mini|Nordheim vor der Rhön
Nordheim vor der Rhön (amtlich: Nordheim v.d.Rhön) ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön an der Streu.
Gemeindegliederung Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Neustädtles (Kirchdorf) Nordheim vor der Rhön (Pfarrdorf)
Die Einöde Grundmühle zählt zum Gemeindeteil Neustädtles.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Neustädtles und Nordheim v.d.Rhön. Die Gemarkung Nordheim v.d.Rhön hat eine Fläche von 12,110 km². Sie ist in 2331 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5195,17 m² haben.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die fränkische Siedlung wurde um 525 gegründet und gelangte im Jahr 1000 an das Hochstift Würzburg. Dieses Hochstift war ab 1500 ein Teil des Fränkischen Reichskreises. Das Amt des Hochstiftes wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert
Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren im Ort jüdische Familien ansässig, die eine Jüdische Gemeinde bildeten, sich in der Unteren Torgasse 7 eine Schule errichteten und in der Judengasse 4 eine Synagoge erbauten. Diese Gebäude wurden beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern z. T. schwer verwüstet, und bis heute erinnert nichts an dieses Geschehen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 179 Am 7. April wird Nordheim von amerikanischen Truppen besetzt, Leo Strauss wird zum Bürgermeister ernannt.https://www.nordheimvdrhoen.rhoen-saale.net/Allgemeines/Geschichte?page=12133&&detailID=5963
Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurde Neustädtles im Zuge der Gebietsreform in Bayern eingemeindet.
Einwohnerentwicklung 1961: 1292 Einwohner (davon 224 in Neustädtles) 1970: 1308 Einwohner (davon 205 in Neustädtles) 1987: 1176 Einwohner 1991: 1300 Einwohner 1995: 1277 Einwohner 2000: 1262 Einwohner 2005: 1185 Einwohner 2010: 1102 Einwohner 2015: 1121 Einwohner 2020: 1084 Einwohner Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1197 auf 1118 um 79 Einwohner bzw. um 6,6 %. 1992 hatte die Gemeinde 1306 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:
CSU/Bürgergemeinschaft: 81,34 %, 10 Sitze Neutrale Liste: 18,66 %, 2 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Thomas Fischer (CSU/Bürgergemeinschaft). 1948–1977: Alex Hösl (CSU) 1977–1994: Rudi Dietz (CSU) 1994–2008: Hermann Hippeli 2008–: Thomas Fischer
Wappen
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Kirchenfestung Kirchaufgang Kellergaden Johannisbrücke Sebastianskapelle Mariengrotte Rathaus Torhaus Zehnthaus Obere Mühle Untere Mühle
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
Es gab 2020 nach der amtlichen Statistik im Bereich Handel und Verkehr 42 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 67 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 486. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 zehn landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 836 ha, davon waren 632 ha Ackerfläche und 190 ha Dauergrünfläche.
Von 1898 bis in die 1970er Jahre betrieb die Firma Leimbach und Co. ein Basaltsteinwerk, zu dem auch eine Materialseilbahn gehörte.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Eine Kindertageseinrichtung mit 62 Plätzen und 44 Kindern, davon 12 unter drei Jahren Eine Grundschule mit fünf Lehrern, vier Klassen und 88 Schülern
Persönlichkeiten Franz Georg Benkert (1790–1850), Theologe, Domdekan, Autor Alex Hösl (1919–1977), Bürgermeister von 1948 bis 1977, Bundestagsabgeordneter (CSU) von 1961 bis 1977, Ehrenbürger seit 1973Erwin Rudolf Dietz: Das Leben des RD: oder in fünf Minuten war alles vorbei, ISBN 978-3-7345-0893-6, Seiten 155 ff. Max Mölter, Rektor a. D. und Autor der 1989 erschienenen GemeindechronikGeleitwort zur Gemeindechronik Adolf Stein (1864–1932), Ehrenbürger, Mitbegründer der Leimbach & Co. G.m.b.H. mit dem ersten Basaltwerk in Nordheim Max Stein (1901–1964), Sohn von Adolf, Anwalt und Regierungsbeamter in Israel
Literatur Franz Georg Benkert: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung von dem Marktflecken Nordheim vor der Rhöne nebst den Filial-Dörfern der Pfarrei: Heufurt, Roth mit der alten Hildenburg, und Neustädtles, Würzburg 1821. (digitalesammlungen.de). Rudolf Dietz: Festschrift zur 1200-Jahrfeier (789–1989), vom 27. Februar 1989 bis 26. Februar 1990, Nordheim v. d. Rhön 1989. Max Mölter: Führer durch Nordheim v.d. Rhön und Umgebung, Mellrichstadt 1973.
Weblinks
Gemeinde Nordheim vor der Rhön
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rhön-Grabfeld Kategorie:Ort in der Rhön Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Rhön-Grabfeld