Axel Brandt (* 19. Juli 1962 in Ulm) ist ein deutscher Maler.

Leben Brandt wuchs in Ulm auf, hier konnte er mit dem Jugendpreis der Künstlergilde Ulm in den Jahren 1982 und 1990 bereits erste Erfolge verbuchen. In den frühen 1980er Jahren war Brandt in der Friedensbewegung gegen die Stationierung von Pershing-Raketen sehr aktiv, was ihn vor allem zu Beginn seiner Karriere prägte.

Er studierte ab 1987 an der Kunstakademie Düsseldorf, die er als Meisterschüler von Dieter Krieg, einem Vertreter der Neuen Figuration, 1993 verließ. Seine Kunstrichtung lässt sich seit Jahren kontinuierlich auch bei Künstlern wie Sven Kroner, Andrea Bender, Robert Klümpen, Cornelius Völker oder Simone Lucas finden.

Seit seinem Studium lebt und arbeitet Axel Brandt in Düsseldorf.

Werk

Motivik Während sich Brandt zu Beginn noch stark an Motiven seiner Jugend orientiere und seine Werke beispielsweise „Baumelnde Beine über behelmten Soldaten“ oder Skigebiete aus dem Pitztal zeigen, ging er mit seinem Umzug nach Düsseldorf im Jahr 1986 zu aktuelleren Thematiken über, die jedoch weiterhin politisch bleiben. Seien es im Jahr 2003 deutsche Autos, die als Insassen die Namen „Konrad“, „Adolf“ und „Helmut“ tragen, oder eine Auswahl der Präsidenten der USA im Jahr 2008, die nackt oder nur mit Handtüchern bekleidet, Waffen auf den Betrachter richten.

Danach werden seine Werke allerdings immer weniger offensichtlich politisch, seien es nun Plastiktüten im Jahr 2015 oder über zwei Meter große, nach dem Betrachter greifende Hände im Jahr 2010.

In den letzten Jahren beschäftigte und beschäftigt Brandt sich vor allem mit alltäglichen Gegenständen, die jedoch „niemals bloße Abbilder der Realität waren – sie waren immer malerische Inszenierungen von biologischen Wesenheiten ebenso wie von technischen Objekten und den vom Künstler dramatisierten Beziehungen zwischen diesen“.Adolf H. Kerkhoff: Die Klaue des Konsums. In: Adolf H. Kerkhoff, Cornelia Schwabe, Dirk Steimann: Axel Brandt: Maler des Lichts. Oberhausen 2019, ISBN 978-3-940985-64-4.

Ein wichtiger Teil seines Werkes sind die von ihm gemalten „Blasmusiken“, sei es auf einem im Ozean treibenden Containervor den blauen Bergen Website des Künstlers. Abgerufen am 19. Februar 2020. oder einzelne Musiker auf einer grünen Wiese.Musiker Website des Künstlers. Abgerufen am 19. Februar 2020.

Malweise und Material Brandts Malweise zeichnet sich durch eine pastose Farbauftragung aus, dabei sind die entstandenen Werke mehrdeutige Abbildungen der Wirklichkeit. Er verwendet Öl, welches er gerade in den 1990er-Jahren häufig mit Holzmehl angedickt und mit einem Schlauch auf die Leinwand gepresst hat. Des Weiteren verwendet Brandt in seinen Werken häufig Acrylfarbe.

Schiffsbau 1980, im Alter von 18 Jahren, begann Brandt zusammen mit seinem Bruder Ulrich Brandt eine Segeljacht selbst zu entwerfen und zu bauen, die er mit 59 Jahren fertig gestellt und im Sommer 2021 ins Wasser gelassen hat. Die Segelyacht sollte auch immer wieder in seinen Werken vorkommen. Zusammen mit Ruppe Koselleck, Thomas Putze, Franz Müller und Andreas Welzenbach hat Brandt auf diesem Schiff im Herbst 2021, gefördert durch das Format KulturFunke* der Possehl-Stiftung, eine Kunstfahrt in die Ostseehäfen Wismar, Rostock und Lübeck unternommen.

