mini|Schloss Obergläsersdorf Schloss Obergläsersdorf () ist ein Schloss in Szklary Górne (deutsch Obergläsersdorf) in der Landgemeinde Lubin der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte Unter den von Glaubitz bestand im Ort eine Renaissanceresidenz. Johann Heinrich d’HautoisKonrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Band 6, 8. Abtl., Der Abgestorbene Adel der Preussischen Provinz Schlesien. Bauer & Rapse E. Küster, Nürnberg 1887, abgestorbene Adel der Preussischen_P/96ZV35TVBsEC?hl=de&gbpv=1&dq=Johann+Heinrich+d%E2%80%99Hautois&pg=PA40&printsec=frontcover S. 40. ließ ab 1715 ein Barockschloss errichten, vermutlich nach Entwurf des Baumeisters Johann Blasius Peintner, dem auch Schloss Briese zugeschrieben wird. Ab 1833 war Christian Gottlieb Raabe Eigentümer von Gut Obergläsersdorf und Gut Boeckey,Schirmacher (Hrsg.): Jahrbuch des Schlesischen Forst-Vereins für 1891. E. Morgenstern, Breslau 1892, und Verhandlungen des schlesischen Ober+Gläsersdorf+Oskar+Raabe&pg=RA2-PA342&printsec=frontcover S. 342. die 1835 über dessen Sohn auf den Enkel Oskar Raabe übergingen.Die Gutsbesitzerfamilie Raabe im 18./19. Jh., Hrsg. Lueben damals. 2024. Letzterer, ausgebildet an der Forstakademie Tharandt, gründete eine Brauerei, betrieb eine Stärkefabrik,Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gustbesitzer etc. etc. Band 9, Schlesien und Posen. 8. Ausgabe 1895, C. Leuchs & Co., Nürnberg 1895, S. 280a. und baute die forstliche Nutzung aus. Der Annahmewert des Gutes betrug Mitte des 19. Jahrhunderts 43.800 Thaler.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 216. Mindestens bis 1894 saß die Familie Raabe auf Ober Gläsersdorf.Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. [1894.] 5. Auflage, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 306 f.
Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss nach 1895 unter den Grafen Ballestrem, u. a. dem Grafen Franz von Ballestrem, verheiratet mit Hedwigis Gräfin Saurma, Freiin von und zu der Jeltsch,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. 95. Jg., Justus Perthes, Gotha 1921, genealogisches Taschenbuch_d/owgYAAAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Ober+Gl%C3%A4sersdorf&pg=PA57&printsec=frontcover S. 56 f. Besitzer von gesamt 11.353 ha in Schlesien,Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen. 1912. I, S 1.; II, W. Herlet GmbH, Berlin 1912, S. 55 f. mit Ausbau der Seitenflügel im neobarocken Stil. Der umgebende Wassergraben wurde zeitgleich zugeschüttet. Der Garten am Schloss wurde als Rasenparterre mit Formgehölz erhalten und mit barocken Skulpturen der hl. Florian und Michael geschmückt.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. 114. Jg., Justus Perthes, Gotha 1940, S. 23. Des Weiteren befanden sich die Gruppenskulpturen Frühlung, Sommer, Herbst und Winter, geschaffen vom Bildhauer Josef Wilhelm Carl Limburg, im hiesigen Schlosspark.Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Degener’s Wer ist’s?. X. Ausgabe, Selbstverlag, Berlin 1935, S. 973 f.
Valentin von Ballestrem saß als VertreterE. David: Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1911, S. 174. für das Gräflich von Ballestrem’sche Fideikommiss im Preußischen Herrenhaus. Letzter Gutsherr war Nikolaus von Ballestrem. Als Forstverwalter vor Ort agierte in Ober Gläserdorf, um Haus Bockey und Eichensee (Brustawe) von Ende 1930er Jahre bis Anfang der 1940er JahreGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser. (Hofkalender). 1942. II. Abteilung, 179. Jg. Justus Perthes, Gotha 1941, S. 330. Albrecht Baron von Keyserlingk (1900–1996), VaterGottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A/B (Uradel/Briefadel). 2015. Band XXXVI, Band 158 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2015, S. 85. der namhaften Schriftstellerin Linde von Keyserlingk. Nikolaus von Ballestrem, dem ebenso das Schloss Plawniowitz gehörte, starb auf der Flucht bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945.
Infolge des Zweiten Weltkriegs fiel Ober Gläsersdorf zusammen mit dem größten Teil Schlesiens 1945 an Polen. Danach wurden im Schloss Wohnungen für Arbeiter der volkseigenen PGR eingerichtet. Im Inneren blieb nur das barocke Treppenhaus erhalten. Heute ist im Schloss eine Schule untergebracht.
Bauwerk Das Schloss ist als „Palais entre court et jardin“ (zwischen Hof und Garten) gestaltet. Hof- und Gartenfassade sind durch dreiachsige Mittelrisalite gegliedert. Zur Gartenseite ist ein auf Säulenpaaren ruhender Balkon vorgelagert. Über dem Balkon ist das Wappen des Grafen d’Hautois und seiner Frau aus dem Hause Frankenberg angebracht. Auf der hofabgewandten Seite liegt ein regelmäßiger Garten mit einem Brunnenbecken in der Mittelachse des Schlosses. Ein heute ruinöser Gartenpavillon bildete den westlichen Abschluss dieser Anlage. Südlich des Schlosses wurde im 19. Jahrhundert ein Landschaftspark angelegt.
Literatur Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 144–145. Helmut Sieber: Burgen und Schlösser in Schlesien. Nach alten Stichen. 2. Auflage, In: Burgen, Schlösser, Herrensitze. Band 35; Verlag Weidlich, Frankfurt am Main 1962, S. 163.
Weblinks
Kurzbeschreibung: Ballestremsches Firmen- und Familienarchiv Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage
Einzelnachweise
Kategorie:Schloss in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Barockbauwerk in Polen Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Lubin Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren Kategorie:Schloss in Schlesien Ober Glasersdorf Kategorie:Ballestrem (Adelsgeschlecht)