mini|Marinesoldaten und -offiziere der U-Flottille Flandern (Aufnahme von 1916) Die U-Flottille Flandern war eine Flottille von U-Booten der deutschen Kaiserlichen Marine, die im Ersten Weltkrieg in Flandern stationiert war. Sie operierte in der Nordsee und rund um Großbritannien und Irland.

Geschichte 1914 Im Oktober 1914 gab es erste Überlegungen, an der Nordseeküste im gerade besetzten Belgien eine U-Boot-Flottille aufzustellen. Als mögliche Standorte standen die gerade besetzten Städte Brügge, Seebrügge, Ostende, Antwerpen und Gent zur Auswahl. Die Häfen sollten über eine moderne Infrastruktur mit Werften, Liegeplätzen, Werkstätten und Docks verfügen sowie sicher vor Sabotage sein. Ab Dezember 1914 wurde begonnen, die Küste Flanderns zu befestigen und die Häfen als Schutzhäfen für kleinere Einheiten auszubauen. Die Flottille unterstand dem Admiral Ludwig von Schröder als Kommandierendem Admiral des neugebildeten Marinekorps Flandern.Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 3: P–Z. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1700-3. S. 268.

1915 Am 29. März 1915 wurde die U-Flottille Flandern aufgestellt. Chef der Flottille wurde Kapitänleutnant, ab September 1915 Korvettenkapitän, Karl Bartenbach, der ab Oktober 1917 als Führer der U-Boote Flandern bezeichnet wurde. Die Flottille hatte im Jahr 1915 etwa 16 Boote, bis Juli 1917 u. a. auch UC 1.

Die drei Einsatzhäfen, auch als wichtiges maritimes Dreieck bezeichnet, waren

Seebrügge Brügge Ostende

Das Einsatzgebiet der Flottille war Nordsee: Linie Flamborough Head bis Terschelling Irische See bzw. Ostküste Großbritannien Westansteuerung des Ärmelkanals

In diesem Gebiet sollten U-Boote der Klasse UC Minen in den Schifffahrtswegen legen.

1916 und 1917 mini|Siegelmarke der U-Flottille Flandern I

Bis 1917 wuchs die Flottille auf eine Größe von etwa 38 Booten auf, die dauerhaft in Flandern stationiert waren. Deshalb wurde beschlossen, sie in die U-Flottille Flandern I und die U-Flottille Flandern II aufzuteilen.

Flottillenchefs:

U-Flottille Flandern I: Oberleutnant zur See Hans Walther U-Flottille Flandern II: Oberleutnant zur See Otto Rohrbeck

Adjutant:

U-Flottille Flandern I: Oberleutnant zur See Fritz von Twardowski U-Flottille Flandern II: Oberleutnant zur See Hans Kawelmacher

Boote U-Flottille Flandern I Im Oktober 1917 bestand die Flottille aus 16 Booten (8 UC Boote und 8 UB Boote): UC 4, UC 11, UC 16, UC 17, UC 50, UC 51, UC 77, UC 79 UB 54, UB 55, UB 56, UB 57, UB 58, UB 59, UB 80, UB 81

Boote U-Flottille Flandern II Im Oktober 1917 bestand die Flottille aus 21 Booten (10 UC Boote und 11 UB Boote):

UC 47, UC 48, UC 62, UC 63, UC 64, UC 65, UC 69, UC 70, UC 71, UC 75 UB 10, UB 12, UB 16, UB 17, UB 18, UB 30, UB 31, UB 33, UB 35, UB 38, UB 40

1917 hatten die Flottillen etwa 27 bis 30 Boote im Einsatz.

1918 und Auflösung mini|hochkant|Ein UC Boot beim Laden von Minen in Zeebrugge Die beiden Flottillen wurden im Oktober 1918 aufgelöst. Am 15. Oktober 1918 wurde der Rückzug aus Flandern eingeleitetKorpstagesbefehl Nr. 94/18 vom 16. Oktober 1918 (BArch RM 120/252) und das Personal nach Deutschland verlegt. Die verbliebenen U-Boote mussten an die Alliierten ausgeliefert werden.

Etwa 93 Boote standen während der drei Kriegsjahre im Dienst der beiden Flottillen, diese Boote versenkten etwa 2554 Fahrzeuge mit 4,5 Millionen BRT, das heißt 30 % der gesamten im Krieg von deutschen U-Booten versenkten Tonnage. Sie verloren dabei 80 eigene Einheiten mit 1.782 Seeleuten.

Die Flottille wurde bis Ende 1918 als Abwicklungsstelle in Kiel aufgelöst.

Verbleib der Boote + UB-I Boote Nummer Verbleib UB 2 abgewrackt UB 4 durch Q-ship Inverlyon versenkt UB 5 in Deutschland abgewrackt UB 6 am 12. März 1917 aufgelaufen und selbstversenkt UB-10 in Zeebrugge 1918 selbstversenkt UB-12 im August 1918 verschwunden UB-13 im April 1916 versenkt UB-16 durch E34 am 10. Mai 1918 versenkt UB-17 im März 1918 südlich Suffolk versenkt

+ UB-II Boote Nummer Verbleib UB 18 auf der Position versenkt UB-19 auf der Position versenkt UB-20 am 28. Juli 1917 auf der Position durch Mine versenkt UB-23 in Spanien interniert UB-26 bei Le Havre versenkt UB-27 am 29. Juli 1917 von HMS Halcyon versenkt UB 29 seit dem 13. Dezember 1916 als vermisst, Wrack vor der Küste entdeckt UB-30 mit der gesamten Besatzung untergangen UB-31 mit der gesamten Besatzung untergangen UB-32 mit der gesamten Besatzung untergangen UB-33 auf der Position durch Mine versenkt UB-34 an die U-Boot Schule in Kiel verlegt UB-35 mit der gesamten Besatzung untergangen UB-36 mit der gesamten Besatzung untergangen UB-37 durch Q Shchiff HMS Penthurst versenkt UB-38 durch Mine versenkt UB-39 durch Mine versenkt UB 40 1918 in Ostende gesprengt

Bekannte Personen

Werner Lange, Kommandant von UC 11 und UC 71 späterer Vizeadmiral Hans Howaldt, Kommandant von UC 4, UB 40 und UB 107 Johannes Lohs, Kommandant von UC 75 und UB 57 Herbert Pustkuchen, Kommandant von UC 5, UB 29 und UC 66 Reinhold Saltzwedel, Kommandant von UB 81, Träger des Pour le Mérite und erster U-Boot-Kommandant, der 110 Schiffe versenkte Otto Steinbrinck, Kommandant von UB 10, UB 18, UB 57 und UC 65, Admiralstabsoffizier im Stab des Führers der U-Boote in Flandern, er gilt als erfolgreichster Flandern-Kommandant Walter Warzecha, Kommandant von UC 1 und UC 71 Egon von Werner, Kommandant von UC 1, UC 16 und UB 54, später im Dritten Reich Gründer und Leiter der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm

Weblinks http://uboat.net/wwi/boats/ (zu den jeweiligen Booten)

Einzelnachweise

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