Hohenleipisch ()Filip Rězak: Deutsch-wendisches encyklopädisches Wörterbuch der Oberlausitzer Sprache, Bautzen 1920. Siehe auch: Arnošt Muka, Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer, 1911–1928. (Sorbisches Institut) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs und Teil des Amtes Plessa.
Geographie mini|links|Ortsansicht Die Gemeinde liegt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft rechts der Schwarzen Elster. Kernstück des Naturparks ist der ehemalige Truppenübungsplatz bei Hohenleipisch. Das Naturschutzgebiet Der Loben liegt im Gemeindegebiet. Die Gegend um den Ort ist die größte Streuobstregion Brandenburgs.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Dreska.Gemeinde Hohenleipisch. Serviceportal Brandenburg, abgerufen am 5. Mai 2024.
Geschichte mini|links|Hohenleipisch auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|links|Hohenleipisch um 1900
Erstmals erwähnt wurde Hohenleipisch vermutlich 1210.Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968 1346/1495 wird der Ort als Hornlubisch erwähnt. 1422 gehörte Hohenleipisch zum Leibgedinge der Herzogin Offka, welche ihren Witwensitz im Schloss zu Liebenwerda bezog. Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde der Ort besonders 1646 beim Durchzug Wrangelscher Truppen. Das Kloster Dobrilugk besaß das Kirchenpatronat.Geschichte des Kreises Liebenwerda. Geschichten der Territorien und Kreise der Provinz Sachsen, Band 1: Geschichte des Kreises Liebenwerda, Heinrich Nebelsieck Die in Hohenleipisch und Umgebung damals stark verbreitete Töpferei führte 1803 zur Gründung einer Dorfinnung – eine Seltenheit in der Gewerbegeschichte. Diese Innung hatte 1817 elf Mitglieder. Durch diese Gründung konnte der Vertrieb Hohenleipischer Töpferwaren (Stein- und Grautöpferware, sogenanntes blaues Zeug, als Bierflaschen, Buttertöpfe, Schmelztiegel) bedeutend gesteigert werden. Die Töpferwaren wurden bis nach Anhalt geliefert.
Am Abend des 26. Januar 1874 kam es in Hohenleipisch zu einem Großbrand. In einem mit Stroh gedeckten Wohnhaus war ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen, durch einen heftigen Sturm begünstigt, schnell auf die Gebäude der benachbarten Grundstücke über und erst ein Gewitter beendete am nächsten Morgen die Feuersbrunst. Am Ende waren den Flammen, die bis nach Elsterwerda zu sehen waren, neun Gehöfte und eine Scheune eines zehnten Hofes zum Opfer gefallen.Vermischtes. In: Liebenwerdaer Kreisblatt, 4. Februar 1874, S. 41.
Hohenleipisch war Bestandteil des Amtes Liebenwerda. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Liebenwerda, dem auch Hohenleipisch angehörte, im Regierungsbezirk Merseburg in die preußische Provinz Sachsen eingegliedert. Von 1952 bis 1990 gehörte der Ort dem Kreis Bad Liebenwerda im Bezirk Cottbus, seit 1990 im Land Brandenburg an. Seit 1993 ist er Bestandteil des Landkreises Elbe-Elster.
Der Ortsteil Dreska wurde erstmals im Jahre 1406 urkundlich erwähnt.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 300 1890 1 500 1910 2 237 1925 2 467 1933 2 716 1939 2 821 Jahr Einwohner 1946 3 352 1950 3 313 1964 2 798 1971 2 775 1981 2 850 1985 2 759 Jahr Einwohner 1990 2 608 1995 2 836 2000 2 822 2005 2 552 2010 2 171 2015 2 048 Jahr Einwohner 2020 1 949 2021 1 930 2022 1 953 2023 1 937 2024 1 857 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Hohenleipisch besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 6 (2) Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 73,8 % zu folgendem Ergebnis:
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 Sitze2024 Bürger für Hohenleipisch und Dreska 12,6 % 1 100 % 12 SPD 39,0 % 5 – – CDU 28,4 % 3 – – AfD 15,3 % 2 – – Die Linke 4,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 12 100 % 11
Lutz Schumann kandidierte sowohl als Gemeindevertreter als auch für das Bürgermeisteramt. Er nahm die Wahl zum Bürgermeister an. Da die Liste der Wählergruppe nur zwölf Personen umfasste, bleibt ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.
