Der 65. Eurovision Song Contest fand im Zeitraum vom 18. bis zum 22. Mai 2021 im Rotterdam Ahoy in der niederländischen Stadt Rotterdam statt, nachdem Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019 im israelischen Tel Aviv mit dem Lied Arcade für die Niederlande gewinnen konnte und die Veranstaltung 2020 in Rotterdam wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt worden war. Damit wurde das Land nach 1958, 1970, 1976 und 1980 zum fünften Mal Gastgeber des Eurovision Song Contests.
Am 20. März 2020 gab die Europäische Rundfunkunion (EBU) bekannt, dass die Referenzgruppe des ESC nach den geltenden Regeln entschieden habe, dass die Lieder, die ursprünglich für 2020 ausgewählt worden seien, nicht für 2021 nochmal eingereicht werden dürften. Es war den Rundfunkanstalten der teilnehmenden Länder überlassen, ob derselbe oder ein anderer Künstler für den ESC 2021 ausgewählt werden sollte.
Den Wettbewerb gewann mit 524 Punkten für Italien die Rockband Måneskin mit dem von ihr selbst geschriebenen Lied Zitti e buoni. Es war der erste italienische Beitrag seit 1990, der den Sieg holen konnte. Insgesamt war es der dritte Sieg für das Land beim Wettbewerb. Die Französin Barbara Pravi belegte mit Voilà den zweiten Platz. Den dritten Platz erreichte Gjon’s Tears für die Schweiz mit dem Song Tout l’univers, welches mit 267 Punkten die meisten Jurypunkte erzielte. Die ersten drei Plätze gingen somit zum ersten Mal seit 1995 an nicht-englischsprachige Beiträge.
Österreich, vertreten durch Vincent Bueno mit Amen, schied bereits im Halbfinale aus. Deutschland belegte mit dem von Jendrik gesungenen Beitrag I Don’t Feel Hate den vorletzten Platz.
Austragungsort
Da der ESC 2020 – welcher in Rotterdam hätte stattfinden sollen – aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt werden musste, war die EBU als Ausrichter in Gesprächen mit den Rundfunkgesellschaften NPO, NOS und AVROTROS sowie der Stadt Rotterdam, ob die Ausgabe 2021 in Rotterdam ausgetragen werden kann.
Am 8. April 2020 wurde bekannt, dass die Entscheidung, ob Rotterdam die Veranstaltung 2021 ausrichten wird, am 23. April 2020 gefällt werden sollte. Die EBU hatte der Stadt Rotterdam ein Ultimatum gestellt, so dass diese entscheiden musste, ob sie als Ausrichter fungieren möchte oder ob die EBU einen neuen Ausrichter suchen müsste. Die Stadt Rotterdam sollte am 23. April 2020 im Stadtrat darüber entscheiden, ob für 2021 weitere Kosten bezüglich des ESC anfallen sollten. Bereits für die abgesagte Veranstaltung 2020 fielen bei der Stadt Kosten in Höhe von 8,1 Millionen Euro an. Von diesen angefallenen Kosten waren etwa 6,7 Millionen Euro durch nicht abgeschlossene Versicherungen nicht gedeckt. Am 23. April 2020 entschied sich der Stadtrat von Rotterdam, dass er die 6,7 Millionen Euro bereitstellen würde.
Am 16. Mai 2020 wurde im Rahmen von Eurovision: Europe Shine a Light Rotterdam als Veranstaltungsort des Eurovision Song Contests 2021 präsentiert.
Format Executive Supervisor Im Januar 2020 gab die EBU bekannt, dass Martin Österdahl nach dem ESC 2020 die Nachfolge von Jon Ola Sand als neuer Executive Supervisor des Eurovision Song Contest antreten wird. Vor der Ernennung war Österdahl ausführender Produzent der Ausgaben 2013 und 2016 und zwischen 2012 und 2018 Mitglied der Referenzgruppe des Eurovision Song Contest.
Motto und Logo
Am 18. September 2020 gab die EBU bekannt, dass das Motto vom abgesagten Wettbewerb 2020 Open Up behalten wird. Das Design des Logos sollte laut Executive Producer Sietse Bakker trotzdem überarbeitet werden.
Am 4. Dezember 2020 veröffentlichte die EBU das neue Logo für den Wettbewerb 2021. Es orientiert sich stark am Design des Jahres 2020, allerdings sind die abstrakten Flaggen der Länder nicht mehr nach Debütjahr des jeweiligen Landes sortiert. Für 2021 sind die Flaggen nach Lage der jeweiligen Hauptstädte rund um Rotterdam als zentraler Austragungsort in der Mitte angeordnet. Ausgearbeitet wurde das Design von der Agentur Clever ° Franke, die auch für das Logodesign 2020 verantwortlich waren.
