mini|hochkant|Wappen derer von Steinen Steinen (auch Steinen von Scherven) ist der Name eines erloschenen bergischen und niederrheinisch-westfälischen Adelsgeschlechts.

Nicht zur Familie zählt die Pastorendynastie von Steinen, die über sieben Generationen den Ortspfarrer in Frömern stellte, darunter Johann Dietrich von Steinen (1699–1759), auch wenn ältere Adelslexikaz. B. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4. Spaur–Z. Regensburg 1866, S. 22 (Google Bücher). dies fälschlicherweise behaupten.Christian Loefke, Guido Schäferhoff: Die märkische Pfarrerfamilie von Steinen. Zum 200. Todestag des letzten Pfarrers von Steinen in Frömern am 26. Mai 1997. Zugleich ein Beitrag zur bäuerlichen Familiengeschichte des Hellweg-Raumes. In: Beiträge zur westfälischen Familienforschung, Nr. 55, 1997 S. 146–203 (PDF; 323 KB auf archive.org). Zur Pastorendynastie von Steinen siehe Stein zu Baasem.

Geschichte Erwähnung findet Gothard von Steinen 1436 als Türwärter von Herzog Adolf von Berg. Herzog Wilhelm von Jülich-Berg verlieh 1479 seinem Türwärter Johann von Steinen in Anerkennung der Dienste, die dieser ihm und seinen Eltern geleistet hatte, den Mühlenbann (gezwanck undt gemaell) in den Honschaften Scherf (Scherffen) und Breidbach (Breidtbach) im Kirchspiel Odenthal für die von ihm neuerrichtete Mühle an der „Hollandtwiesen up der Scherffen“.Inventare nichtstaatlicher Archive 26: Die Urkunden des Archivs von Burg Rösberg. Rheinland-Verlag, Köln 1981. In einer Urkunde von 1460 über die Fischereirechte im Scherfbach wird besagter Johann van Steynen erwähnt. Er kaufte schließlich 1480 den Zehnten in der Honschaft Scherf von Johann Quade. Erwähnt wird, dass Steinen 1494 in Besitz des Hofes Unterkirsbach war.

Das Geschlecht hatte lange Zeit seinen Sitz auf dem Hofverband Scherf in Odenthal, was auch den weiteren Namen Steinen von Scherven begründet. So erhielt der fürstliche Küchenmeister und Amtmann von Miselohe, Wilhelm von Steinen († 1541), den Titel Herr zu Scherffen. 1541 wurde dessen Sohn Wilhelm von Herzog Wilhelm dem Reichen mit dem Scherfer Zehnten neu beliehen. Auch die Niedergerichtsbarkeit hatten die Steinen dort inne.Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde. Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976. Besagter Sohn heiratete 1547 Eva von Metternich, Tochter der Eheleute Heinrich von Metternich und der Maria von Adenau.

Die Steinen stellten viele Amtmänner und bekleideten weitere Ämter im Herzogtum Berg. Ihren Sitz hatten sie im daher so genannten Amtmannscherf. Der 1766 verstorbene Landkommandeur Leopold Freiherr von Steinen war der Letzte im Mannesstamm in Scherf. Nach ihm fiel das Lehen Scherf dem Landesherrn anheim.

Güter Die Bauerschaft Steinen bei Hemmerde war Stammsitz. Ein weiterer Besitz war der Bartelshof in KessenichJ. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Verlag Bauer & Raspe, Nürnberg 1854. und ab dem 16. Jahrhundert Burg Lerbach. Weitere Besitzungen waren die Kieppemühle,Albert Eßer: Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Bergisch Gladbach, Band 9). Herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, 2006, ISBN 3-9804448-6-4. Gronauer Mühle und die Lochermühle, die zu Lerbach gehörenden Höfe Wesselsteinbach und Oberlerbach sowie der Zehnte vom Hebborner Hof,Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit. Herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964. des Weiteren Gut Mielenforst, die HollandsmühleInventare nichtstaatlicher Archive 26: Die Urkunden des Archivs von Burg Rösberg. Rheinland-Verlag, Köln 1981. und Klasmühle in Odenthal.

Wappen In silbernem Feld ein schwarzer Balken mit drei roten senkrechten Streifen, aus dem ein schwarzer gekrönter Löwe wächst. Auf dem Helm der Löwe zwischen einem silbernen und einem schwarzen Ast. Die Helmdecken sind schwarz und silbern.

Historische Wappenbilder

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 628 f. (Google Bücher). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Köln/Bonn 1848, S. 411 (hhu.de). Lothar Müller-Westphal: Wappen und Genealogien Dürener Familien. Düren 1989, S. 855. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S. Berlin 1856, S. 479 (digitale-sammlungen.de). Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 15 (Mappe 1151–1236; Speckhewer – Waldbott von Ulmen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 94). Köln 1998, S. 259–262.

Einzelnachweise

Kategorie:Odenthal Kategorie:Bergisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht