Birgit Jensen (* 1957 in Würzburg) ist eine zeitgenössische deutsche Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf. Für ihre Malerei verwendet sie vor allem das Siebdruck-Verfahren. Ihre Bildsprache bewegt sich zwischen Abbild und Abstraktion.Birgit Jensen – Video-Portrait auf PPPortrait, 2013Christian Krausch: Der aufwändige Prozess des Rituals. Bemerkungen zu den Arbeiten von Birgit Jensen, Kunstforum International, Das Magische II, Band 164, 2003

Ausbildung und Werdegang Birgit Jensen studierte an der Hochschule der Künste Berlin von 1976 bis 1982 bei Wolfgang Petrick. Nach ihrer Ernennung zur Meisterschülerin 1982 erhielt sie ein Stipendium des DAAD für einen einjährigen Aufenthalt in Italien. Die Mailänder Galerie Bruna Soletti zeigte zwischen 1982 und 1985 ihre in dieser Zeit entstandenen Arbeiten. Seit 1985 lebt und arbeitet Jensen in Düsseldorf, unterbrochen von einem anderthalbjährigen Aufenthalt in London, wo sie in einem Space Studio in Deborah HouseSpace Studio, Deborah House, London arbeitete (1989–1990). 1992 wurde Birgit Jensen mit dem Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.Förderpreise für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf Im Jahr 2000 erhielt sie ein Arbeitsstipendium vom Kunstfonds e.V., Bonn. Außer ihrer Tätigkeit im Bereich Malerei realisiert sie mehrere Kunst-am-Bau-Projekte, wie zum Beispiel 2014 Synästhetischer Raumkörper im Innenhof des Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Darmstadt, in dem die beiden künstlerischen Medien Bildende Kunst und Musik (Komposition: Wilhelm Geveler) miteinander kombiniert sind. Eine weitere Arbeit befindet sich im Plenarsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt in Berlin (seit 2002). Neben ihrer bildnerischen Arbeit ist Birgit Jensen als Initiatorin von Künstlerprojekten kuratorisch tätig. Von 2003 bis 2012 organisierte sie zusammen mit Markus Ambach die monatliche Veranstaltungsreihe WG/3ZI/K/BARVeranstaltungsreihe WG/3ZI/K/BAR im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf im Jacobihaus des Künstlervereins Malkasten in Düsseldorf. Ihre verschiedenen Arbeitsbereiche flossen 2017 in ihr Projekt FLUGBLÄTTER / FLYING LETTERS.Projekt FLUGBLÄTTER/FLYING LETTERS Hierzu befragte Jensen mehr als 130 weltweit agierende Bildende Künstler, „wie sie sich in einer Welt mit ihren aktuellen rasanten Veränderungen in den globalen gesellschaftlichen Abläufen, mit ihren Spannungen und Konflikten als Künstler verorten.“ Die Antworten von rund 150 Kollegen und Kolleginnen wurden seitdem in verschiedenen Ländern präsentiert und 2019 in einem Buch dokumentiert.

Seit 2018 wird Birgit Jensen vertreten durch die Hosfelt GalleryBirgit Jensen bei der Hosfelt Gallery, San Francisco in San Francisco, USA. Jensen arbeitete u. a. mit den Galerien Bruna Soletti Arte Contemporanea in Mailand, Italien, Studio Cavalieri in Bologna, Italien, Sfeir-SemlerGalerie Sfeir-Semler, Kiel in Kiel, Michael CosarGalerie Michael Cosar, Düsseldorf in Düsseldorf, Lehr Zeitgenössische KunstGalerie Lehr, Köln in Köln und Berlin.Birgit Jensen, Biografie Birgit Jensen ist Mitglied im Deutschen KünstlerbundBirgit Jensen beim Deutschen Künstlerbund (von 2008 bis 2012 auch Vorstandsmitglied). Birgit Jensen ist verheiratet mit dem Künstler und Mitbegründer der Shigeko Kubota Video Art Foundation (NYC) Jochen Saueracker.Website von Jochen Saueracker

2025 erhielt Birgit Jensen den Kunstpreis der Künstler der Großen Kunstausstellung NRW in Düsseldorf.DIE GROSSE Kunstausstellung NRW 2025 - Preisträgerinnen

