Die folgende Liste enthält eine Tabelle von Durchhäusern in Wien. Dabei wurden nur vor 1920 entstandene Gebäude bzw. Passagen wo mindestens ein Gebäudeteil vor 1920 entstanden ist, berücksichtigt. Auch nicht berücksichtigt sind Passagen, deren Zugang beschränkt (Hotels, Restaurants, Geschäfte etc., aber auch z. B. das Wiener Rathaus) oder nicht mehr benutzbar ist. In fast allen Fällen sind die Zugänge nur tagsüber geöffnet.
Die Liste ist in vier Rubriken eingeteilt:
Größere Baukomplexe, die einen ganzen Häuserblock ausfüllen und mehrere Höfe sowie mehrere Eingänge zu angrenzenden Straßen haben Passagen durch ein einzelnes Gebäude. Diese führen durch einen Hof oder auch durch eine Ladenpassage. Dies sind Durchhäuser im engeren Sinn. Solche Passagen können auch durch mehrere Gebäude führen, oft in der Form, dass zwei Hinterhöfe ineinander übergehen. Typisch sind auch nachträglich geöffnete Passagen, nachdem ein moderneres an ein älteres Gebäude angebaut wurde. In einem Fall (Raimundhof) wurde das ältere Haus neu fassadiert und an das neuere angepasst, so dass es wie ein Gebäude wirkt. Einfache Durchgänge oder -fahrten, die durch einen einzelnen Gebäudetrakt führen, oft in Form eines überbauten Torbogens. Entweder die Durchfahrt liegt oberhalb einer Straße oder der Durchgang führt in einen Hinterhof, der mit einer Straße verbunden ist.
Größere Baukomplexe
Passagen durch ein Gebäude (Durchhäuser im engeren Sinn)
Passagen durch mehrere Gebäude
Einfache Durchgänge oder -fahrten
Nach 1920 Nach 1920 spielte der soziale Wohnbau eine größere Rolle, es entstanden größere Anlagen in Blockrandbebauung (oft auch mit mehreren Eingängen, aber selten öffentlich zugänglich), ab den 1950er-Jahren wurde teilweise die Blockrandbebauung überhaupt aufgegeben, so dass die begriffliche Abgrenzung an Klarheit verliert. Es gibt aber noch Beispiele aus der Zwischen- oder Nachkriegszeit, wo Häuser den „klassischen“ Durchhäusern entsprechen: sie befinden sich innerhalb eines Häuserblocks und bieten Zugänge zu parallel verlaufenden Straßen. Ein Beispiel wäre die städtische Wohnhausanlage Therese-Schlesinger-Hof (8., Schlösselgasse 14 – Wickenburggasse 15, erbaut 1929/30 von Cesar Poppovits ).Im Professor-Jodl-Hof (19., erbaut 1925/26 ) wird der Döblinger Gürtel zum Innenhof und endet unspektakulär als Seitengasse zur Guneschgasse. Ein anderes Beispiel aus dem Jahr 1956 ist das Gebäude, in dem sich das Römermuseum befindet (1., Hoher Markt 3 – Landskrongasse 6 ).
Einiger Beliebtheit erfreuten sich in den 1950er-Jahren quer über eine Straße liegende Gebäudetrakte, etwa bei der Wohnhausanlage Laurenzgasse 14–18 über die Hauslabgasse (5. Bezirk, aus dem Jahr 1951 ). Ein Beispiel mit gleich zwei Durchfahrten (über die Zaunergasse) ist der Anton-Schmid-Hof aus dem Jahr 1953 (3., Zaunergasse 5–7, Zaunergasse 12–14 u. a. ). In einem Fall wurde dadurch erst die Straßeneinmündung ermöglicht: dort wo der Kurt-Steyrer-Hof steht (3., Landstraßer Hauptstraße 92–94 ) befand sich bis etwa 1900 das Palais Arenberg, erst mit dem Durchhaustrakt konnte 1955 die Neulinggasse mit der Landstraßer Hauptstraße verbunden werden.
Weblinks
Literatur Gabriele Hasmann (Text), Charlotte Schwarz (Fotos): Geheime Pfade – Durchhäuser, Hinterhöfe und versteckte Gassln in Wien. Wien, Falter Verlag, 2019, ISBN 978-3-85439-639-0
Einzelnachweise
Durchhauser in Wien Durchhaus