Teschow ist ein Ortsteil der Gemeinde Selmsdorf im Nordwesten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern.

Geografie mini|Naturschutzgebiet Stülper Huk Teschow liegt auf einer Halbinsel, 13 km östlich von Lübeck. Die Halbinsel wird von der unteren Trave sowie der Pötenitzer Wiek und dem Dassower See begrenzt. Im Südwesten erhebt sich eine Endmoräne bis auf . Unmittelbar westlich des Ortes verläuft die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein.Teschow bei geonames.org.

Die Halbinsel ist besonders für Naturliebhaber interessant. Auf der Halbinsel sind zahlreiche Gebiete mit unterschiedlichen Schutzstatus versehen: Landschaftsschutzgebiet, Naturschutzgebiet, Natura2000, Europäisches Vogelschutzgebiet.

Geschichte Der als Angerdorf angelegte Ort wird erstmals 1194 genannt, als Bischof Isfried von Ratzeburg die Einkünfte aus dem Bistum zwischen sich und dem Domkapitel aufteilt. In den Aufzeichnungen wird der Ort noch „Thescowe“ genannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Ursprünge des Ortes deutlich weiter zurückliegen und aus einer slawischen Siedlung entstanden ist. In der Speiseordnung für die Domherren vom 13. Oktober 1301 wird eine Rentenzahlung von 12 Mk Fisch aus „Sclavikalis Tessecowe“ genannt, die auf die slawische Geschichte des Ortes ebenfalls hindeutet. Es wird jedoch vermutet, dass sich die ursprüngliche Lage dichter am Gewässer befand.

Am Eingang des Dorfes auf dem Kapenberg soll sich ein zerstörtes Hünengrab „Hogen Stehen“ befinden.

Teschow gehörte viele Jahrhunderte zum Ratzeburger Land bzw. Fürstentum Ratzeburg und zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.

Zur Zeit der Grenze zwischen DDR und BRD war Teschow nur mit einem besonderen Passierschein zu erreichen. Wenige Kilometer vor dem Ort befand sich hinter der Ortsausfahrt Sülsdorf ein separater Kontrollposten.

Bis zum 30. Juni 1950 war Teschow eine eigenständige Gemeinde und wurde am 1. Juli 1950 nach Selmsdorf eingemeindet.

Im Jahr 2019 feierte der Ort sein 825-jähriges Bestehen.Specht: Familiengeschichten des Kirchspiels Selmsdorf. 2009.

Einwohnerentwicklung Entnommen aus den Aufzeichnungen der jeweiligen Volkszählungen: 1871: 32 Haushaltungen / 159 Einwohner 1894: 32 Haushaltungen / 167 Einwohner 1919: 84 Einwohner 1925: 26 Haushaltungen / 125 Einwohner 1939: 91 Einwohner 1942: 26 Haushaltungen / 107 Einwohner 1946: 205 Einwohner 1994: 57 Einwohner 2018: 66 Einwohner

Vereine In dem Ort befinden sich folgende Vereine Traditionsverein Feuerwehr Teschow e.V. Verein Freunde und Förderer der Halbinsel Teschow e.V.

Drohender Kiesabbau Seit 2017 wird von einem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Investor versucht, auf der Halbinsel Teschow die vorhandenen Kiesvorkommen abzubauen. Die Gemeinde und die Bürger haben dazu in zahlreichen Stellungnahmen ihre gegenteiligen Meinungen kundgetan. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg hat in ihren Stellungnahmen den Kiesabbau unterstützt, obwohl auf der Halbinsel Teschow entsprechende Schutzgebiete ausgewiesen sind und das Gebiet im Bereich des Landschaftsschutzgebietes Palinger Heide und Halbinsel Teschow liegt.

Literatur Eberhard Specht: Familiengeschichten des Kirchspiels Selmsdorf. 2009, ISBN 978-3-9805722-6-2. Gemeindechronik der Gemeinde Selmsdorf 2017, „Selmsdorf Geschichte und Geschichten“, ISBN 978-3-946324-14-0. Artikel Kiesabbau Teschow https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Grevesmuehlen/Kommune-und-Buerger-gegen-Kiesabbau

Weblinks

Website von Teschow aus 2007 bei archive.org

Belege

Kategorie:Ort im Landkreis Nordwestmecklenburg Kategorie:Geographie (Selmsdorf) Kategorie:Ersterwähnung 1194 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nordwestmecklenburg) Kategorie:Angerdorf