mini|Von SARS-CoV-2-Infektionen betroffene Landkreise und Städte Südkoreas (bestätigte Infektionen, Stand 5. März 2020):

Die COVID-19-Pandemie in Südkorea tritt als regionales Teilgeschehen der weltweiten COVID-19-Pandemie. Sie wird verursacht von dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Seit dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen als Pandemie ein.

Südkorea hatte 2020 und 2021 geringere Inzidenzzahlen als die meisten anderen Länder. Im März 2022 wurden an einem einzigen Tag 621.000 Neuinfektionen registriert. Fast neunzig Prozent der Einwohner sind geimpft; die Regierung lässt die Omikron-Welle durchlaufen.Omikron mit einer der höchsten Impfquoten der Welt Stand Dezember 2022 trägt ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin freiwillig eine Maske außerhalb der eigenen Wohnung. Täglich wird über Cell Broadcast der aktuelle Stand der Infektionszahlen in der Stadt bzw. Region, in der man sich gerade aufhält, mitgeteilt.

Verlauf

Kumulative bestätigte Infektionen in Südkorea Tag    Januar   Februar      März      April        Mai       Juni       Juli  August      Sept.       Okt.       Nov. 01. 12 3736 9887 10774 11503 12850 14336 20192 23889 26635 02. 15 4212 9976 10780 11541 12904 14366 20449 23952 26732 03. 4812 10062 10793 11590 12967 14389 20644 24027 26807 04. 16 5328 10156 10801 11629 13030 14423 20842 24091 26925 05. 19 5766 10237 10804 11668 13091 14456 21010 24164 27050 06. 23 6284 10284 10806 11719 13137 14499 21177 24239 27195 07. 24 6767 10331 10810 11776 13181 14519 21296 24353 27284 08. 7134 10384 10822 11814 13243 14562 21432 24422 27427 09. 25 7382 10423 10840 11852 13293 14598 21588 24476 27553 10. 7513 10450 10874 11902 13338 14626 21743 24548 27653 11. 28ab dem 11.02. gab das KCDC zwei Zahlen am Tag heraus, eine für 9:00 KST (1:00 MEZ), eine für 16:00 KST (8:00 MEZ), in der Tabelle wird jeweils der 2. Wert genannt. 7755 10480 10909 11947 13373 14660 21919 24605 27799 12. 7869 10512 10936 12002 13417 14714 22055 24703 27942 13. 7979 10537 10962 12051 13479 14770 22176 24805 28133 14. 8086 10564 10991 12084 13512 14873 22285 24878 28338 15. 8162 10591 11018 12121 13551 15039 22391 24988 28546 16. 8236 10613 11037 12155 13612 15318 22504 25035 28796 17. 8320 10635 11050 12198 13672 15515 22657 25108 28998 18. 31 8413 10653 11065 12257 13711 15761 22783 25199 29311 19. 51 8565 10661 11078 12306 13745 16058 22893 25275 29654 20. 1 104 8652 10674 11110 12373 13771 16346 22975 25333 30017 21. 204 8799 10683 11122 12421 13816 16670 23045 25422 30403 22. 433 8897 10694 11142 12438 13879 17002 23106 25543 30733 23. 602 8961 10702 11165 12484 13938 17399 23216 25698 31004 24. 2 833 9037 10708 11190 12535 13979 17655 23341 25775 31353 25. 977 9137 10718 11206 12563 14092 17945 23455 25836 31735 26. 3 1261 9241 10728 11225 12602 14150 18265 23516 25955 32318 27. 4 1766 9332 10738 11265 12653 14175 18706 23611 26043 32887 28. 2337 9478 10752 11344 12715 14203 19077 23661 26146 33375 29. 3150 9583 10761 11402 12757 14251 19400 23699 26271 33824 30. 6 - 9661 10765 11441 12799 14269 19699 23812 26384 34201 31. 11 - 9786 - 11468 - 14305 19947 - 26511 -

Der erste Fall in Südkorea wurde am 20. Januar 2020 bekannt.

Nachdem die chinesischen Behörden am 31. Dezember 2019 den Ausbruch einer Serie von Lungenentzündungen in der Stadt Wuhan mit bislang unbekannter infektiöser Ursache an die Weltgesundheitsorganisation gemeldet hatten, wurden in Südkorea entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Ab dem 3. Januar 2020 galten besondere Einreisebestimmungen und Quarantänemaßnahmen für Reisende aus Wuhan. Außerdem wurde die Öffentlichkeit von staatlichen Stellen über das Problem informiert.

