mini|hochkant=1.4|Die Weststeiermark liegt nicht im Westen, sondern im Südwesten der Steiermark: Vorland westlich der Mur und Randgebirge zu Kärnten Die Weststeiermark umfasst diejenigen rand- und außeralpinen Gebiete des österreichischen Bundeslandes Steiermark, die westlich des Flusses Mur und südlich der Glein- oder Piberalm liegen. Sie ist nicht der Teil der Steiermark, der am weitesten westlich liegt – das ist die Obersteiermark.

Geografie Lage und Landschaft mini|Koralmtäler am Oberlauf der Laßnitz, im Hintergrund die Handalm (li.) und der Weberkogel/Wildbachalm mini|Die gebirgigen Teile der Weststeiermark (Lavanttaler Alpen) sind nur dünn besiedelt mini|Sausal im Süden des Weststeirischen Hügellands, dem Alpenrand mini|Blick auf südsteirische Murebene/Grazer Becken und gegen die Randgebirge östlich der Mur/Grazer Bergland mini|An den Hängen des Koralpenzuges liegen die Weingärten der Schilcherregion Die Weststeiermark ist der westliche Teil der Mittelsteiermark. Sie umfasst den südwestlichen Teil des heutigen österreichischen Bundeslandes Steiermark, historisch Westmittelsteiermark genannt. Tatsächlich liegt die Weststeiermark im Südwesten der Steiermark; große Teile der Obersteiermark, die den inneralpinen Raum des Bundeslands umfasst, liegen westlicher als die Weststeiermark. Die Bezeichnung leitet sich aus der Zeit der Habsburgermonarchie ab, als Ost- und Weststeiermark zusammen die Mittelsteiermark des Herzogtums Steiermark bildeten, während die heute slowenische Untersteiermark das gemischtsprachige deutsch-slowenische Gebiet mit der Hauptstadt Marburg an der Drau () war.

Im Norden wird die Weststeiermark von Stubalm, Packalm, Gleinalm und Hochalmdie auf Landkarten verwendete Bezeichnung Alpe ist in der Steiermark im Sprachgebrauch unüblich, und wird auch zunehmend in offiziellen Bezeichnungen wie Koralmtunnel nicht verwendet. Alm aus Alben, dagegen aber Alpen als „gelehrte Neuauffrischung“, das Wort Alpe wäre die erst viel später erfundene Einzahl dazu, „eine reine Papierform“: Wilhelm Brandenstein: Besprechung Paul Zinsli, Grund und Grat. In: Österreichische Alpenzeitung Nr. 69 (1951), S. 28–29. Weiters: „Die Ortsnamen des Rauriser Tals.“ In: Der Naturfreund. Heft 3/4 (1932), S. 64. Beide Publikationen zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, S. 23–24 bzw. S. 84. Eine ähnliche Form, in der –b– zu –m– wird, wird dort für Hilbe–Hilm vertreten („geschützte, sonnige Lage“). Die zitierte Buchbesprechung betrifft: Paul Zinsli: Grund und Grat. Die Bergwelt im Spiegel der schweizer-deutschen Mundarten. 352 S. Verlag A. Francke, Bern 1944. Das ältere Standardwörterbuch „Unger-Khull, Steirischer Wortschatz als Ergänzung zu Schmellers Bayerischem Wörterbuch“, Graz 1903, S. 16, gibt für „Alm“ viele Belege, nicht aber für „Alpe“: literature.at, das neuere „Wörterbuch für Weststeirisch“ nennt das Wort Alpe in Zusammenhang mit Berg nicht und verweist für Alpe auf Alm: S. 304 und 562. zur Obersteiermark begrenzt. Im Süden bilden der Poßruck und der nördlichste Teil der Windischen Bühel die Grenze zur Untersteiermark, die heute zu Slowenien gehört. Im Osten ist die Mur die Grenze zur Oststeiermark. Im Westen bildet die Koralm die Grenze zu Kärnten.

Die Weststeiermark besteht landschaftlich aus dem Grazer Feld südlich von Graz, dem Leibnitzer Feld, dem weststeirischen Hügelland, dem Höhenzug der Gleinz und des Sausal, dem Bergland nordwestlich von Graz und dem Steirischen Randgebirge mit den östlichen und südöstlichen Hängen von Koralm, Packalm, Stubalm und Gleinalm.

