mini|hochkant=1.4|7-Tages-Inzidenz: Bestätigte Neufälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Bezirken am 26. Oktober 2020 (Beispiel)Stand: siehe Bild mini|Corona-Ampel: Gefahrenbewertung durch die Corona-Kommission Stand: siehe Bild

Die COVID-19-Pandemie in Österreich war ein Teilgeschehen der COVID-19-Pandemie, die Ende 2019 in der chinesischen Metropole Wuhan ihren Ursprung hatte.

Am 25. Februar 2020 wurden die ersten Virusinfektionen in Österreich registriert: bei zwei 24-jährigen in Innsbruck lebenden Italienern. Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Epidemie zur Pandemie. Ab dem 16. März 2020 wurde ein bundesweiter Lockdown verfügt, der ab Ostern wieder schrittweise gelockert und am 1. Mai 2020 gänzlich aufgehoben wurde.

Von November 2020 bis Jänner 2021 gab es eine zweite COVID-Welle, ebenfalls vom Wildtyp des SARS-CoV-2-Virus verursacht. Zu ihrer Bekämpfung galten ab dem 14. September 2020 österreichweit eine Maskenpflicht in fast allen öffentlich zugänglichen Innenräumen und ab 21. September Beschränkungen bei Events und im Gastro-Bereich, die später zu einem „Lockdown light“ verschärft wurden. Von 17. November bis 6. Dezember 2020 gab es einen zweiten Lockdown mit einer Ausgangssperre und dem weitgehenden Verbot von Veranstaltungen und Gastronomie, dem freiwillige Massentests für die gesamte Bevölkerung und vom 26. Dezember 2020 bis zum 7. Februar 2021 ein dritter Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen folgten. Anfang 2021 begann eine Impfkampagne gegen COVID.

Im März und April 2021 stiegen die Fallzahlen wieder. Dazu trug auch bei, dass eine ansteckendere Mutation Alpha den Wildtyp verdrängte.Sehenden Auges in die Corona-Misere: Das Protokoll des Scheiterns. In: derStandard.at, 20. November 2021. Ab Sommer verdrängte die noch ansteckendere Delta-Variante die Alpha-Variante. Mitte Oktober gab es täglich etwa 2000 Neuinfektionen; fünf Wochen später waren es über 15.000 täglich (siehe Bestätigte Fälle österreichweit).

Mitte November 2021 kündigte die Regierung eine Impfpflicht gegen COVID ab dem 1. Februar 2022 an. Vom 22. November bis 11. Dezember 2021 galt ein allgemeiner Lockdown (siehe unten). Am 12. Dezember 2021 wurde der Lockdown für Geimpfte und Genesene wieder aufgehoben, jener für Ungeimpfte endete erst am 31. Jänner 2022. Am 5. Februar 2022 trat die Impfpflicht gegen COVID-19 in Kraft. Strafen von bis zu 3.600 € waren ab dem 16. März 2022 möglich, wenn die Impfung nicht wahrgenommen wurde. Am 9. März 2022 wurde der Vollzug der Impfpflicht bis zum 31. Mai 2022 ausgesetzt.Nur SPÖ dagegen: Hauptausschuss stimmte für Aussetzung der Impfpflicht (oe24.at, 11. März 2022) Am 25. Mai wurde die Nichtanwendung bis Ende August verlängert (), schließlich wurden Gesetz und Verordnungen zur Impfpflicht mit Wirkung vom 29. Juli 2022 zur Gänze wieder aufgehoben ().

Die Website des Gesundheitsministeriums informiert über die Krankheit und die Pandemie. Eine Zusammenstellung beim ORF zeigt Verläufe der Fallzahlen nach Bundesländern. Kartendarstellungen (bezogen auf die Bevölkerungsverteilung Österreichs) findet man im Virusatlas des Instituts für Geographie der Universität Wien.

Chronologie mini|Der Neuinfektionsverlauf der ersten vier Coronawellen in Österreich und zugehörige Todeszahlen, die während der jeweiligen Welle mit Corona gestorben sind

Jänner 2020 Vom 24. bis zum 26. Jänner verweilte eine Person aus Deutschland im Kühtai, die sich am 20. Jänner bei München infiziert hatte.Kreidl, P., Schmid, D., Maritschnik, S. et al.: Emergence of coronavirus disease 2019 (COVID-19) in Austria. In: Wien Klin Wochenschr 132, 2020, S. 645–652, .