Der erste Fall einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Südkorea wurde am 20. Januar 2020 bekannt. Es handelte sich um eine 35-jährige Staatsbürgerin der Volksrepublik China mit Wohnsitz in Wuhan (China). Die Patientin war bei der Einreise am 19. Januar 2020 auf dem Flughafen Incheon mit Fieber aufgefallen und anschließend in eine Isolierstation eines Krankenhauses verbracht worden, wo die Infektion diagnostiziert wurde. Sie hatte keine bekannten Kontakte zu infizierten Personen gehabt. Bis zum 18. Februar 2020 stieg die Zahl der bekannten Infektionsfälle in Südkorea langsam auf 31 Fälle an, d. h., es wurde etwa eine Neuinfektion pro Tag registriert. Von den 31 Infizierten waren 13 kurz zuvor in der Volksrepublik China gewesen und 15 Personen waren mutmaßlich außerhalb Chinas infiziert worden (zu den restlichen drei lagen keine Informationen vor).

Ab dem 19. Februar 2020 setzte ein rapider Anstieg der Fallzahlen ein. Ursächlich für diesen Anstieg war die Entdeckung eines Infektionsclusters in der südlich gelegenen Stadt Daegu, die sich in den folgenden Tagen zu einer Art „südkoreanischem Wuhan“ entwickelte. Die Infektionsfälle ereigneten sich anfänglich ganz überwiegend in der Shincheonji-Gemeinschaft, einer sektenähnlichen christlichen Kirche. In der Shincheonji-Gemeinde in Daegu infizierten sich die Gemeindemitglieder bei ihren Zusammenkünften gegenseitig, wobei wohl eine 61-jährige Superverbreiterin eine zentrale Rolle spielte. Danach trugen die Gemeindemitglieder die Infektion nach außen. Die Shincheonji-Kirche erklärte, dass sie umfassend mit den Behörden kooperieren werde, um die Epidemie einzudämmen, und händigte den Gesundheitsbehörden eine Liste ihrer Mitglieder aus. Da diese Liste anscheinend unvollständig war, erfolgten am 25. Februar 2020 Hausdurchsuchungen in den Büros der Religionsgemeinschaft. In der südkoreanischen Öffentlichkeit entlud sich viel Ärger; und eine Petition, die das Verbot der Shincheonji-Gemeinschaft forderte, sammelte bis zum 25. Februar 2020 mehr als eine halbe Million Unterstützerunterschriften. Die Stadtverwaltung Seouls forderte die zuständige Staatsanwaltschaft auf, gegen Lee Man-hee und 11 weitere Führer der Shincheonji-Kirche Anklage wegen Mordes zu erheben.

Bis zum Morgen des 22. Februar 2020 wurden 283 Infektionsfälle und die ersten beiden durch das Virus in Südkorea verursachten Todesfälle registriert. Die hauptbetroffene Stadt Daegu ergriff Gegenmaßnahmen, schloss öffentliche Gebäude und verschob den anstehenden Schulbeginn um eine Woche. Vor Supermärkten bildeten sich aufgrund von Vorratskäufen lange Schlangen. Die in Daegu stationierten koreanischen und amerikanischen Armeeeinheiten wurden angewiesen, in ihren Kasernen zu bleiben.

Am 23. Februar 2020 wurde die höchste Alarmstufe im Gesundheitswesen ausgerufen. Am 24. Februar waren es erstmals mit mehr als 833 Fällen in KoreaDas Virus als „Teufelswerk“. Taz, 3. März 2020 mehr als in jedem Land außer China, am 29. Februar überstieg der Anteil der als infiziert gemeldeten Personen an der Gesamtbevölkerung den Wert für China.Dies ergibt sich aus der Tabelle der täglichen Fallzahlen.

Die hohe Zahl der Fälle erklärt sich teilweise dadurch, dass intensiv getestet wurde. Möglichst alle Kontaktpersonen zu Infizierten wurden getestet, wobei die Zahl der ausstehenden bzw. in Arbeit befindlichen Tests die Zahl der bestätigten Fälle deutlich überschritt. Am 3. März waren noch 35.555 Personen zu testen, das ist der Rekord. Danach verringerte sich dieser Wert, weil auch die Zahl der neuen Fälle sank.Der stärkte Anstieg von Fallzahlen innerhalb von 24 Stunden war vom 29.02. zum 29.02., jeweils 9:00 KST (1:00 MEZ) mit 909 Fällen, Die Vorgehensweise in Korea gilt damit als vorbildlich.