Sie wird von den Flüssen Mur, Sulm, Kainach und Laßnitz durchflossen. Das breite Flusstal der unteren Kainach wird Kainachboden genannt und ein paar Kilometer von der Kaiserwaldterrasse begleitet. Das Gebiet des Bezirkes Graz-Umgebung im Nordwesten von Graz mit Gratwein-Straßengel, Deutschfeistritz und Übelbach und anderen Gemeinden wird im Alltag nicht zur Weststeiermark gerechnet. Eine Reihe von Flussläufen sind Beispiele für Flussanzapfungen, bei denen sich der Lauf eines Baches dadurch verändert, dass ein anderes, steiler fließenderes Gewässer das Gelände um diesen Bach annagt, was letztlich dazu führt, dass der ursprüngliche Lauf des Baches verlassen wird und dessen Wasser der Richtung des steileren Flusses folgt (z. B. der Lauf der LaßnitzMargarete Sekera, Heinrich Hacker (Redaktion), Max Eisenhut (Kartierung): Österreichische Bodenkartierung. Erläuterungen zur Bodenkarte 1:25.000. Kartierungsbereich Deutschlandsberg (KB 24). Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Landwirtschaftlich-chemische Bundesversuchsanstalt, Bodenkartierung und Bodenwirtschaft), Wien 1975, S. 57–58.) bei Deutschlandsberg und der Lauf anderer Bäche am Osthang des Koralmzuges.Sieghart Otto Morawetz: Anzapfung im Steirischen Randgebirge und seiner Umgebung. In: Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 106, Graz 1976, , , S. 83–87 ().

Regional gliedert sich die Weststeiermark in die Steirischen Planungsregionen Südweststeiermark und den Westteil des Steirischen Zentralraums, statistisch in die NUTS-Regionen West- und Südsteiermark (AT225) und den Westteil von Graz (AT221) – der Unterschied zwischen diesen beiden ist die Zuordnung des Bezirks Voitsberg.

Der südliche Teil der Weststeiermark wird auch als Südweststeiermark betrachtet. Die Südsteiermark wird nach Norden hin ungefähr durch die Linie Deutschlandsberg – Wildon(– Bad Gleichenberg) von der übrigen Mittelsteiermark abgegrenzt. Die westlich und östlich der Mur gelegenen Teile der Südsteiermark werden entsprechend der Unterteilung in West- und Oststeiermark als Südweststeiermark und Südoststeiermark bezeichnet.

Nachbarregionen

Bezirke, Gemeinden und Hauptorte Zur Weststeiermark gehören die Bezirke Deutschlandsberg und Voitsberg sowie die westlich der Mur gelegenen Teile der Stadt Graz und der Bezirke Graz-Umgebung und Leibnitz.

Hauptorte sind die Bezirksstädte Voitsberg, Deutschlandsberg und Leibnitz. Neben dem dicht besiedelten südlichen Umland von Graz mit Feldkirchen, Kalsdorf, Seiersberg-Pirka, Straßgang, Lieboch, Premstätten, anderen größeren Orten wie Bad Schwanberg, Deutschfeistritz, Eibiswald, Frauental an der Laßnitz, Frohnleiten, Gleinstätten, Gratwein, Köflach, Lannach, Stainz, Wies, Wildon umfasst die Weststeiermark viele Dörfer und Einzelgehöfte.

Verkehr mini|hochkant=1.4|Eisenbahnen der Weststeiermark: Südbahn, GKB-Strecken, Stainzerbahn und die eingestellte Sulmtalbahn (weiter im Norden verläuft noch die Lokalbahn Peggau–Übelbach), die Koralmbahn ist lila eingezeichnet.

Wichtige Verbindungen zu den benachbarten Gebieten sind das Murtal in die Obersteiermark und nach Slowenien, der Gleinalmtunnel und das Gaberl in die Obersteiermark, die Pack, Hebalm, Weinebene und Soboth nach Kärnten und der Radlpass ins slowenische Drautal. In die Oststeiermark führt eine Reihe von Brücken über die Mur.

Die Weststeiermark wird ost-westlich von der Süd Autobahn A 2, in nord-südlicher Richtung von der Pyhrn Autobahn A 9 durchquert. Die Pyhrn Autobahn verläuft westlich von Graz durch einen der längsten österreichischen Autobahntunnel, den Plabutschtunnel, und weiter nördlich durch den Gleinalmtunnel. Weitere wichtige Straßenverbindungen sind die Grazer Straße B 67 von Peggau nach Spielfeld, die Radlpass Straße B 76 von Lieboch über Lannach, Stainz, Frauental an der Laßnitz, Deutschlandsberg, Wies, Eibiswald zum Radlpass, die Packer Straße B 70 von Graz über Lieboch, Voitsberg und Köflach zum Packsattel, die Sulmtal Straße B 74 von Leibnitz nach Deutschlandsberg, die Südsteirische Grenz Straße B 69 von Straß in Steiermark zur Soboth, die Gaberl Straße B 77 von Köflach über das Gaberl in die Obersteiermark und die L 601, die den Bezirk Deutschlandsberg über das Laßnitztal mit dem Murtal bei Wildon verbindet.