Februar 2020 Am 25. Februar wurden erstmals zwei Krankheitsfälle gemeldet: ein Ehepaar (beide 24-jährig und aus der Lombardei stammend). Die Frau arbeitete in einem Hotel in Innsbruck. Die beiden waren wenige Tage zuvor in Bergamo gewesen, das bald als COVID-Hotspot bekannt wurde. Das Hotel wurde gesperrt, alle Kontaktpersonen wurden getestet. Am 5. März wurden beide als von der Infektion geheilt aus dem Spital entlassen.

Zwei Tage später gab der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bekannt, dass ein 72-Jähriger positiv auf das Coronavirus getestet wurde. (er war zu diesem Zeitpunkt bereits seit zehn Tagen in stationärer Behandlung in der Rudolfstiftung in Wien) Dies führte zur Schließung von drei Stationen in diesem Spital und zu Unmut des Personals, das sich gefährdet und nicht unterstützt sah. Weiters gab Hacker bekannt, dass sich ein Paar aus Wien infiziert hatte. Am 28. Februar wurde bekannt, dass auch ihr Sohn positiv getestet worden war.

Das Gesundheitsministerium brachte im Februar bundeseinheitliche Richtlinien heraus, denen zufolge Betroffene im Verdachtsfall nicht den Arzt aufsuchen, sondern die Gesundheitsnummer 1450 anrufen sollten, um andere Personen nicht anzustecken. Die Mitarbeiter der Hotline, die ein Jahr zuvor eingerichtet worden war, veranlassten die weiteren Schritte, beispielsweise Hausbesuch und Testung.

Bei Bestätigung eines Verdachts wurde in der Regel eine Heimquarantäne angeordnet und versucht, allfällige Kontaktpersonen zu suchen, um gegebenenfalls auch über sie Heimquarantäne zu verhängen und sie beim Vorliegen von Symptomen einem Test zu unterziehen. Bis dahin wurden nur Personen mit schwererem Krankheitsverlauf in Krankenhäuser aufgenommen, da die Krankheit bei den meisten Betroffenen mild verlief und somit keine stationäre Behandlung erforderlich war. Aus der Heimquarantäne wurden die betroffenen Personen erst entlassen, wenn sie augenscheinlich gesund waren und bei zwei Tests im Abstand von 24 Stunden kein Virus mehr nachgewiesen werden konnte.

März 2020 Im März 2020 trugen Ereignisse im Ferienort Ischgl (Tirol) entscheidend zur europaweiten Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 bei; bereits am 5. März klassifizierten isländische Behörden den Ort als Risikogebiet. Ende März begann bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Ermittlungsverfahren, um den Verdacht der „Gefährdung durch ansteckende Krankheiten“ zu prüfen. Im Mai kam ein Team des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel unter Leitung von Gabriel Felbermayr in seiner am 24. Mai veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis: Statistisch könne man auf die Entfernung zu Ischgl zurückführen, dass 48 Prozent der Infektionsfälle in Deutschland von dem österreichischen Skiort ausgegangen seien. Laut einer Spiegel-Recherche waren mehr als 11.000 Infektionen weltweit auf Ischgl zurückzuführen.

Bis 1. März erfolgten 1.826 Testungen, darunter waren zehn von der WHO bestätigte Infektionsfälle.

Am 2. März wurde von der Stadt Wien im ehemaligen Geriatriezentrum „Am Wienerwald“ vorsorglich ein Betreuungszentrum für allfällig erkrankte Touristen eröffnet.

Am 6. März befanden sich bereits etwa 400 Personen in Heimquarantäne.

Am 11. März 2020 erklärte die WHO den COVID-19-Ausbruch zur Pandemie.

Am 12. März wurde in Wien der erste Todesfall bestätigt. Ein 69-jähriger Mann verstarb im Krankenhaus, nachdem er aus Italien zurückgekehrt war.

