Caren Erdmuth Jeß (geboren 1985 in Eckernförde) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Beruflicher Werdegang Caren Jeß studierte Deutsche Philologie und Neuere deutsche Literatur in Freiburg im Breisgau und Berlin. Als Dramatikerin trat sie das erste Mal 2017 in Erscheinung, als sie mit ihrem Stück Deine Mutter oder Der Schrei der Möwe den dritten Preis des Osnabrücker Dramatikerpreises belegte. Jeß lebt in Dresden.

Werk Jeß’ Stück Ave Joost befasst sich mit der Freundschaft zwischen dem 42-jährigen arbeitslosen Hausmeister Joost und der 14-jährigen Malin. Während Malin versucht, über einen Videoblog die Geschichte der Zwillinge Amalie und Amalia zu erzählen, entwickelt sich ein weiterer Handlungsstrang um Joost, Marcus und dessen Sohn Bastl, die sich in toxischer Männlichkeit üben, ohne eine echte Verbindung zueinander aufzubauen. Das Stück wurde 2024 am Staatstheater Nürnberg in der Regie von Branko Janack aufgeführt.

In Die Katze Eleonore wird eine Immobilienmanagerin gezeigt, die sich lustvoll in eine Katze verwandelt und damit Ehrgeiz, Verantwortung und systematische Zwänge hinter sich lässt. Das Tier erscheint darin als Traumfigur eines Ausstiegs aus den Zwängen der bestehenden Ordnung.

Im Jahr 2026 wurde am Deutschen Theater Berlin Jeß’ Stück Bookpink: New Arrivals in der Regie von Jorinde Dröse uraufgeführt. Dem Text ist ein Prolog über Jeß’ Großmutter Erdmuth vorangestellt, die Vögel an ihren Stimmen erkannte und die Autorin durch ihre leise Art des Unterscheidens beeindruckte. In drei Dramoletten betrachtet das Stück Anpassungsdruck und strukturelle Gewalt anhand von Tierfiguren. Der erste Teil bezieht sich auf Nationalismus sowie Vorstellungen von Stärke und Macht innerhalb einer Adler-Familie. Im zweiten Teil stehen reproduktive Normen, Lebens- und Karriereplanung sowie ein akademisch aufgeladenes Vokabular im Zentrum, das Fehler und Härten verdeckt. Der dritte Teil greift Motive der Fabel auf und führt seine listig und mitunter betrügerisch agierenden Tierfiguren nicht in eine Befreiung, sondern in Trauer und Schock.

Auszeichnungen 2017: Osnabrücker Dramatikerpreis, 3. Platz für Deine Mutter oder Der Schrei der Möwe 2018: Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik, Gewinnerin des Residenzprogramms der Münchner Kammerspiele für Bookpink 2018: Gewinnerin des taz-Publikumspreises im Rahmen des open mike für Die Ballade von Schloss Blutenburg 2019: Nominierung für den Autor*innenpreis des 36. Heidelberger Stückemarkt für Bookpink 2019: Nominierung für den Retzhofer Dramapreis 2019 2020: Else-Lasker-Schüler Stückepreis 2020 für Der Popper 2020: Nachwuchsautorin des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute für Bookpink 2023: Mülheimer Dramatikpreis für Die Katze Eleonore 2024: Friedrich-Hebbel-PreisHebbel-Preis 2024. In: hebbel-stiftung.org. Abgerufen am 9. Oktober 2024.

Dramen 2018: Bookpink 2019: Der Popper 2020: Knechte 2020: Eleos 2023: Die Katze Eleonore 2026: Bookpink: New Arrivals

Hörspiele 2021: Bookpink, Hörfunkbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann, Produktion: SWR, Ursendung am 1. Mai 2021., swr.de vom 1. Mai 2021, abgerufen am 3. Januar 2024.

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