Das Gebiet liegt an der von Bruck an der Mur über Graz und Leibnitz nach Marburg führenden Südbahnstrecke. Wichtigster Bahnhof ist der Grazer Hauptbahnhof. Die Weststeiermark wird durch die Eisenbahnlinien und seit 1935Jahr der Konzessionserteilung nach dem Kraftfahrliniengesetz: Anton Reinbacher: 70 Jahre GKB-Autobusbetrieb. In: Die Drehscheibe. Das Mitarbeiter-Magazin der Graz-Köflacher Bahn- und Busbetrieb GmbH. Heft 20, April 2005, S. 2. Gekürzte und ergänzte Fassung eines Artikels dieses Autors in Omnibusspiegel 1992. auch durch die Autobusdienste der Graz-Köflacher Bahn (GKB) erschlossen,Sepp Tezak: Graz-Köflacher Bahn. Band 1 „Fahrzeugpark“, Band 2 Geschichte und Strecke. In der Reihe: Bahn im Bild. Band 4 und 15. Verlag Pospischil, Wien 1980 Rainer Krafft-Ebing (Redakteur): 50 Jahre Kraftwagenbetrieb. 1935–1985. Festschrift anläßlich des 50jährigen Bestandes des Kraftwagenbetriebes der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft. Herausgegeben von der Direktion der Verkehrsbetriebe der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft. Graz 1985. die in diesem Gebiet schon vor Einführung des Verkehrsverbundes ihr Konzept eines geschlossenen, einheitlichen Verkehrssystems von Bus und Bahn verwirklichte.Rainer Krafft-Ebing: Festschrift Busbetriebe. S. 2.

Die Weststeiermark gehört zum Verkehrsverbund Steiermark. Sie wird von der Koralmbahn durchquert. Im Zuge des Baus der Bahnstrecke entstand bei Groß Sankt Florian als letzte Station vor dem Koralmtunnel der Bahnhof Weststeiermark, der gemeinsam mit ihr 2025 eröffnet wurde.

Der Flughafen der Steiermark, Graz-Thalerhof, liegt bei Kalsdorf und Feldkirchen ebenfalls in der Weststeiermark.

Verkehrswege und Infrastruktur orientieren sich an der im Osten der Weststeiermark liegenden Landeshauptstadt Graz.

Geologie Das Hügelland besteht im Wesentlichen aus Schottern aus der Zeit des Miozän im Neogen (früher Tertiär).Vergrößerung der Geologischen Übersichtskarte der Republik Österreich 1:1.500.000. In: Hans Georg Krenmayr, Albert Daurer (Redaktion): Rocky Austria. Eine bunte Erdgeschichte von Österreich. Geologische Bundesanstalt, Wien 1999, Anhang. ISBN 3-85316-006-9. Die Gesteine sind Reste ehemaliger Meeresbedeckung und von Meeresstränden vor rund Jahren sowie darauf folgender Ablagerungen von Fluss-Schottern, sie sind teilweise für ihren Fossilienreichtum bekannt.Hartmut Hiden: Geologie des Siedlungsraumes. S. 17. In: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner: Bezirkstopographie Deutschlandsberg. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Ihr Gebiet liegt am Rand des Steirischen Beckens. Dieses Becken war Teil eines Meeres, der Paratethys. Dieses Meer wich im Zug der Auffaltung der Alpen immer weiter nach Osten zurück (Regression). Sein Gebiet wurde mit Meeres- und Flussablagerungen aufgefüllt. In seinem Westen lag die Florianer Bucht, in der vor allem sandige und tonige Gesteine abgelagert wurden und die Köflach-Voitsberger Bucht, in der sich Braunkohleflöze bildeten (es handelt sich um meist um Lignit).Karl Stingl: The Lignite-Bearing Sediments of the Middle Miocene Köflach-Voitsberg Embayment (Styrian Basin, Austria) (Die Lignit führenden Sedimente der mittelmiozänen Köflach-Voitsberger Bucht, Steirisches Becken, Österreich). Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Band 24, Wien 2003, S. 219–229, (Digitalisat). Weitere Braunkohlelagerstätten, allerdings mit höherem Inkohlungsgrad (teilweise Glanzkohle)Peter Beck-Mannagetta: Bericht 1990 über geologische Aufnahmen des Quartärs auf Blatt 206 Eibiswald (der geologischen Karte 1:50.000 von Österreich.) In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 134, Jahrgang 1991, Heft 3, S. 553–554.