Sondheim vor der Rhön (amtlich: Sondheim v.d.Rhön) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim vor der Rhön.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön ca. zehn Kilometer von Mellrichstadt.
Gemeindegliederung Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Sondheim v.d.Rhön (Pfarrdorf) Stetten (Pfarrdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Sondheim v.d.Rhön und Stetten. Die Gemarkung Sondheim v.d.Rhön hat eine Fläche von 11,935 km². Sie ist in 1638 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7286,56 m² haben.
Geschichte Bis zum 18. Jahrhundert
Die fränkische Siedlung Sondheim wurde um 525 gegründet. 789 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung. Bis 1335 war Sondheim der bedeutendste Ort im Baringau und Sitz des Centgerichtes. 1359 erfolgte die Erhebung zur Stadt, das Stadtrecht wurde jedoch nicht wahrgenommen. Zwischen 1230 und 1435 unterstand der Ort dem Hochstift Würzburg und kam dann zum Amt Lichtenberg, welches bis 1548 zur Grafschaft Henneberg-Römhild und ab 1555 zu verschiedenen Ernestinischen Herzogtümern gehörte, zuletzt ab 1741 zu Sachsen-Weimar-Eisenach.
19. und 20. Jahrhundert Ab 1808 lag Sondheim in der thüringischen „Exklave Ostheim“.
1840 wurde Sondheim durch einen großen Brand zerstört. Als ehemaliges Amt des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach kam die Exklave Ostheim 1920 zum neu gegründeten Freistaat Thüringen. 1945 kam Sondheim durch verwaltungsmäßige Zuordnung der US-Militärregierung von Thüringen an Bayern. Im Jahr 1978 wurde Sondheim eine Mitgliedsgemeinde bei der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim.
Aufgrund der früheren Landesherrschaft sind die Dörfer dieser ehemaligen Exklave im Gegensatz zum katholischen Umland bis heute überwiegend evangelisch.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Stetten eingegliedert.
Einwohnerentwicklung (Quelle: )
1961: 1132 Einwohner 1970: 1105 Einwohner 1987: 1061 Einwohner 1991: 1206 Einwohner 1995: 1217 Einwohner 2000: 1154 Einwohner 2005: 1066 Einwohner 2010: 975 Einwohner 2011: 982 Einwohner 2012: 959 Einwohner 2013: 956 Einwohner 2014: 933 Einwohner 2015: 928 Einwohner 2016: 944 Einwohner 2017: 943 Einwohner 2018: 922 Einwohner 2019: 921 Einwohner 2020: 929 Einwohner 2021: 906 Einwohner 2022: 914 Einwohner Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1076 auf 922 um 154 Einwohner bzw. um 14,3 %. 1993 hatte die Gemeinde 1234 Einwohner.
Politik Bürgermeister 1876–1880 Friedrich Streit 1880–1891 Friedrich Hofmann 1892–1918 Gottlieb Diemar 1918–1933 Konstantin Benkert 1933–1945 Gustav Schmidt 1946–1952 Heinrich Siepermann 1952–1966 Hugo Bach 1966–1986 Edwin Löhler 1986–1989 Helmut Diemer 1989–1990 Günter Strohmenger 1990–2002 Ulla Schröder 2002–2014 Monika Götz ab 2014 Thilo Wehner mini|Südliche Ortsbefestigung
Bürgermeisterin Monika Götz wurde im Jahr 2002 Nachfolgerin von Ulla Schröder (Freie Wählervereinigung „Grenzland“). Bei der Direktwahl des Bürgermeisters ist sie 2008 mit knapp 90 % der Stimmen im Amt bestätigt worden.service.rhoen-grabfeld.de 2014 legte sie ihr Amt nieder. Nachfolger ist Thilo Wehner (parteilos), der 2020 wiedergewählt wurde.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: Partei/Liste20202014%Sitze%Sitze Freie Wählervereinigung Sondheim (FWV)58,27553,877 Freie Wählergemeinschaft Stetten (FWG)41,73346,135Wahlbeteiligung 71,70 % 68,59 %
Bundestagswahlen
