Tai’an () ist eine Landgemeinde () im Landkreis Miaoli in der Republik China (Taiwan).

Beschreibung Tai’an liegt im Osten des Landkreises Miaoli und ist mit etwa einem Drittel der Landkreisfläche die größte Gemeinde Miaolis. Mit 5430 Einwohnern (August 2025) hat Tai’an die kleinste Einwohnerzahl des Landkreises und ist am dünnsten besiedelt.

Das Gemeindegebiet liegt überwiegend in den westlichen Ausläufern des Xueshan-Gebirges. Die Höhe über dem Meeresspiegel variiert zwischen 4 Metern in den Tälern und über 3800 Metern im Hochgebirge und steigt von Westen nach Osten an. An den Gemeindegrenzen liegen die höchsten Berggipfel: der Xueshan (, 3886 m), der Daxueshan (, 3530 m) und der Dabajianshan (, 3492 m). Dominierendes Fließgewässer ist der Da’anxi (), dessen Einzugsgebiet etwa drei Viertel der Fläche Tai’ans ausmacht und in dessen Flusstal die Mehrheit der Bevölkerung lebt.

Die angrenzenden Gemeinden sind Wufeng und Jianshi (Landkreis Hsinchu) im Norden und Osten, Heping (Stadt Taichung) im Süden sowie Nanzhuang, Shitan, Dahu und Zhuolan (Landkreis Miaoli) im Norden und Westen.

Geschichte Die ursprünglichen Bewohner des Gebietes waren austronesische Ethnien, die Vorfahren der heutigen indigenen Völker Taiwans. Aufgrund seiner Unzugänglichkeit stand die Region zur Zeit der Zugehörigkeit Taiwans zum Kaiserreich China (Qing-Dynastie) nie wirklich unter Kontrolle der chinesischen Behörden und wurde erst während der japanischen Kolonialherrschaft (1895–1945) besetzt und administrativ erfasst. Ab 1920 gehörte das Gebiet von Tai’an zum Kreis Dahu () innerhalb der Präfektur Shinchiku (). Nach der Übernahme Taiwans durch die Republik China 1945 wurde Tai’an zunächst in den Landkreis Hsinchu eingegliedert und am 25. Oktober 1950 als Landgemeinde Da’an () dem neu eingerichteten Landkreis Miaoli angeschlossen. Da es im benachbarten Landkreis Taichung eine Gemeinde gleichen Namens gab, wurde die Benennung 1954 in das ähnlich lautende Tai’an geändert.

Bevölkerung Ende 2018 wurden 4348 Angehörige indigener Völker gezählt, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 74 % entsprach. Überwiegend handelte es sich um Atayal. Die restliche Bevölkerung wird größtenteils von Hakka gebildet, die mehrheitlich im Dorf Qing’an leben. Gliederung Tai’ans300px

Verwaltungsgliederung Tai’an ist in 8 Dörfer () gegliedert:

Verkehrsverbindungen Aufgrund der gebirgigen Topografie gibt es keine größeren Verkehrsverbindungen. Im Westen des Gebiets gibt es zwei Gemeindestraßen, die als Zubringer zur Provinzstraße 3 dienen, die in einigen Kilometern Abstand in Nord-Süd-Richtung westlich an Tai’an vorbei verläuft.

Wirtschaft Haupterwerbszweige sind Landwirtschaft und Tourismus. Angebaut werden Bambus (Phyllostachys reticulata), Pflaumen, Ingwer, Japanische Aprikosen, Drachenfrüchte, Nassreis, Ananas, Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Erdbeeren und verschiedene Gemüse.

Besonderheiten Hauptattraktionen sind die Natur, die zum Wandern und Bergsteigen einlädt, und die Kultur der einheimischen Atayal. Tai’an hat von allen Gemeinden mit 39.536 ha den größten Anteil am Shei-Pa-Nationalpark, der den ganzen östlichen Teil des Gemeindegebiets einnimmt. An verschiedenen Stellen finden sich Spuren geothermaler Aktivität. Im Dorf Zhongxing tritt an verschiedenen Stellen aus dem Boden Erdgas aus und brennt mit kleiner Flamme ab. Im Dorf Jinshui finden sich heiße Quellen.

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Einzelnachweise

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