Lebusa (Sorbischer Name: Lubuš (früher Lebuse, Amt Schlieben, Provinz Sachsen)→ Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928, Sorbisches Institut.) ist eine im Norden des Landkreises Elbe-Elster gelegene Gemeinde in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Schlieben mit Sitz in der Stadt Schlieben an.
Geografie Lebusa liegt mit seinen Ortsteilen in den südlichen Ausläufern des Niederen Fläming, welche die Landschaft maßgeblich prägen.
Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind Freileben, Körba und Lebusa. Hinzu kommen die Wohnplätze Striesa, Vorwerk und Weidmannsruh.Gemeinde Lebusa. Serviceportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 14. September 2026.
Geschichte mini|links|Schloss Lebusa Der Ort wurde 1346 erstmals urkundlich in der Meißener Bistumsmatrikel als Lebbusse erwähnt.
Lange Zeit vermuteten Historiker, die Burg Liubusua, welche Thietmar von Merseburg in seiner Chronik erwähnt, sei mit Lebusa identisch. Die moderne Archäologie konnte jedoch bisher keinerlei Nachweis für die Identität von Liubusua, dem Hauptsitz des Slawenstammes der Lusici, und Lebusa finden. Die These, Liubusua hätte in der Nähe von Löbsal bei Meißen gelegen, konnte jedoch durch archäologische Funde untermauert werden und ist derzeit gültige Lehrmeinung.
Lebusa gehörte seit 1816 zum preußischen Landkreis Schweinitz in der Provinz Sachsen (nach 1945 Land Sachsen-Anhalt), ab 1950 zum Kreis Herzberg (Land Sachsen-Anhalt, seit 1952 DDR-Bezirk Cottbus). Seit 1993 ist die Gemeinde Teil des Landkreises Elbe-Elster.
Zwischen Lebusa und Dahme wurde zu DDR-Zeiten vom „VEB Kraftverkehr Leipzig“ ein Kinderferienlager errichtet und unterhalten, das nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurde.Facebook-Eintrag
Eingemeindungen Am 31. Dezember 2001 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Freileben und Körba eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 480 1890 480 1910 480 1925 488 1933 433 1939 424 Jahr Einwohner 1946 858 1950 684 1964 545 1971 485 1981 467 1985 460 Jahr Einwohner 1990 477 1995 476 2000 415 2005 911 2010 832 2015 789 Jahr Einwohner 2020 806 2021 791 2022 781 2023 784 2024 793 2025 785 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster, S. 18–21.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Lebusa besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024.
Partei / Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Bürger für die Gemeinde 76,3 % 6 96,3 % 8 Wählergemeinschaft für eine bürgernahe Alternative in Lebusa 23,7 % 2 – – Die Linke – – 3,7 % – Wahlbeteiligung 77,4 % 65,6 %
Bürgermeister 1993–2003: Frank Romanus (FDP)Stichwahl der Bürgermeister und Oberbürgermeister in Brandenburg am 19. Dezember 1993. (PDF; 4,4 MB) Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg, Potsdam 1993, S. 21. Abgerufen am 14. September 2026. 2003–2014: Friedhelm Brockel (Einzelbewerber)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 37. Abgerufen am 14. September 2026. seit 2014: Marcus Klee (Bürger für die Gemeinde)
Klee wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 83,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt. Er wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 bei einem Gegenkandidaten mit 78,4 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024
Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Lebusa mini|Silbermann-Orgel mini|hochkant|Bockwindmühle Lebusa In der Liste der Baudenkmale in Lebusa und in der Liste der Bodendenkmale in Lebusa stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Schloss Lebusa, geht auf eine frühe Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert zurück und diente lange als Herrensitz Dorfkirche Lebusa, 1725 bis 1727 nach einem Entwurf von Matthäus Daniel Pöppelmann erbaut, einschiffiger Saalbau mit einer Silbermann-Orgel Bockwindmühle Lebusa südlich des Ortes Dicke Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,20 m im Wald südlich von Lebusa
Verkehr Lebusa liegt an der Landesstraße L 70 zwischen Dahme/Mark und Doberlug-Kirchhain.
Der Haltepunkt Hohenbucko-Lebusa lag an der Bahnstrecke Falkenberg/Elster–Beeskow, die 1995 stillgelegt wurde.
Persönlichkeiten Johann Friedrich Mende (1743–1798), Maschinenbauer, in Lebusa geboren Julius von Bodenhausen (1840–1915), Politiker, Gutsbesitzer auf Schloss Lebusa
Einzelnachweise
Weblinks
Gemeinde Lebusa beim Amt Schlieben
Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Ersterwähnung 1346 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)