Das Louise-Weiss-Gymnasium (bis Juli 2020 Gymnasium Hamm) ist ein Gymnasium im Hamburger Stadtteil Hamm. Das 1986 gegründete Gymnasium ist eine Europaschule und seit dem 1. August 2020 nach der Europa-Politikerin Louise Weiss benannt.Hamburger Schulbehörde: Namen für 44 neue Hamburger Schulen gesucht. Pressemitteilung vom 13. Februar 2020.

Geschichte Das Gymnasium entstand 1986 als Zusammenlegung des früheren Kirchenpauer-Gymnasiums mit dem Gymnasium Borgfelde.

mini|Das frühere Kirchenpauer-Gymnasium am Hammer Steindamm Die Kirchenpauer-Schule wurde 1914 als drittes Hamburger Realgymnasium in Baracken am Hammer Steindamm gegründet,Uwe Schmidt: Hamburger Schulen im „Dritten Reich“. Band 2 (Anhang: Verzeichnis der Schulen von 1933 bis 1945). Hamburg 2010, S. 852. () benannt nach dem früheren Bürgermeister Gustav Heinrich Kirchenpauer.Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Kirchenpauer-Schule : 1914–1964. Kirchenpauer-Schule, Hamburg-Hamm 1964. 1916 erfolgte der Umzug in das frühere Sieveking’sche Herrenhaus im Hammer Park. Ab 1920 war die Schule eine Vollanstalt. 1923 zog die Schule in das frühere Lehrerinnenseminar in der Freiligrathstraße um. Am Hammer Steindamm 129 wurde in den Jahren 1928–1930 nach Plänen von Heinrich Bomhoff und Hermann Schöne ein Neubau für die Schule errichtet. Der Einzug der Schule erfolgte 1931.Ernst Federau: Kirchenpauer-Gymnasium 50 Jahre am Hammer Steindamm : 1930–1980. Hamburg 1980. Der Dreiflügelbau liegt gegenüber dem Haupteingang zum Hammer Park und steht unter Denkmalschutz.Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg (Stand: 7. Januar 2014; PDF; 9,3 MB), S. 1652. Von 1943 bis 1956 war der Schulbetrieb ganz oder teilweise ausgelagert, 1959 erfolgte die Rückkehr in das eigene Gebäude als Kirchenpauer-Gymnasium. Nach der Einstellung des Schulbetriebs wird das Gebäude seit 1987 von der Norddeutschen Akademie für Finanzen und Steuerrecht genutzt. mini|Frühere Oberrealschule an der Caspar-Voght-Straße, heute Ballettzentrum Eine weitere Vorgängerschule war die 1931 gegründete Mädchen-Oberrealschule an der Caspar-Voght-Straße 54. Die Schule wurde 1957 zum Caspar-Voght-Gymnasium und 1982 mit dem Kirchenpauer-Gymnasium zusammengelegt. Das von Fritz Schumacher erbaute Gebäude wird seit 1989 durch die von John Neumeier gegründete Ballettschule Hamburg genutzt.Uwe Schmidt: Hamburger Schulen im „Dritten Reich“. Band 2 (Anhang: Verzeichnis der Schulen von 1933 bis 1945). Hamburg 2010, S. 847. ()

Gebäude Das Schulgebäude am Ebelingplatz wurde 1974 nach Entwürfen des Hochbauamts für das damalige Gymnasium Borgfelde erbaut.Boris Meyn: Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus. Hamburg 1998, S. 456. (Inventarnummer 195) Der Serienschulbau Typ 68, nach dem Grundriss auch „Doppel-H“ genannt, wurde vom Ende der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre in den damaligen Rand- und Erweiterungsgebieten Hamburgs etwa 50-mal errichtet. Die dreistöckigen Gebäude bestehen aus industriell vorgefertigten Sandwich-Elementen, die an der Baustelle zusammengesetzt wurden. Die Fassaden waren ursprünglich mit Waschbeton verkleidet.Boris Meyn: Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus. Hamburg 1998, S. 274.

Schulprofil Das Louise-Weiss-Gymnasium ist eine von vier Europaschulen in Hamburg.Neben dem Gymnasium Hamm sind das das Immanuel-Kant-Gymnasium, die Stadtteilschule am Hafen und die Berufliche Schule Am Lämmermarkt (BS31). Vgl. Europaschulen auf der Website der Stadt Hamburg. Das Gymnasium beginnt mit Eingangsklasse 5 und führt nach acht Schuljahren zur Allgemeinen Hochschulreife. Mit dem Abitur können die Schüler das von der Schule selbst entwickelte Europazertifikat erwerben.Europazertifikat auf der Website des Gymnasiums

Der Einzugsbereich des Gymnasiums umfasst Hamm, Horn, Billstedt und Rothenburgsort.Bildungsatlas Hamburg, Schuljahr 2017/18: Einzugsgebiete des Gymnasiums Hamm. Bei der Erhebung des Sozialindex für Hamburger Schulen 2011 wurde für das Gymnasium Hamm auf einer Skala von 1 (nachteilige Voraussetzungen der Schülerschaft, höchster Förderbedarf) bis 6 (beste Voraussetzungen, kein Förderbedarf) ein Sozialindex von 2 errechnet.Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Robert Heinemann (CDU) vom 28.02.13 und Antwort des Senats. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 20. Wahlperiode, Drucksache 20/7094, Anlage 4b: Alte und neue Sozialindizes der staatlichen weiterführenden Schulen, S. 27. Im Schuljahr 2016/17 hatten 89 % der Schüler einen Migrationshintergrund, deutlich über dem Durchschnitt aller Hamburger Gymnasien.Peter Ulrich Meyer: So hoch ist der Migrantenanteil an Hamburger Schulen. In: Hamburger Abendblatt. 19. April 2018. (An den Hamburger Gymnasien lag der Anteil durchschnittlich bei 37,3 %)

Bekannte Ehemalige

Absolventen des ehemaligen Kirchenpauer-Gymnasiums Michael Behrendt (1951– ), Jurist und Manager Helmut Griem (1932–2004), Schauspieler und Theaterregisseur Frank-Richard Hamm (1920–1973), Indologe Thomas Höpker (1936–2024), Fotograf und Dokumentarfilmregisseur Max Mendel (1872–1942), Konsumgenossenschafter und Hamburger Senator Ulrich Theuerkauf (1942– ), Historiker und Bibliothekar Wolfgang Walter (1919–2005), Chemiker

Absolventen des ehemaligen Gymnasium Borgfelde Wolfgang Drews (1966– ), Politiker (CDU), Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Absolventen des ehemaligen Gymnasium Hamm Gökay Akbulut, Politikerin (Die Linke) (1982– ), Mitglied des Deutschen Bundestages Nikolaus Haufler, Politiker (CDU) (1984– ), Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Weblinks

Offizielle Website des Louise Weiss Gymnasiums

Einzelnachweise

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