung am 1. September die Schließung fast aller deutschen und österreichischen Theater und Kulturbetriebe zur Folge. Künstler, die nicht auf der sogenannten Gottbegnadeten-Liste stehen, werden auch zu sogenannten „kriegswichtigen Tätigkeiten“ herangezogen. Nicht betroffen sind z. B. das Wiener Konzerthaus, die Berliner Philharmoniker und die Wiener Philharmoniker. Das Kabarett Simpl in Wien profitiert von seinem Luftschutzkeller und darf den Betrieb aufrechterhalten. Dezember: Der evangelische Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer verfasst in der Gestapo-Haft sein geistliches Gedicht Von guten Mächten treu und still umgeben. Es ist sein letzter erhaltener theologischer Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945.
Jazz 18. Januar: im Metropolitan Opera House (New York City) findet zum ersten Mal ein Jazzkonzert statt. Louis Armstrong, Benny Goodman, Lionel Hampton, Artie Shaw, Roy Eldridge und Jack Teagarden treten auf; das Konzert wird aufgezeichnet und erscheint auf Schallplatte.Esquire-Metropolitan Opera House Jam Session 1944, Label 'Amiga Jazz' 22. August: Das Cootie-Williams-Orchester nimmt das von dem Jazz-Musiker Thelonious Monk geschriebene Stück ’Round Midnight mit dem Monk-Schützling Bud Powell am Klavier erstmals auf. 15. September: Charlie Parker nimmt mit dem Tiny Grimes Quintette die Nummern Tiny’s Tempo und Red Cross auf; sie zählen zu den frühesten Aufnahmen des Bebop. 4. Oktober: Billie Holiday nimmt den Song Lover Man auf.
Uraufführungen mini|hochkant|Leonard Bernstein 1944 18. April: Am Ballet Theatre im Metropolitan Opera House in New York wird das Ballett Fancy Free von Jerome Robbins (Choreografie und Libretto) nach der Musik von Leonard Bernstein uraufgeführt. 2. Juli: Die Uraufführung der Komischen Oper Die Hochzeit des Jobs von Joseph Haas erfolgt an der Staatsoper in Dresden. Das Libretto schrieb Ludwig Strecker der Jüngere unter dem Pseudonym Ludwig Andersen. Es basiert auf der von Carl Arnold Kortum verfassten Jobsiade. 24. September: Die Uraufführung der Dachau-Messe von Pater Gregor Schwake findet im „Pfarrerblock“ des KZ Dachau statt. 1. Dezember: Das Konzert für Orchester von Béla Bartók wird durch das Boston Symphony Orchestra in der Symphony Hall Boston unter Sergei Alexandrowitsch Kussewizki uraufgeführt. 28. Dezember: On the Town, das erste Musical von Leonard Bernstein, wird am Adelphi Theatre in New York City uraufgeführt. Das Buch und die Liedtexte stammen von Betty Comden und Adolph Green. Als Grundlage dient das im selben Jahr uraufgeführte Ballett Fancy Free von Jerome Robbins. Regie führt George Abbott.
Hitparaden 29. Januar: Duke Ellington kommt mit Do Nothin’ Till You Hear from Me auf #1 der Harlem Hit Parade. 15. April: Nat King Cole kommt mit Straighten Up and Fly Right in die Harlem Hit Parade, einer seiner ersten großen Hits. 27. Mai: Bing Crosby kommt mit I’ll Be Seeing You in die Popcharts und macht den Song von 1938 zu einem Nummer-eins-Hit in den USA.
