Pilismarót ist eine ungarische Gemeinde im Kreis Esztergom im Komitat Komárom-Esztergom. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Basaharc und Dunapart.
Geografische Lage Pilismarót liegt am rechten Ufer der Donau. Nachbargemeinden sind Dömös und Esztergom.
Geschichte Die Geschichte der Ortschaft reicht bis in die Urgeschichte zurück. Funde des Epi-Gravettien stammen aus Pilismarót-BánomViola T. Dobosi, Tradition and modernity in the lithic assemblage of Mogyorósbánya late Palaeolithic site. Acta Archaeologica Academiae Scientiarum Hungaricae 67, 2016, 27. In der Gegend wurden an über 40 Orten archäologische Funde gemacht. Am bedeutendsten sind die Funde aus der Römerzeit. Die Festung Castra ad Herculem in Pilismarót-Malompatak befand sich am Limes am Donauknie. Sie hatte U-förmige/halbrunde Türme, die unter Konstantin im 5. Jahrhundert erbaut wurdenHarald von Petrikovits, Fortifications in the North-Western Roman Empire from the Third to the Fifth Centuries A.D. Journal of Roman Studies 61, 1971, 184; 196; 199; Z. Visy, Der pannonische Limes in Ungarn. Stuttgart, Theiss Verlag 2000. In der Siedlung wurden zwei Töpferöfen betrieben, in dem spätrömische Keramik mit eingeglätteten Mustern hergestellt wurdeNeil CHRISTIE, From the Danube to the Po: the Defence of Pannonia and Italy in the Fourth and Fifth Centuries AD. In: A. G. POULTER (Hrsg.), The Transition to Late Antiquity, on the Danube and Beyond. London, British Academy 2007, 556 f..
Die weitere Historie des Dorfes ist mit der Geschichte der Mönchsorden verbunden. Béla IV. gab das Dorf dem Orden der Benediktiner. König Sigismund übergab das Dorf später der Propstei von Esztergom. Das Dorf gehörte bis zum Jahre 1493 den Paulinern. Der Mühlental-Bach, genannt nach den Mühlen, war angeblich ein beliebter Erholungs- und Picknickort von König Matthias. Unterwegs aus seinem Visegráder Schloss rastete er hier gerne nach der Jagd. In dem Tal von Miklós-deák (Student Nikolaus) saß angeblich Nikolaus, der Schreiber des Königs gerne.
Das Landhaus auf der Hauptstraße wurde von Gustav Heckenast errichtet. Die romantische Villa mit Holzsäulen und einer ersten Etage wurde im Jahre 1860 gebaut. Laut der Erinnerungen hat Ferenc Deák in diesem Haus angeblich den Ausgleich mit Österreich ausgearbeitet. Es ist sicher, dass fast alle berühmten Schriftsteller und Dichter das Haus des berühmten Druckers Heckenast besuchten.
In der Mitte des Dorfes steht die im Jahre 1821 mit Portal und Turm gebaute römisch-katholische Kirche. Vor der Kirche steht die Statue des Ehepaares Dobozi. Laut Legenden flohen sie vor den Türken aus ihrem brennenden Haus. Die Frau von Mihály Dobozi bat ihn, sie zu erstechen, damit sie nicht den Türken in die Hände fiel. Er fiel später im Kampf gegen die Türken. Das Ereignis wird mit dem nahen Basaharc-Hügel verbunden.
Von weitem ist die protestantische Kirche zu sehen. Sie ist das älteste Gebäude des Dorfes. Ihre Grundsteine stammen aus der mittelalterlichen Zeit der Pauliner. Übernommen wurde sie von den Kalvinisten im Jahre 1786 als Joseph II., "der König mit dem Hut" die Orden per Dekret auflöste.
Der seit eh und je beliebte freie Strand ist einer der besten an Ungarns Donau. Deshalb hieß der Strand schon in den 1930er Jahren "Silberstrand" oder "Lido der Donau". Auch deshalb wurden die Erholungs- und Wochenendhäuser am Ufer gebaut.
Gemeindepartnerschaften Hirschberg (Saale), Deutschland Kamenica nad Hronom, Slowakei
Sehenswürdigkeiten Ferenc-Rákóczi-Reliefgedenktafel, erschaffen in den 1980er Jahren von Tibor Borbás und János Konyorcsik (am Kulturhaus) Nepomuki-Szent-János-Statue (Nepomuki Szent János-szobor), erschaffen 1800 Reformierte Kirche, ursprünglich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut, 1686 erweitert, der Turm wurde 1924 hinzugefügt Römisch-katholische Kirche Szent Lőrinc, erbaut 1787–1792, erweitert 1810 Weltkriegsdenkmal (Hősi emlékmű) erschaffen 1924 von Szigfrid Pongrácz
Verkehr Durch Pilismarót verläuft die Hauptstraße Nr. 11. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Esztergom. Weiterhin verkehrt eine Fähre über die Donau nach Zebegény.
Persönlichkeiten Gusztáv Gegus (1855–1933), Jurist und Minister
Literatur Pilismarót Településképi Arculati Kézikönyve. Hrsg. von der Gemeindeverwaltung, Pilismarót 2017.
Einzelnachweise
Weblinks
Pilismarót ()
Kategorie:Ort an der Donau Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Ungarn Kategorie:Römische Befestigungsanlage (Pannonia Valeria)