Werk

Birgit Jensens Malerei basiert auf der bildnerischen Analyse der heutigen digital geprägten Rezeptionsgewohnheiten. Diesen begegnet sie mit den formalen Mitteln der traditionellen künstlerischen Drucktechniken. In ihren Bildern fungiert der stufenlose Übergang zwischen Abbildhaftigkeit und Abstraktion sowohl als malerisches Abstraktionselement als auch als „Link“ in die Welt der massenhaft reproduzierten Bilder. Durch das Überlagern verschiedener Druckrasterformen, -winkelungen und -frequenzen werden gewollte Muster erzeugt und in monochrome oder vielfarbig schimmernde Kompositionen übertragen (Moiré-Bilder, 1996–1999).Text von Jens Peter Koerver zu den Moiré-Bilder von Birgit Jensen in: Katalog Birgit Jensen, Kunstverein Region Heinsberg, Kunst & Co, Flensburg 2001. Die Auseinandersetzung mit architektonischen Strukturen führt ab 1998 zur Beschäftigung mit Stadtansichten (1998–2009). Als Ausgangsmaterial dienen die Lichter nächtlicher Megastädte wie zum Beispiel Los Angeles. Die Reduktion der Lichtpunkte auf geometrische Formkonstellationen, die an Pixel erinnern, greift die vertikalen und horizontalen Konstruktionslinien der Architektur auf. Gleichzeitig verweist die formale Abstraktion des städtischen Clusters auf die Wahrnehmbarkeit des Urbanen, in der weniger das einzelne Gebäude oder die Stadt selbst Gegenstand ist, sondern vielmehr Fragen der Wahrnehmung, der Betrachtersituierung, der Kongruenz oder Divergenz von Strukturen oder Texturen.Text von Thomas W. Rieger zu den Städte-Bilder von Birgit Jensen in: Katalog „Heimspiel“ (Hrsg.): Museum im Kulturspeicher Würzburg, 2005, ISBN 3-928155-50-4. Allgemein bekannte Ansichten von touristischen Orten werden ab 2009 in eigens entwickelte Texturen und Raster überführt und reflektieren unser durch die Medien geprägtes Realitätsbewusstsein (2009–2012).Text von Dirk Steimann zu den Bildern von 2009–2013 von Birgit Jensen Ausgangsmaterial der Serie der Sternenbilder (2013–2015) sind Weltraum-Fotografien. Virtuelle Sternkonstellationen und Störfelder werden durch analoge Aktionen erzeugt. Die Bildmotive oszillieren zwischen wissenschaftlichem Erkenntnismodell und informeller Geste.Die Sternen-Bilder von Birgit Jensen sind auf ihrer Webseiten an mehreren Stellen zu sehenMarlene Lauter: Labyrinth Konkret … mit Nebenwegen und Claudia Lichte: Gedanken zur Bedeutung des Labyrinths in der Abendländischen Kunst. In: Labyrinth Konkret … mit Nebenwegen. Katalog, Museum im Kulturspeicher Würzburg, 2018, ISBN 978-3-928155-65-6. In ihren Landschaftsbildern seit 2015 untersucht Birgit Jensen die Bedeutung von Ideal und Transzendenz. In Anlehnung an den Japanischen Holzschnitt des 19. Jahrhunderts entstehen abstrakte Farbräume. In der Kombination mit zum Teil gerasterten und mit Siebdruck auf die Leinwand übertragenen Landschaftselementen thematisieren sie die Verschiebung weg vom Natürlichen und Physischen hin zum Gemachten und Virtuellen. Birgit Jensen hinterfragt die einer kontinuierlichen Veränderung unterliegenden Paradigmen der Wahrnehmung.Alexandra König: Ausstrahlung - Stichprobe Steinzeit, Bild und Ton. In: Ausstrahlung - Stichprobe Steinzeit, Bild und Ton. Birgit Jensen, Jörg Steinmann. Katalog Museum Ratingen, 2015, ISBN 978-3-926538-34-5. Zur aktuellen Serie MONDE: Der Mond – als oft große, einfarbige, runde Scheibe – und seine Reflexion ist ein sich wiederholender Bezugspunkt. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine idyllische Naturansicht, ist gleichzeitig das Resultat konstruierter Bildräume und malerischer Manipulation. Diese spiegelt das menschliche Eingreifen in die Natur ebenso wider wie die Inszenierung des Erhabenen. Die deutliche Sichtbarkeit der Rasterungen, die allein der Bildlogik gehorchenden Farbigkeiten und die Montage von – vereinfachten, abstrahierten – Elementen unterschiedlicher Herkunft erzeugen zusammen suggestive, aber künstliche Atmosphären. Sie wecken in den Betrachtenden Erinnerungen – an äußere oder innere, an natürliche oder digitale Welten.Siehe Text von Susanne Wedewer-Pampus im Katalog Birgit Jensen – MONDE, erschienen zur gleichnamigen Ausstellung im Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich, 2020, ISBN 978-3-00-064997-4

Lehrtätigkeit

Von 1994 bis 1996 lehrte Birgit Jensen an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse für die Integration von Bildender Kunst und Architektur von Christian Megert. 2004 bis 2005 betreute sie im Rahmen einer Vertretungsprofessur die Klasse für Malerei an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Ab 2007 folgte ein Forschungsprojekt zum Thema „Digitale Medien in Verbindung mit klassischen Drucktechniken“ an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 2006 hat sie einen Lehrauftrag an der Hochschule DüsseldorfBirgit Jensen an der Hochschule Düsseldorf im Fachbereich Kommunikationsdesign inne. 2015 betreute sie zusammen mit Silke Leverkühne ein Projekt namens Painted Dreams and Abstract GreensProjekt 'Painted Dreams and Abstract Greens', Universität zu Köln an der Universität zu Köln.