10. März 2020: Inkrafttreten der Beschränkungen des Reiseverkehrs Mit Wirksamkeit ab 10. März wurde Passagierflugzeugen, die aus Norditalien, Südkorea oder dem Iran kamen, vorerst bis zum 24. März die Landung in Österreich verboten.Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz über das Landeverbot für Luftfahrzeuge aus SARS-CoV-2 Risikogebieten (). Ab 11. März wurde von neu einreisenden Personen, die aus Risikogebieten außerhalb der EU wie Südkorea, Teilen Chinas oder dem Iran kamen, bei der Einreise ein ärztliches Attest verlangt, das bestätigen sollte, dass sie nicht mit dem Virus infiziert waren.Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz über Maßnahmen bei der Einreise aus SARS-CoV-2 Risikogebieten (). Außerdem wurden an Grenzübergängen zu Italien punktuelle Gesundheitschecks eingeführt.Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend medizinische Überprüfungen bei der Einreise im Zusammenhang mit dem „2019 neuartigen Coronavirus“ (). Die Pflicht, bei der Einreise ein ärztliches Attest vorzulegen, wurde ab dem 11. März auf Reisende aus Italien ausgeweitet.Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz über Maßnahmen bei der Einreise aus Italien (). Von dieser Maßnahme waren Durchreisende ausgenommen, deren Durchreise ohne Zwischenstopp in Österreich sichergestellt war. Österreichische Staatsbürger sowie Menschen, deren gewöhnlicher Aufenthaltsort in Österreich war, waren ebenfalls ausgenommen, sofern sie sich bis zum Vorliegen eines negativen Laborbefunds in 14-tägige Heimquarantäne begaben.

Zur Unterstützung der Polizei und der Gesundheitsbehörden an den Grenzübergängen wurden auch Soldaten des Bundesheers, in Niederösterreich auch Bedienstete des Straßendienstes und in Vorarlberg auch die Feuerwehren eingesetzt.

10. März 2020: Absage von Veranstaltungen und Räumliche Distanzierung der Menschen In der Pressekonferenz vom 10. März wurde bekannt gegeben, dass Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab 100 Personen, solche im Freien ab 500 Personen vorübergehend verboten werden. Dies sollte beispielsweise auch Kinos oder Theater betreffen.

Die ursprünglich für den 15. März vorgesehenen Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Vorarlberg 2020 sowie die für den 22. März vorgesehenen Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 wurden verschoben.

Die Regierung bat die Bevölkerung zusätzlich, das soziale Leben für einige Wochen zu reduzieren, um die Ansteckungsgefahr für ältere Menschen zu verringern.

Der öffentliche Personenverkehr wurde nicht eingestellt, um die Anreise zum Arbeitsplatz weiterhin zu ermöglichen.

11. März 2020: Bekanntgabe der Schul- und Universitätsschließungen Einen Tag nach der Verkündung der Beschränkungen bei Veranstaltungen wurde am 11. März 2020 in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass ab 16. März die Präsenzlehre an allen österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen abgesagt und möglichst durch distance learning ersetzt werden sollte. Tatsächlich zogen die Hochschulen diese Maßnahmen um einige Tage vor, teilweise bereits auf den 12. März.

In der Pressekonferenz vom 11. März wurde außerdem bekannt gegeben, dass auch die Schulen geschlossen werden. Die Oberstufenklassen (ab der 9. Schulstufe) sollten ab 16. März und ab 18. März auch die übrigen Schulen (Volksschulen, Neue Mittelschulen und AHS-Unterstufe) geschlossen werden. Für die Schüler wurde eine gruppenweise Betreuung an den Schulen und Kindergärten angeboten. In den Volksschulen, Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen endete der Unterricht an den Schulen mit 18. März, jedoch gab es in den Schulen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, deren Eltern außer Haus arbeiten mussten. Die daheimgebliebenen Kinder bekamen ihre Aufgaben von den Lehrkräften per E-Mail oder über eine Lernplattform. Auch für Kindergartenkinder, deren Eltern in ihrem Beruf unabkömmlich waren, standen die Kindergärten offen. Die Maßnahmen waren zunächst bis Ostern beschränkt.

12. März 2020: Beendigung der Skisaison in manchen Bundesländern Am 12. März teilten die Behörden der drei Bundesländer Salzburg, Vorarlberg und Tirol mit, die Skisaison 2020 vorzeitig zu beenden. Alle Skigebiete wurden mit Wirkung vom Montag, dem 16. März, geschlossen. Ab dem 14. März war bereits das Skigebiet Ischgl geschlossen.

13. März 2020: Ankündigung von Einschränkungen für Geschäfte und Restaurants mini|Am 13. März 2020 kam es zu Hamsterkäufen in Wiener Supermärkten. Neben Toilettenpapier, Reis und Nudeln waren auch rasch einige Fleischregale leer.

Am 13. März wurde das Bundesland Tirol vom deutschen Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft.