Hohenbucko (Sorbischer Name: Wusoki Bukow (früher Amt Schlieben, Provinz Sachsen) → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928, Sorbisches Institut.) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Sie gehört seit 1992 dem Amt Schlieben mit Sitz in der Stadt Schlieben an.

Geografie Hohenbucko liegt am „Dreiländereck“ der Landkreise Elbe-Elster, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, auf den Ausläufern des niederen Fläming, kurz vor dessen Übergang in den Niederlausitzer Landrücken weiter östlich. Der Ort ist umgeben vom weitreichenden Waldgebiet der Rochauer Heide.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind Hohenbucko und Proßmarke.

Geschichte mini|links|Ortsansicht Der Ort wurde 1346 im Meißner Bistumsmatrikel als Hoenbockaw erstmals urkundlich erwähnt.Märkische Oderzeitung. 13. Juli 2006, S. 9. 1419 wird der Ort als Buckow bei Schlieben genannt. Der Name ist eine sorbisch-deutsche Mischung: Hohen- weil auf einer Anhöhe gelegen, -bucko (von Bukowina) bedeutet Rotbuche, Rotbuchenwald.A. Richter: Der Kreis Schweinitz. In: Eine kleine Heimatkunde für die Schulen des Kreises. 1912.

Hohenbucko lag an einer alten Handelsstraße. Die Bewohner lebten von Ackerbau und Holzwirtschaft. Um 1512 führte der Schenk von Landsberg räuberische Überfälle gegen das Dorf und ließ es niederbrennen. Auch im Dreißigjährigen Krieg erlitten die Bewohner von Hohenbucko viele Grausamkeiten, abwechselnd von kaiserlichen (1631) und schwedischen Truppen (1637). Im Jahr 1634 wütete die Pest im Ort.Hans-Dieter Lehmann: Bilder aus dem Schliebener Amtsbereich, Hohenbucko. In: Schliebener Amtsnachrichten. 19. Mai 1995.

Hohenbucko und Proßmarke gehörten seit 1816 zum Kreis Schweinitz in der preußischen Provinz Sachsen und ab 1952 zum Kreis Herzberg im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Zum 31. Dezember 2001 wurde aus den Gemeinden Hohenbucko und Proßmarke die neue Gemeinde Hohenbucko gebildet.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 500 1890 500 1910 520 1925 532 1933 538 1939 501 Jahr Einwohner 1946 756 1950 797 1964 720 1971 699 1981 687 1985 681 Jahr Einwohner 1990 628 1995 586 2000 530 2005 727 2010 686 2015 646 Jahr Einwohner 2020 626 2021 614 2022 610 2023 607 2024 620 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Anstieg der Bevölkerungszahl 2005 ist auf die Fusion von Hohenbucko und Proßmarke im Jahr 2001 zurückzuführen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Hohenbucko besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 79,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergemeinschaft Hohenbucko-Proßmarke 63,0 % 5 Zwei Orte eine Zukunft 30,8 % 2 Einzelbewerber Marten Krüger 6,2 % 1

Bürgermeister 2003–2014: Karl-Heinz Alexander (Einzelbewerber)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24 2014: Andreas Polz (Einzelbewerber) 2015–2024: Dennis Lürding (Einzelbewerber)Der Neue an der Gemeindespitze. In: Lausitzer Rundschau, 11. Dezember 2014 seit 2024: Kay Benesch (Wählergemeinschaft Hohenbucko-Proßmarke)

Benesch wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 53,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Dorfkirche Hohenbucko mini|hochkant=0.5|rechts|Postmeilensäule in Hohenbucko Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Hohenbucko stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Dorfkirche, rechteckiger Findlingsbau aus dem 13. Jahrhundert Kursächsische Postmeilensäule von 1750, die Poststraßen von Leipzig nach Frankfurt (Oder) und von Dahme nach Sonnewalde und Kirchhain verliefen durch Hohenbucko. Proßmarker Kirche, ebenfalls ein Feldsteinbau

Museum Auf dem Dachboden des einstigen Dorfkonsums befindet sich mit dem „Dachboden der Erinnerungen“ eine private Ausstellung, welche an die Zeit der Konsum-Läden in der DDR erinnert und viele Ausstellungsstücke aus dieser Zeit präsentiert.Homepage des „Dachbodens der Erinnerung“Erinnerungen gibt es gratis. In: Lausitzer Rundschau. Region: Herzberg, 26. Mai 2009.

Anonyme Bestattungen 2008 schloss die Gemeinde eine Vereinbarung mit der DF Deutsche Feuerbestattungen GmbH, die dem Unternehmen ermöglicht, einen Teil des Friedhofs für anonyme Urnenbestattungen zu nutzen.Lausitzer Rundschau vom 19. April 2008, abgerufen am 7. Juli 2017 Seitdem werden dort, vor allem aus Kostengründen, in Kooperation mit örtlichen Bestattern Urnen aus ganz Deutschland beigesetzt.

Verkehr Hohenbucko liegt an der Bundesstraße 87 zwischen Herzberg (Elster) und Luckau sowie an der Landesstraße L 70 zwischen Dahme/Mark und Doberlug-Kirchhain.

Der Haltepunkt Hohenbucko-Lebusa lag an der Bahnstrecke Falkenberg/Elster–Beeskow. Die Strecke wurde 1995 stillgelegt.

Persönlichkeiten Ursula Fesca (1900–1975), Keramikerin, in Hohenbucko geboren Erich Götze (1932–2021), Tonmeister für Hörfunk und Fernsehen, wurde in Hohenbucko geboren und wirkte in Leipzig Edwin Zimmermann (1948–2024), Politiker (SPD), besuchte die Schule in Hohenbucko

Einzelnachweise Bildung einer neuen Gemeinde Hohenbucko Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. Oktober 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 47, Potsdam, den 21. November 2001, S. 786 PDF

Weblinks

Gemeinde Hohenbucko beim Amt Schlieben Informationen zur Geschichte Proßmarke und Umgebung

Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Ersterwähnung 1346 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)