mini|120px|Iwanami-Zentrale im Stadtteil Hitotsubashi im Zentrum von Tokio mini|120px| mini|120px| Der Iwanami-Verlag (, Iwanami shoten) wurde 1913 von Iwanami Shigeo gegründet. Er gehört bis heute zu den wichtigsten Verlagen Japans. Der Verlag gibt auch das Kōjien heraus, ein Wörterbuch der japanischen Sprache.

Die in dieser Form seit 1949 bestehende Aktiengesellschaft Iwanami-Verlag () hat ihren Sitz im Bezirk (-ku/„City“) Chiyoda der Präfektur (-to/„Metropolis“) Tokio.Iwanami shoten:

Geschichte Iwanami Shigeo, der 1913 in Tōkyō im Stadtteil Kanda ein Antiquariat eröffnet hatte, konnte 1914 Natsume Sōsekis Novelle Kokoro publizieren, womit er einen solchen Erfolg hatte, dass er sich entschloss, sein Antiquariat in einen Verlag umzuwandeln.

Ein zentraler Gedanke Iwanamis war es, anspruchsvolles Wissen in der Bevölkerung zu verstärken. Er brachte in den nächsten Jahren etwa 260 Bücher heraus, neben 85 Romanen 55 Bücher mit philosophischem Inhalt, 25 mit naturwissenschaftlichen Themen, 35 sozialwissenschaftliche Monografien, 35 kunst- bzw. musikwissenschaftliche Werke und 20 Bildbände mit Holzschnitt-Reproduktionen.Bauermeister

Im Juli 1927 erschienen die ersten 22 Taschenbücher der neu gegründeten Reihe „Iwanami Bunko“, darunter das Nigorie – Takekurabe der Schriftstellerin Higuchi Ichiyō, Platons Apologie und Tschechows Kirschgarten. Bis heute wird in jedem Buch der Reihe das Nachwort Iwanamis abgedruckt, das er zum Start der Reihe verfasst hatte. Er schrieb u. a., dass er beabsichtige, neben Büchern zur Unterhaltung auch solche mit philosophischem Inhalt herauszugeben, sowohl von japanischen als auch von westlichen Autoren. Beim Format habe er sich an den Reclam-HeftenDie Bücher erschienen im Format der Reclam-Hefte im Format 110 × 152 mm. orientiert, da die Reihe zu einem für jedermann erschwinglichen Preis erscheinen solle. Der Einband wurde von Hirafuku Hyakusui (1877–1933) gestaltet. Das war der Beginn einer erfolgreichen Publikationsreihe.

In den 1930er Jahren geriet Iwanami mit Publikationen, die die Abstammung des Tennō auf geschichtlicher Basis diskutierten, in Schwierigkeiten, wurde aber schließlich freigesprochen. 1946 wurde Iwanami für sein Lebenswerk mit dem japanischen Kulturorden ausgezeichnet.

Nach Iwanamis Tod 1946 wurde der Verlag von seinem zweiten Sohn, Iwanami Jūjirō (; 1919–2007), weitergeführt. Danach schied die Familie aus der Leitung aus.

Bei der Einführung der ISBN-Verlagsnummer in den 1980er Jahren konnte sich der Verlag die „00“ sichern. So hat das angezeigte Taschenbuch „“ (Cha no honDas Buch ist die Übersetzung von „The Book of Tea“, das Okakura Kakuzō auf Englisch verfasst hatte. Zum Inhalt siehe die deutsche Übersetzung „Das Buch vom Tee“.) der Bunko-Reihe die ISBN 4-00-331151-5.

Zeitschriften und Serien Zeitschriften Tosho () Bibliothekswesen Sekai – Genronshi () ab 1946 Shisō () – Gedankenwelt ab 1921 Kagaku () Naturwissenschaften ab 1931 Bungaku () Geisteswissenschaften Kankyō to Kōgai () Umwelt und Umweltprobleme Als Verlagszeitschrift erschien ab 1936 Iwanami shoten shinkan (岩波書店新刊) Einige Zeitschriften wurden eingestellt.

Serien Iwanami bunko () ab 1927 Iwanami Koza () ab 1928 Iwanami Shinsho () ab 1938 Iwanami Shonen-bunko () ab 1950 Iwanami Iwanami Kodomo no Hon () ab 1953 Iwanami Iwanami Junia Shinsho () ab 1979 Iwanami Booklet () ab 1982 Iwanami Library () ab 1993 Iwanami Gendai-bunko () ab 2000 Iwanami Gendai Zensho () ab 2013 Einige Serien wurden auch wieder eingestellt.

Zu weiteren bekannten Serien des Verlages gehören, neben dem erwähnten Iwanami Bunko: „Nihon bungaku koten“ () – „Klassiker der japanischen Literatur“, „Nihon shisō“ () – Japanische Gedankenwelt, „Gendai Nihon bungaku“ (), „Tōyō bungaku“ (), „Namboku-Ō bungaku sonota“ (), „Rekishi - chiri“ (), „Shizen kagaku“ () und „Hōritsu - seiji“ ()

Kōjien und andere Lexika Das einbändige Kōjien (), das 1935 unter der Bezeichnung Jien () erschienen war, kam 1955 unter dem gegenwärtigen Namen heraus. Es ist mehr als ein reines Nachschlagewerk für Begriffe, da es auch Kurzartikel, wie hier zu Friedrich Schiller, und zahlreiche Zeichnungen enthält. Das Kōjien fand eine weite Verbreitung, 2018 erschien die 7. Auflage.

Literatur S. Noma (Hrsg.): Iwanami Shoten, Publishers. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 642. Junko Bauermeister: Entwicklung des modernen japanischen Verlagswesens. Fallstudie Iwanami shoten. Studienverlag Brockmeyer, Bochum, 1980, ISBN 3-88339-111-5.

Weblinks

Website des Verlages Gesamtliste der Lexika

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Buchverlag (Japan) Kategorie:Zeitschriftenverlag (Japan) Kategorie:Unternehmen (Chiyoda) Kategorie:Unternehmensgründung 1913