Die Wähler votierten bei den Bundestagswahlen für folgende Parteien: Partei202120172013 2009 2005Erststimme%Zweitstimme%Erststimme%Zweitstimme%Erststimmen%Zweitstimmen% Erststimmen % Zweit- % Erststimmen % Zweit- %CSU25743,1222237,1953,640,333059,3528350,63 289 52,5 (−9,9) 218 39,5 387 62,4 345 54,7SPD9315,69115,2420,617,712923,2014225,40 105 19,1 (−4,3) 86 15,6 145 23,4 149 23,6 FDP386,38518,545,212,071,26295,19 53 9,6 (+5,7) 99 17,9 24 3,9 59 9,4GRÜNE244,03305,033,63,5274,86234,11 46 8,4 (+5,5) 44 8,0 18 2,9 17 2,4 LINKE152,52183,024,24,2203,60152,68 45 8,2 (+5,3) 50 9,1 18 2,9 21 3,3 Sonstige Parteien: – 2,2 (−2,3) – 10,0 – 4,5 – 6,3Freie Wähler549,054,3193,42193,40AfD7512,588814,7412,714,8193,40Die Partei162,6871,17Die Basis132,1871,17Bündnis C10,17 NPD20,340,581,4420,36 11 – 13 – 25 – 20 - REP40,72 – – 6 – – – 9 – FAMILIE – – 9 – – – 3 – BP20,340,710,18 – – 1 – – – 2 – BBC – – 1 – 3 – 4 – DIE VIOLETTEN – – 2 – nicht angetreten – nicht angetreten – Die Tierschutzpartei101,681,050,89 – – 7 – nicht angetreten – nicht angetreten – ödp20,340,230,54 – – 2 – nicht angetreten – nicht angetreten – PIRATEN10,17162,88101,79 – – 13 – nicht angetreten – nicht angetreten –Gesundheitsforschung30,50 RRP10,18 – – – – nicht angetreten – nicht angetreten – Übrige 1 – – – – – – – BüSo – – – – – – – – MLPD – – – – – – – –III. Weg10,17du.10,17Unabhängige70,17VOLT10,17
Gemeindefinanzen Die Bruttoausgaben der Gemeinde betrugen im Jahre 2011 € 2.099.824, demgegenüber stehen Einnahmen von € 1.904.931. Davon entfallen € 514.532 auf Steuern und nur € 29.900 auf Zuschüsse. Die Schulden der Gemeinde am Kreditmarkt und bei den öffentlichen Haushalten betrugen 2010 € 635.000, hierbei handelt es sich ausschließlich um nicht öffentliche Schulden.
Wappen
Bau- und Bodendenkmäler
mini|Schloss SondheimDas Schloss Sondheim befand sich bis 1686 im Besitz der Herren von Stein. 1577 baute Hans von Stein das Schloss um und errichtete den Treppenturm. 1686 verkaufte es Caspar Otto von Stein an Ferdinand Gottfried von Gebsattel. Nach schwerer Beschädigung durch den Stadtbrand im Mai 1840 wurden nach 1851 Anbauten errichtet. Die Freiherren von Gebsattel behielten das Gut bis 1851; Christian Hartmann erwarb es 1859 und machte es zum Sitz seiner Kelterei. 1893 wurde der Bau historistisch überformt.Schloss Sondheim auf alleburgen.de
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 179 und im Bereich Handel und Verkehr 22 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort zehn Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 371. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb.
Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2016 bestanden 18 landwirtschaftliche Betriebe (im Jahr 1999 waren es noch 36). 673 ha des Gemeindegebietes waren landwirtschaftlich genutzt, davon 277 ha Ackerfläche und 396 ha Dauergrünfläche. 473 ha waren bewaldet.
Bildung Bei der statistischen Erhebung am 1. März 2018 gab es zwei Kindertageseinrichtungen mit zusammen 56 Plätzen und 45 betreuten Kindern, davon zwölf unter drei Jahren.
Verkehr Derzeit verkehren in Stetten drei und in Sondheim zwei Buslinien des Verkehrsverbunds Nahverkehr Mainfranken.
Literatur Ingeborg Rabe: Sondheim vor der Rhön, Mellrichstadt 1997.
Weblinks
Gemeinde Sondheim vor der Rhön
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rhön-Grabfeld Kategorie:Ort in der Rhön Kategorie:Ersterwähnung 789 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Rhön-Grabfeld