„Postkarten“ Die Postkarten zeigen stilisierte Tiny Houses, die zu allen Seiten offen einsehbar sind. Die Häuser befinden sich an 39 Orten in den Niederlanden und zeigen besondere Plätze in der Natur, das Stadtleben oder die Architektur des Landes. Die jeweiligen Orte sind individuell für die Künstler ausgewählt und nehmen zu ihnen Bezug.
In den Häusern werden die Künstler anhand von aufgenommenen Bildern und individueller Einrichtung vorgestellt. Die Bilder sind in den Heimatländern der Künstler aufgenommen worden. Am Ende des Videos sind die Darsteller als Hologramm in oder an ihrem Tiny House zu sehen.
Bühnendesign
mini|Die Bühne und der Green Room in der Arena Am 15. Mai 2020 bestätigte Sietse Bakker, Executive Producer des ESC 2021, dass das Bühnendesign, welches für die Ausgabe 2020 vorgesehen war, für 2021 genutzt wird. Als Grund gab er an, dass dies bereits fertig vorbereitet sei.
Moderation
Am 18. September 2020 bestätigte die EBU, dass der Wettbewerb 2021 von dem 2020 ausgewählten Quartett bestehend aus Chantal Janzen, Jan Smit, Edsilia Rombley und Nikkie de Jager (NikkieTutorials) moderiert werden würde.
Anpassung an die COVID-19-Pandemie Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie fand der Eurovision Song Contest 2021 unter besonderen Auflagen statt. So waren im Rotterdam Ahoy lediglich 3500 Gäste pro Show gestattet, die einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen mussten. Dies entsprach in etwa 20 Prozent der Kapazität der Arena. Zusätzlich galten die gängigen Hygieneregeln. Bis auf die australische Teilnehmerin, deren Beitrag aus ihrem Heimatland eingespielt wurde und den isländischen Interpreten, die aufgrund eines Covid-19-Falls in der Band nur mit der Aufzeichnung einer Probe teilnahmen, traten alle Interpreten live in Rotterdam auf.
Aufgezeichneter Begleitgesang Damit die Austragung des Wettbewerbs reibungslos gewährleistet wird, wurde seitens der EBU am 18. Juni 2020 angekündigt, dass es 2021 erstmals probeweise erlaubt sein soll, den Begleitgesang der teilnehmenden Beiträge vom Band abspielen zu können. Diese Regeländerung soll die Kosten der teilnehmenden Länder senken, da diese dadurch mit kleineren Delegationen einreisen können, so dass auf Begleitsänger verzichtet werden kann. Die austragende Fernsehanstalt wird auch entlastet, da dadurch technische Hürden beseitigt werden. Diese Möglichkeit ist rein optional und lässt sich auch mit Live-Hintergrundgesang kombinieren. Der Hauptgesang wird wie bisher live gesungen. Ob diese Regeländerung auch für zukünftige Wettbewerbe Anwendung findet, wird nach dem ESC 2021 innerhalb der EBU diskutiert werden.
Teilnehmer mini|hochkant=1.3|Länder, die im Jahr 2021 Länder Bis zum 16. September 2020 hatten die teilnehmenden Länder Zeit, die benötigten Papiere bei der EBU einzureichen. Bis zum 10. Oktober 2020 hatte dann die jeweilige Fernsehanstalt, die das Teilnehmerland repräsentiert, noch Zeit, ihre Teilnahme ohne Strafe zurückzuziehen.
Am 26. Oktober 2020 gab die EBU dann bekannt, dass 2021 erneut 41 Länder teilnehmen werden. Es wäre das dritte Mal in Folge gewesen, dass 41 Länder an den Start gegangen wären. Ebenso wäre es das erste Mal seit 1990 gewesen, dass alle Länder des Vorjahres teilgenommen hätten. Jedoch zog am 5. März 2021 überraschend Armenien seine Teilnahme zurück. Somit hätten 40 Länder teilgenommen und damit so wenige wie zuletzt 2015. Es wäre ebenso erst das zweite Mal gewesen, dass 40 Länder an den Start gegangen wären. Am 26. März 2021 wurde allerdings bekanntgegeben, dass Belarus disqualifiziert wurde, da der eingereichte Beitrag nicht den Regularien der EBU entsprach. Demzufolge werden 39 Länder antreten, zuletzt nahmen 2013 so wenige Länder teil. In den letzten zehn Jahren nahmen lediglich 2014 noch weniger teil.
Wiederkehrende Interpreten
Interpreten, die zuvor schon einmal beim Song Contest präsent waren, sind die Moldauer Sängerin Natalia Gordienko, die das Land bereits 2006 zusammen mit Arsenium vertrat, der österreichische Sänger Vincent Bueno, der 2017 als Begleitung für Nathan Trent fungierte, sowie Senhit, die 2011 San Marino bereits schon einmal vertrat. Auch Vasil trat 2019 für Nordmazedonien als Begleitung in Erscheinung. Zwei der drei Mitglieder der Gruppe Hurricane waren ebenso bereits beim Wettbewerb präsent. Sanja Vučić repräsentierte Serbien bereits 2016, Ksenija Knežević trat beim ESC 2015 als Hintergrundsängerin für Montenegro in Erscheinung. Auch die maltesische Interpretin Destiny trat bereits 2019 als Begleitsängerin für Michela Pace in Erscheinung. Darüber hinaus konnte Destiny den Junior Eurovision Song Contest 2015 für Malta gewinnen. Sie war damit die erste Junior-Eurovision-Song-Contest-Siegerin seit den Tolmatschowa-Schwestern im Jahre 2014 sein, die am Wettbewerb teilnahm. Auch die griechische Interpretin Stefania nahm bereits 2016 am JESC für die Niederlande als Teil des Trios Kisses teil.
Land Interpret Vorherige(s) Teilnahmejahr(e) Destiny Chukunyere Begleitung: 2019 Natalia Gordienko 2006 (zusammen mit Arsenium & Connect-R) Vasil Begleitung: 2019 Vincent Bueno Begleitung: 2017 Senhit 2011 Ksenija Knežević (als Mitglied von Hurricane) Begleitung: 2015 für Sanja Vučić (als Mitglied von Hurricane) 2016 (als ZAA Sanja Vučić) Mladen Lukić (Begleitung) 2018 (zusammen mit Sanja Ilić als Mitglied von Balkanika) Begleitung: 2019
Interpreten von 2020 beim Eurovision Song Contest 2021 Von den 2020 ausgewählten Interpreten kehren 26 Interpreten zur Veranstaltung 2021 zurück. Davon schafften The Roop aus Litauen und Uku Suviste aus Estland sich, wie im vorherigen Jahr, im nationalen Vorentscheid durchzusetzen.
Neue Interpreten, im Vergleich zu 2020, wurden hingegen von 14 Ländern ausgewählt. In Finnland und Schweden konnten sich die Interpreten, die im vorigen Jahr die nationalen Vorentscheide für sich entscheiden konnten, bei den für 2021 nicht noch einmal durchsetzen. In Deutschland zog sich der ausgewählte Interpret von 2020 während des Auswahlverfahrens für 2021 zurück.
Interpret von 2020 neuer Interpret interne Auswahl nach Vorentscheid interne Auswahl nach Vorentscheid Interpret von 2020nahm nicht teil Interpret von 2020nahm teil Land
Anzahl 24 2 3 8 2 10 26 13 Total 39
Nationale Vorentscheidungen Belgien Turnusgemäß wäre die wallonische Rundfunkanstalt Radio-télévision belge de la Communauté française (RTBF) für die Auswahl des Interpreten 2021 zuständig. Da der Wettbewerb 2020 aber abgesagt wurde, einigten sich RTBF und VRT darauf, dass VRT auch 2021 die Teilnahme übernimmt. RTBF wird somit erst 2022 wieder für die Teilnahme zuständig sein.
Am 20. März 2020 gab VRT bekannt, dass Hooverphonic, die Belgien bereits 2020 vertreten sollten, das Land 2021 beim Song Contest vertreten werden. Ihr Lied wurde erneut intern ausgewählt. Am 4. März 2021 wurde der von Alex Callier und Charlotte Foret komponierte Titel The Wrong Place sowie das dazugehörige Musikvideo veröffentlicht. Die Leadsängerin der Band wird Geike Arnaert sein, die 2020 nach 12 Jahren Abwesenheit zu Hooverphonic zurückkehrte und die bisherige Sängerin Luka Cruysberghs ersetzt.
Deutschland Am 18. März 2020 gab Thomas Schreiber bekannt, dass der Norddeutsche Rundfunk (NDR) sich erst mit seinem kreativen Team besprechen müsse, ob der deutsche Interpret von 2020 Ben Dolic auch 2021 für Deutschland antreten könnte. Ebenso war noch unklar, ob Deutschland 2021 überhaupt teilnehmen wird. Vor der Bekanntgabe, dass Rotterdam den Wettbewerb 2021 austrägt und dieser damit auch stattfinden werde, verwies Thomas Schreiber darauf, dass der NDR noch keine Entscheidung bezüglich 2021 traf, da es zu dem Zeitpunkt noch unklar war, ob der Wettbewerb 2021 überhaupt stattfinden werde. Ob Ben Dolic 2021 nochmals für Deutschland antrete, wollte der NDR auch von der Resonanz seines Auftritts in der Elbphilharmonie abhängig machen. Allerdings gab der NDR nach diesen Aktionen keine Entscheidung bezüglich 2021 bekannt.