Bürgermeister 1994–1998: Wolfgang Beilich (SPD)Stichwahl der Bürgermeister und Oberbürgermeister in Brandenburg am 19. Dezember 1993. (PDF; 4,4 MB) Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg, Potsdam 1993, S. 24. Abgerufen am 22. Oktober 2025. 1998–2015: Wolfram Herold (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 24. Abgerufen am 26. August 2024. seit 2015: Lutz Schumann (Bürger für Hohenleipisch und Dreska; bis 2024 SPD)tpt In: Lausitzer Rundschau, 22. August 2015
Schumann wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 88,1 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 26. August 2024.
Wappen Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
Flagge Zwei Längsstreifen in den Farben Grün-Gold (Gelb) mit dem auf der Nahtstelle aufgelegten Gemeindewappen.
Partnergemeinde Hohenleipisch ist mit Sassenburg in Niedersachsen durch eine Gemeindepartnerschaft verbunden.
Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche mini|Hohenleipisch zur Kirschblüte
In der Liste der Baudenkmale in Hohenleipisch und in der Liste der Bodendenkmale in Hohenleipisch stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Evangelische Kirche, erbaut im Jahr 1208 Forsthaus der Oberförsterei Elsterwerda Kriegerdenkmal Ehemalige katholische St.-Matthias-Kirche: Die nach Plänen des Architekten Johannes Reuter erbaute und 1958 geweihte Kirche wurde 2017 profaniert.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Bahnhof Hohenleipisch Hohenleipisch liegt an der Landesstraße L 62 zwischen Elsterwerda und Finsterwalde.
Der Bahnhof Hohenleipisch liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 8 Wismar über Wittenberge, Berlin Hbf nach Elsterwerda im Zweistundentakt bedient, betrieben von der ODEG.
Sport Der Fußballverein VfB Hohenleipisch spielt in der Saison 2021/2022 in der Landesliga Süd Brandenburg.
1864 wurde in Hohenleipisch ein 98 Mitglieder starker Schützenverein gegründet, welcher Ende des 19. Jahrhunderts bereits 162 Mitglieder aufwies. Da es auf Grund der großen Mitgliederzahl organisatorische Probleme gab, wurde 1906 ein zweiter Schützenverein gegründet. Dem ursprünglichen Hohenleipischer Schützenverein durften nur noch Mitglieder beitreten, welche beim Militär gedient hatten. Hinter dem heutigen Gasthof „Zum goldenen Löwen“ befand sich der erste bekannte Schießstand des Ortes, welcher allerdings später aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Nachdem 1933 mit dem Kleinkaliber-Schützenverein ein weiterer Schützenverein in Hohenleipisch gegründet worden war, wurden diese mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgelöst. Erst in den 1970er Jahren begann man im Ort unter dem Dach der Gesellschaft für Sport und Technik mit dem Sportschießen. Nach der Wende wurde 1994 der bis in die Gegenwart bestehende Verein „Schützengilde 1864 Hohenleipisch e. V.“ gegründet.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Friedrich Wilhelm Hubrich (1867–1925), Reichstagsabgeordneter und Generalsekretär des Verbandes mittlerer Reichs-Post und Telegraphen-Beamten Paul Ruhig (1922–2000), Gewerkschafter Peter Bankwitz (1931–2013), Geologe, Träger des Nationalpreises der DDR Stephan Freigang (* 1967), Langstreckenläufer, Dritter im Marathonlauf bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Hans Eickworth (1930–1995), Bildhauer, lebte in Hohenleipisch Anja Heinrich (* 1971), 2009–2018 Mitglied des Brandenburgischen Landtags, wuchs in Hohenleipisch auf
Literatur Luise Grundmann / Dietrich Hanspach: Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Herausgegeben vom Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Köln / Weimar / Wien: Böhlau Verlag, 2005, ISBN 3-412-10900-2
Weblinks
Gemeinde Hohenleipisch Gemeinde Hohenleipisch beim Amt Plessa
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster
Kategorie:Schraden (Landschaft) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1210