Einzelausstellungen (Auswahl) 2023: Waiting for the bus, KunstBüdchen, Ratingen-Lintorf 2022: Enacting Arcadia, Hosfelt Gallery, San Francisco, US 2021: The rainbow will appear at six o´clock in the evening, KASTEN/Kunstraum Aldenhoff, Düsseldorf 2020: MONDE, Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich e.V.Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich e.V.Leverkusen.com, Presse: Birgit Jensen, MONDE, 20. Juni - 19. Juli 2020 2019: having been cheated out of some marvellous experience, Atelier Schloss Jägerhof, Düsseldorf (mit Edmée Laurin).'having been cheated out of some marvellous experience', Atelier Schloss Jägerhof, Düsseldorf, 2019 2018: What a Perfect Combination, Hosfelt Gallery, San Francisco, US. 2017: Time Lag, Raum e.V., Düsseldorf. 2017: Andy Warhol und ich, Galerie Lehr Zeitgenössische Kunst, Berlin. 2016: De eindeloosheid van het universum. De mogelijkheden van het alfabet, Pictura,Pictura, Dordrecht, NL Dordrecht (mit Hannes Norberg), Niederlande. 2015: Ausstrahlung - Stichprobe Steinzeit, Bild und Ton. Birgit Jensen und Jörg Steinmann, Museum Ratingen, Ratingen.'Ausstrahlung - Stichprobe Steinzeit, Bild und Ton. Birgit Jensen und Jörg Steinmann', Museum Ratingen, 2015 2015: Light Light, Galerie Lehr Zeitgenössische Kunst, Berlin. 2015: Gravity, Maxhaus, Düsseldorf (mit Piot Brehmer).Birgit Jensen im Maxhaus, Düsseldorf, 2015 (Programmheft des Maxhauses, 3 2015, PDF) 2014: Rearrangement, Galerie Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln. 2013: Die Dinge, die ich sehe, sehen mich ebensowohl wie ich sie sehe, Kunstverein Villa Wessel, Iserlohn.Kunstverein Villa Wessel, Iserlohn, Ausstellungsrückblick 2012: Slow Motion Insect Vision, Galerie Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln. 2012: Birgit Jensen, Kunstverein Linz am Rhein. 2011: Rites de Passage, Kunstverein Duisburg.Kunstverein DuisburgYoutube-Video: Birgit Jensen zu ihrer Ausstellung im Kunstverein Duisburg, 2011 2011: Scenic, St. Petri, Lübeck (mit Kai Rheineck)St. Petri LübeckScenic, St. Petri, Lübeck, 2011 2010: Paramountains, Galerie Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln. 2009: Birgit Jensen, Bruna Soletti Arte Contemporanea, Mailand, Italien. 2007: dot-communities, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, Mülheim an der Ruhr.Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Ausstellungsrückblick 2003: Affittasi, Kunstraum Wilfried von Gunten, Thun, Schweiz. 2002: Birgit Jensen, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck. 1998: Abstract, Galerie Sfeir-Semler, Kiel (mit Pia Fries und René Goffin) 1997: Birgit Jensen, Galerie Michael Cosar, Düsseldorf. (auch 2000, 2002, 2006) 1997: Pia Fries / Birgit Jensen, Kunstverein Arnsberg,Kunstverein Arnsberg, Ausstellungsarchiv Arnsberg. 1988: Birgit Jensen, Galerie Sfeir-Semler, Kiel. (auch 1997, 1998) 1985: Birgit Jensen, Studio Cavalieri, Bologna, Italien. 1983: Birgit Jensen, Galleria Bruna Soletti, Mailand, Italien. (auch 1984)

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2025: I've never been afraid of beauty! Die Sammlung Dirk Lehr, Mannheimer Kunstverein 2024: Lückenfüller - Interventionen im Stadtmuseum, Stadtmuseum Düsseldorf 2023: REVIEW OSTSEE-BIENNALE, Kunsthalle Rostock 2022: Fahrt ins Blaue, Museum Ratingen 2022: Geschichten, Serigrafie-Museum Filderstadt 2022: Galactic Railroad, Japanisches Kulturinstitut, Köln und Emsdettener Kunstverein 2022: Vor den Bildern, NEUER KUNSTRAUM Düsseldorf 2021: Flugblätter/Flying Letters, Kunstverein Linz am Rhein