Preise und Stipendien 1982: Förderpreis der Künstlergilde Ulm 1990: Förderpreis der Künstlergilde Ulm 1993: Markus Lüpertz Preis der Kunstakademie Düsseldorf 1994: Graduiertenstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen 1994: Kunstförderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf 1998: Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 2017: Porträtauftrag des ehemaligen Ulmer Oberbürgermeisters Ivo Gönner 2020: Projektstipendium des Kunstfonds/Neustart Kultur für die Fertigstellung der Segeljacht 2021: kulturFunke* der Possehl-Stiftung

Einzelausstellungen (Auswahl) 1994 Salzwasser, im Treppenhaus Gmyrek Studio Düsseldorf 1995 Mahlzeit, Kunstraum Düsseldorf (mit Markus Ambach) Mahlzeit, Iveco Magirus Werkskantine Ulm 1996 4 Bilder für Spiegel Buch, Franz Spiegel Ulm 1999 Haus der Kunststiftung Baden-Württemberg Stuttgart (mit Christian Möller) 2000 Heimat, Löfflerhaus Gotha Heimat, Alte Börse/Handwerkskammer Duisburg 2001 Galerie für Zeitkunst Bamberg Musikstücke, Galerie von Braunbehrens München 2002 Wir machen Musik bis uns der Kopf fehlt, Museum Voswinckelshof Dinslaken Galerie + Edition Heidrun Luther Dinslaken Galerie Peter Tedden Düsseldorf Stadthaus Ulm (mit Ines Schaber) 2003 Schwarz Rot Gold, Galerie Peter Tedden Düsseldorf 2004 Galerie Alfred Knecht Karlsruhe (mit Simone Lucas) Gib Gas, Kunstverein Siegburg Ludwigs Welt, Galerie der Stadt Kaarst Galerie Heidrun Luther Dinslaken 2005 Schnee, Galerie Peter Tedden Düsseldorf Bilder, Regionalmuseum Xanten im Osten geht die Sonne auf, Forum Kunst Rottweil 2007 Galerie Alfred Knecht Karlsruhe (mit Simone Lucas) Andechser Gefühl, Malkasten Düsseldorf (mit Walter Dahn) wg3zkb, Malkasten Düsseldorf 2008 sms 2008, Knollart Warthausen Oberhöfen sms 2008, Galerie Tedden Düsseldorf (mit Lothar Seruset) outlet kroos plus, Galerie Tedden Düsseldorf Galerie Elisabeth Schwarz Berlin 2009 Skifahrer, Knoll.art Lech 2010 die tun nix, Galerie Elisabeth Schwarz Berlin (mit Peter Kröning) one artist show, Art Karlsruhe Peter Tedden Galerie Knecht und Burster Karlsruhe mit Isa Dahl, Simone Lucas, Dieter Krieg, Melanie Richter 2011 Unschuld, Galerie Peter Tedden Düsseldorf 2012 Heartbeat, Galerie Knoll Warthausen Oberhöfen Kartoffeluniversum, Städtisches Museum Wesel 2013 Hinterwald, Galerie Knecht und Burster Karlsruhe Dicke Luft, Kunstverein Region Heinsberg 2014 Nobody loves you, Galerie Tedden Düsseldorf (mit Thomas Putze) Ulm liebt Kunst, Münsterbauhütte Ulm 2015 Bildschweine, Kunstverein Radolfzell (mit Thomas Putze) 2016 Gut, dass ich ein Maler bin, Bibabuzze Düsseldorf (Lesung Ulrich Brandt) Bürgermeisterportrait Rathaus (Ulm) Dicker Pitter, Galerie Peter Tedden Düsseldorf (Lesung Ulrich Brandt) 2017 Kurzpassspiel, Galerie Knecht und Burster Karlsruhe (mit Thomas Putze und Andreas Welzenbach) Heimspiel, Galerie Tobias Schrade Ulm 2019 Maler des Lichts, Galerie Tedden Düsseldorf 2020 Maler des Lichts, Galerie Knecht und Burster Karlsruhe 2022 Darßer Ort, Galerie Tedden Düsseldorf

Literatur Zeitungsartikel (Auswahl) Zeitungsartikel der Westdeutschen Zeitung über Axel Brandt, erschienen am 29. April 2019. Zeitungsartikel der Aachener Zeitung über die Ausstellung Dicke Luft, erschienen am 9. September 2013. Zeitungsartikel der Südwest Presse über die Ausstellung Heimläuten, erschienen am 6. April 2017. Zeitungsartikel der Augsburger Allgemeinen über ein 2016 erstmal stattfindendes Festival des Künstlers, erschienen am 21. Juli 2019. Zeitungsartikel der Augsburger Allgemeinen über das von Brandt gebaute Schiff.

Kataloge (Auswahl) Mahlzeit ISBN 3-924079-25-0, 1995 Heimat, 2000 Zuhören Hinschauen, 2002 SMS 2008 ISBN 978-3-940985-01-9, 2008 we shall overcome... some day ISBN 978-3-940985-07-1, 2009 Dicke Luft ISBN 978-3-86678-850-3, 2013 lets buy it... ISBN 978-3-7356-0320-3, 2017 Maler des Lichts ISBN 978-3-940985-64-4, 2019 art about shoes ISBN 978-3-86206-868-5, 2021 Darßer Ort ISBN 978-3-940985-88-0, 2022

Weblinks

Einzelnachweise

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