Musikcharts Vereinigte Staaten Die längsten Nummer-eins-Singles
Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. Bing Crosby with John Scott Trotter & His Orchestra & The Williams Brothers – Swinging on a Star (9 Wochen) Jimmy Dorsey & His Orchestra with Bob Eberly & Kitty Kallen – Bésame mucho (7 Wochen) Glen Gray & Casa Loma Orchestra with Eugenie Baird – My Heart Tells Me (Should I Believe My Heart); Bing Crosby with John Scott Trotter & His Orchestra – I Love You; The Mills Brothers – You Always Hurt the One You Love (jeweils 5 Wochen)
Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres
Charts in weiteren Ländern
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen Baby, It’s Cold Outside Frank Loesser Frank Loesser Frank Loesser, Lynn Garland 1944 Pop, Weihnachtslied Groovin’ High Dizzy Gillespie Dizzy Gillespie Dizzy Gillespie Musicraft 1944 Jazz, Bebop Jazzstandard I’ll Walk Alone Sammy Cahn Jule Styne Dinah Shore RCA Victor 11. April 1944 Filmmusik, Slow-Foxtrott 1945 oscarnominiert in der Kategorie „Bester Song“ Sentimental Journey Bud Green Les Brown, Ben Homer Les Brown Orchestra feat. Doris Day Columbia 20. November 1944 Big Band, Pop Jazzstandard
Musikpreisverleihungen Oscarverleihung Beste Filmmusik (Drama/Komödie): Alfred Newman – Das Lied von Bernadette (The Song of Bernadette) Beste Filmmusik (Musikfilm): Ray Heindorf – This Is the Army Bester Filmsong: You’ll Never Know aus Hello, Frisco, Hello – Mack Gordon, Harry Warren Beste Tonmischung: Stephen Dunn – Dies ist mein Land (This Land Is Mine)
Pulitzerpreis Pulitzerpreis/Musik: Howard Hanson, Symphony No. 4, op. 34
Instrumentalmusik Charlotte Sohy: Quatre pièces romantiques, op. 30 (1944)
Geboren Januar 2. Januar: Péter Eötvös, ungarischer Komponist und Dirigent († 2024) 5. Januar: Jo Ann Kelly, britische Blues-Sängerin und Gitarristin († 1990) 6. Januar: Bonnie Franklin, US-amerikanische Schauspielerin und Musicaldarstellerin († 2013) 6. Januar: Alan Stivell, bretonischer Musiker und Sänger 7. Januar: Mike McGear, britischer Musiker, jüngerer Bruder von Paul McCartney mini|hochkant=0.6|Jimmy Page; * 9. Januar 9. Januar: Jimmy Page, britischer Musiker, Gitarrist 10. Januar: Frank Sinatra junior, US-amerikanischer Pianist, Schauspieler, Sänger und Entertainer († 2016) 13. Januar: Joan Ramon Bonet i Verdaguer, spanisch-mallorquinischer Fotograf und Singer-Songwriter 14. Januar: John Rea, kanadischer Komponist 14. Januar: Mario Saladino, argentinischer Tangosänger 14. Januar: Paul Sinegal, US-amerikanischer Blues- und Zydecomusiker († 2019) 15. Januar: Günter Hässy, deutscher Musiker, Dirigent, Komponist und Musikpädagoge († 2007) 15. Januar: Olga Szwajgier, polnische Sängerin, Komponistin und Musikpädagogin 16. Januar: Thomas Fritsch, deutscher Film- und Fernsehschauspieler, Synchronsprecher und Schlagersänger († 2021) 16. Januar: Dieter Moebius, deutsch-schweizerischer Musiker († 2015) 16. Januar: Jim Stafford, US-amerikanischer Country- und Popsänger mini|hochkant=0.6|Françoise Hardy; * 17. Januar 17. Januar: Françoise Hardy, französische Schlagersängerin, Texterin, Komponistin und Filmschauspielerin († 2024) 17. Januar: Beatriz Lockhart, uruguayische Komponistin († 2015) 18. Januar: Gunnar Kvaran, isländischer Cellist und Kammermusiker 19. Januar: Shelley Fabares, US-amerikanische Sängerin († 2026) 19. Januar: Laurie London, britischer Sänger 19. Januar: Pehr Henrik Nordgren, finnischer Komponist († 2008) 21. Januar: Neely Bruce, US-amerikanischer Komponist, Dirigent, Pianist und Musikwissenschaftler 21. Januar: Uto Ughi, italienischer Violinist 24. Januar: Bob Degen, US-amerikanischer Jazz-Pianist 24. Januar: Klaus Nomi, deutscher Countertenor († 1983) 24. Januar: Giselher Schubert, deutscher Musikwissenschaftler 25. Januar: Alfred Gulden, deutscher Schriftsteller, Lieder- und Filmemacher 27. Januar: Kevin Coyne, britischer Rockmusiker, Maler und Autor († 2004) mini|hochkant=0.6|Nick