Mit der Ausweitung der Epidemie entschlossen sich etwa 180 Hochschulen und Universitäten in ganz Südkorea, den anstehenden Semesterbeginn zu verschieben. Etwa 80 % der Einrichtungen nahmen eine Verschiebung um zwei Wochen vor. Das Bildungsministerium wies Schulen und Kindergärten zunächst an, den ursprünglich geplanten Beginn des neuen Schuljahres vom 2. März 2020 auf den 23. März zu verschieben. Später erfolgte eine weitere Verzögerung des Schulstarts um weitere zwei Wochen auf den 6. April 2020. Aufgrund weiterer Bedenken wurde schließlich entschieden, die Schule nach und nach ab dem 9. April beginnen zu lassen und den Unterricht zunächst online stattfinden zu lassen.

Bis zum 3. März 2020 wurden 125.851 Verdachtsfälle gezählt, von denen 4812 positiv getestet wurden. Von den Infizierten gehörten 2698 (56,1 %) der Shincheonji-Sekte an. 4750 Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Isolation, 34 Personen waren als geheilt entlassen und 28 Personen waren verstorben. Von den verbleibenden 121.039 waren 85.484 negativ getestet worden und bei 35.555 war die Testung gerade im Gange. Dies war die höchste Zahl an ausstehenden Testergebnissen, seitdem ist die Zahl gesunken. Bis zum 12. März 2020 wurden etwa 210.000 Personen in Südkorea getestet. Nach Medienberichten wurden bis Anfang April 2020 insgesamt ca. 400.000 Menschen getestet. Umfangreich waren die Maßnahmen, die die Eisenbahn in Südkorea während der COVID-19-Pandemie eingeleitet hat.KORAIL: Measures taken to prevent viral infections on the railways of the Republic of Korea. In: OSJD Bulletin 2/2020, S. 43.

Nachdem 35 % der Neuansteckungen in Südkorea nach Regierungsangaben auf Einreisende zurückzuführen waren, wurden zum 1. April die Quarantäne-Regelungen für Einreisende verschärft. Ausnahmslos jeder Ankommende musste sich, unabhängig von der Nationalität für 14 Tage in überwachte Quarantäne begeben. Dafür konnten Privatwohnungen genutzt werden, oder es wurden, etwa im Fall von Ausländern mit 90-Tage-Visa, staatliche Einrichtungen vorgeschrieben. Verstöße konnten mit bis zu drei Jahren Gefängnis, Geldstrafen und, im Fall von Ausländern, mit Abschiebung und einem Wiedereinreiseverbot geahndet werden.Justin McCurry: „South Korea bars entry to foreign nationals who refuse to self-isolate“ The Guardian vom 3. April 2020 Wer im selben Haushalt mit einem Rückkehrer wohnte und symptomfrei war, wurde hingegen nicht zur Quarantäne verpflichtet; dies wurde in den Medien teils als beitragender Faktor für weiterhin steigende Infektionszahlen genannt.

91 der Genesenen wurden im April erneut positiv auf eine Coronavirus-Infektion getestet. Man geht davon aus, dass es sich um sogenannte Falschpositive handelt. Das bedeutet, die Genesenen sind gesund und vermutlich nicht infektiös, haben allerdings noch Virenreste im Körper.

Nachdem es in Südkorea ab Mitte April Neuinfektionszahlen im einstelligen Bereich gab, wurden die Maßnahmen zur räumlichen Distanzierung gelockert. Die Schüler sollen ab 13. Mai wieder phasenweise in die Schulen gehen. Am 8. Mai wurde bekannt, dass sich im Umfeld eines Nachtclubs im Viertel Itaewon von Seoul ein neuer Infektionsherd gebildet hat. Bars und Clubs mussten darauf wieder auf unbestimmte Zeit schließen. Auch der Schulstart wurde erneut um eine Woche nach hinten verschoben. Am 10. Mai lag die Zahl der Neuinfizierten dadurch zum ersten Mal seit dem 12. April über 30.