mini|hochkant|Fritz Neumann-Hegenberg (undatiert) mini|hochkant|Grabmal Neumann-Hegenberg in Görlitz Fritz Neumann-Hegenberg (* 14. Februar 1884 in Strehlen, Provinz Schlesien; † 1. August 1924 in Görlitz) war ein Wegbereiter der expressionistischen Malerei in Görlitz.Goerlitzer Anzeiger Unerhört! Expressionismus im Kulturhistorischen Museum Görlitz, abgerufen am 21. Dezember 2023 Er schuf eine Vielzahl von Gemälden, Zeichnungen und Pastellen.
Leben und Wirken Neumann-Hegenberg war der Sohn eines Postsekretärs. Die Familie zog 1888 nach Groß Wartenberg, wo er durch seinen Großvater mütterlicherseits, einem Lehrer, stark geprägt wurde. 1894 folgte der Umzug nach Breslau. Neumann-Hegenberg besuchte hier das Gymnasium, schloss dieses krankheitsbedingt aber nicht ab. Er absolvierte anschließend die Kunst- und Gewerbeschule Breslau und war dann als freier Künstler in Breslau tätig. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Italien 1908 und eine Fortsetzung der Studien ab 1909 an der Kunstschule Weimar. 1910 verbrachte der Künstler erneut Zeit in Italien, bevor er in Berlin weiterstudierte. 1912/13 war er Zeichenlehrer an der Kunstgewerbeschule Stettin, ab 1914 war er an der Gewerbeschule in Görlitz tätig. 1919 fand seine erste Ausstellung statt.Carl Hüttebräucker: Fritz Neumann-Hegenberg, ein Lausitzer Künstler. In: Unsere Lausitzt. Nr. 1, 1926, S. 78f, Digitalisat.
Hegenberg beschäftigte sich nebenher mit Mystik und Theosophie sowie expressionistischer Malerei. In den 1920er Jahren prägte er das Görlitzer Kunstleben durch Ausstellungen und Vorträge. Durch Jakob Böhmes Gedanken stark beeinflusst, wurde er Gründungsmitglied des Jakob-Böhme-Bundes. Dieser Bund existierte als Sondergruppe im Kunstverein Lausitz von 1920 bis 1924.
1937 wurde im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ aus den Städtischen Kunstsammlungen Görlitz sein Tafelbild Kreuzigung beschlagnahmt und vernichtet.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion "Entartete Kunst", Forschungsstelle "Entartete Kunst", FU Berlin
Neumann-Hegenberg war seit 1917 mit der Konzertsängerin Hildegard Freiin von Lyncker (1885–1975)über ihren Vater Oberstlt. Albrecht bzw. Albert eine Enkeltochter des Generals Lothar von Lyncker verheiratet, mit der er in der Prager Straße 75 b wohnte.Adressbuch 1923
Nach einer dritten Italienreise 1924 starb der Künstler an Tuberkulose. Sein Grabmal aus Rochlitzer Porphyrtuff, gefertigt von Paul Polte, befindet sich auf dem städtischen Friedhof in Görlitz. Es stellt eine expressionistisch stilisierte Blüte dar und trägt die Inschrift: „Ich sage, weil der Tod allein mich machet frei, dass er das beste Ding von allen Dingen sei.“ (Zitat von Angelus Silesius)
Das Kulturhistorische Museum Görlitz besitzt heute einige seiner Gemälde und stellt diese im Kaisertrutz aus. 2021 wurde in der Fernsehsendung Bares für Rares der Verbleib einer Vielzahl seiner Bilder bekannt.
Weblinks
Fritz Neumann-Hegenberg – Der Maler des Unsichtbaren, SZ-Artikel vom 31. Januar 2014 (Paywall) Zum 125. Geburtstag von Fritz Neumann-Hegenberg, Artikel im Görlitzer Anzeiger von 2009
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler des Expressionismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1924 Kategorie:Mann