Mason; * 27. Januar 27. Januar: Nicholas Berkeley Mason, britischer Musiker und Musikproduzent 27. Januar: Hartmut Schaefer, deutscher Musikwissenschaftler und Musikbibliothekar mini|hochkant=0.6|Achim Reichel; * 28. Januar 28. Januar: Achim Reichel, deutscher Musiker, Komponist und Produzent 28. Januar: Moody Scott, US-amerikanischer Rhythm-&-Blues- und Soul-Sänger († 2004) 28. Januar: John Tavener, britischer Komponist († 2013) 29. Januar: Birgitta Trommler, deutsche Tänzerin und Choreografin († 2026) 30. Januar: Daisy Door, deutsche Schlagersängerin 31. Januar: Charlie Musselwhite, US-amerikanischer Bluesmusiker
Februar 1. Februar: Ari Brown, US-amerikanischer Jazzsaxophonist 2. Februar: Andrew Davis, britischer Dirigent († 2024) 2. Februar: Folkmar Hein, deutscher Tonmeister, Studioleiter, Festivalkurator und Musikmäzen 2. Februar: María Iris Radrigán, chilenische Pianistin und Musikpädagogin 2. Februar: Hubert Reitterer, österreichischer Musikhistoriker, Altphilologe und Lexikograf 3. Februar: Trisha Noble, australische Sängerin und Schauspielerin († 2021) 4. Februar: Barbara Hoene, deutsche Opernsängerin (Sopran) († 2025) 5. Februar: Piero Focaccia, italienischer Sänger 5. Februar: Al Kooper, US-amerikanischer Rockmusiker, Gitarrist, Keyboarder, Sänger, Songschreiber und Produzent 10. Februar: Peter Allen, australischer Komponist und Entertainer († 1992) 10. Februar: Rufus Reid, US-amerikanischer Jazzbassist 10. Februar: Eugen Römer, deutscher Komponist und Produzent († 2021) 11. Februar: Martin Drew, britischer Jazzschlagzeuger und Bandleader († 2010) 13. Februar: Yoram Paporisz, deutsch-israelischer Komponist († 1992) 15. Februar: José Luis Larzabal, argentinischer Komponist und Dirigent 16. Februar: Sigiswald Kuijken, belgischer Geiger, Gambenspieler und Dirigent 17. Februar: Karl Jenkins, walisischer Keyboarder, Oboist, Saxophonist und Komponist 19. Februar: Carey Harrison, britischer Romanautor, Dramatiker, Drehbuch- und Hörspielautor, Librettist, Übersetzer und Hochschullehrer († 2025) 23. Februar: George French, US-amerikanischer R&B- und Jazzmusiker († 2024) 23. Februar: Florian Fricke, deutscher Elektronikmusik-Pionier († 2001) mini|hochkant=0.6|Johnny Winter; * 23. Februar 23. Februar: Johnny Winter, US-amerikanischer Bluesmusiker († 2014) 24. Februar: Nicky Hopkins, britischer Rockmusiker, Pianist († 1994) 26. Februar: Maria Creuza, brasilianische Sängerin 28. Februar: Loek Dikker, niederländischer Filmmusikkomponist und Jazzmusiker 28. Februar: Jean Gabilou, französisch-polynesischer Schlagersänger 29. Februar: Bernd Witthüser, deutscher Folkmusiker († 2017)
März mini|hochkant=0.6|Roger Daltrey; * 1. März 1. März: Roger Daltrey, britischer Musiker 1. März: Hanuš Domanský, slowakischer Komponist († 2021) 2. März: Leif Segerstam, finnischer Komponist und Dirigent († 2024) 3. März: Eva Astor, österreichische Schauspielerin, Schlagersängerin und Astrologin († 2020) 3. März: Héctor Bingert, uruguayischer Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Saxophon, Flöte, Komposition) 3. März: Odessa Cleveland, US-amerikanische Schauspielerin, Musicaldarstellerin und Schriftstellerin 3. März: Lee Holdridge, US-amerikanischer Komponist 3. März: Rita Hovink, niederländische Jazz-, Chanson- und Schlagersängerin († 1979) 4. März: Ulrich Roski, deutscher Liedermacher († 2003) 5. März: Harald Zuschrader, österreichischer Komponist und Musiker 6. März: Mickey Jupp, britischer Musiker mini|hochkant=0.6|Kiri Te Kanawa; * 6. März 6. März: Kiri Te Kanawa, neuseeländische Opernsängerin (Sopran) 6. März: Mary Wilson, US-amerikanische Soul-Sängerin († 2021) 7. März: Townes Van Zandt, US-amerikanischer Songwriter († 1997) mini|hochkant=0.6|Pepe Romero; * 8. März 8. März: Pepe Romero, spanischer Gitarrist 9. März: Wolfgang Fassler, österreichischer Opernsänger († 1997) 10. März: David Friedman, US-amerikanischer Jazzmusiker 10. März: Martin Mann, deutscher Schlagersänger