Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (internationaler Titel Arctic Circle, finnischer Originaltitel Ivalo) ist eine finnisch-deutsche Fernsehserie von Hannu Salonen mit Iina Kuustonen als finnischer Polizistin Nina Kautsalo und Maximilian Brückner als deutschem Virologen Thomas Lorenz. Die Originalfassung wurde in zehn Folgen ab dem 21. Dezember 2018 auf der finnischen Streaming-Plattform Elisa Viihde veröffentlicht. Die Erstausstrahlung im ZDF lief in fünf Doppelfolgen ab dem 16. Februar 2020. Titelgebend für den deutschen Titel ist die englische Bezeichnung für den Nördlichen Polarkreis.
Handlung Teile 1 und 2 In Ivalo im finnischen Teil Lapplands findet die Polizistin Nina Kautsalo auf der Suche nach Wilderern die fast erfrorene Prostituierte Evgenya in einem Keller des Hofbesitzers Elias Raunola. Bei einer Nachuntersuchung des Hauses stößt sie mit einem Kollegen auf zwei tote Frauen im Eis. Bei den Opfern handelt es sich um russische Prostituierte, die mit mobilen Bordellen durch Lappland unterwegs waren. Es beginnt eine Fahndung nach dem Hofbesitzer Raunola, die zunächst erfolglos bleibt.
Nachdem sich herausstellt, dass im Blut der entdeckten Prostituierten ein tödliches Virus enthalten ist, das Missbildungen zur Folge hat, wird das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eingeschaltet. Die Ermittlungen führen Nina Kautsalo zu Frauenhändlern und zum deutschen Virologen Thomas Lorenz. Das erste Opfer war mit dem Jemen-Virus infiziert, das bei Schwangeren zu Missbildungen des Kindes oder Fehlgeburten und zum Tod führt. In Jemen wurden ganze Dörfer durch das Virus ausgelöscht. Thomas Lorenz ermittelt zunächst allein und versucht Patienten in Lappland zu untersuchen und Infizierte zu finden. Dabei wird Nina Kautsalos Schwester Marita Kautsalo als Virenerkrankte erkannt und unter Quarantäne gestellt.
Als Raunolas Schneemobil verunfallt aufgefunden wird, wird offenbar, dass an dem Fall noch mehr dran ist. Der Wilderer Reidar Hamari, der eine weitere Prostituierte namens Irina gefangen hält, wird ermordet aufgefunden, worauf Nina Kautsalo eine Verbindung zwischen Reidar und Raunola vermutet. Im Rahmen der Ermittlungen stößt sie auf Arttu, Reidars Bruder, der sich verdächtig macht und über die Vorgänge mehr zu wissen scheint. Als Raunola überraschend in der Polizeistation auftaucht, kommt es zu einer gefährlichen Situation für Nina Kautsalo.
Teile 3 und 4 Er bedroht sie zunächst, lässt sich dann aber überraschend festnehmen. Auf der Wache verlangt er Schutz für das Geständnis, getötet zu haben, will aber nichts Konkretes zugeben und mit den Entführungen nichts zu tun haben. Währenddessen versucht die gefangene Prostituierte auf dem Schrottplatz weiterhin verzweifelt, sich zu befreien und nicht zu erfrieren.
Unter dem Vorwand, auf Hepatitis zu testen, werden die Vorsorgeuntersuchungen ausgedehnt. Die getöteten Prostituierten werden positiv auf das Virus getestet. Zudem werden die Standorte der Prostituiertenbusse ausfindig gemacht und Personen befragt. Als Thomas Lorenz versucht, auch diese Prostituierten zu testen, interveniert ein Zuhälter, vernichtet Proben und wird festgenommen, kann dann aber entfliehen.
Nina Kautsalo wurde zwischenzeitlich vom Mordfall abgezogen, nach dem überraschenden Abgang eines russischen Ermittlers dann aber wieder beauftragt. Raunola bietet in einer weiteren Vernehmung an, alle Tötungen zu gestehen, nachdem Nina Kautsalo ihm nahegelegt hat, dass er in der U-Haft gefährdet sei und die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt sicherer wäre. Nach einer Untersuchung ist Raunola überraschenderweise nicht mit dem Jemen-Virus infiziert, weswegen die Identität des Patienten Null wieder offen ist.
Arttu, der wachsende finanzielle Probleme hat, sucht auf der Suche nach gewilderten Fellen Reidars Schrottplatz auf, hat Mitleid mit der gefangenen Prostituierten, gibt ihr zu essen, befreit sie aber nicht, sondern betrinkt sich und entfernt sich wieder. Sie findet einen Nagel, mit dem sie beginnt, sich zu befreien.
Nina Kautsalo wird zunehmend mit privaten Problemen konfrontiert. Sie kümmert sich um ihre mit dem Down-Syndrom geborene Tochter Venla, die ihren Vater, Esko Kangasniemi, kennenlernen möchte. Esko hingegen will nichts von dem Kind wissen, bietet aber an, sich um seine Tochter zu kümmern, wenn Nina wieder Sex mit ihm hat. Nina lehnt zunächst empört ab. Als sie später Venlas wegen auf das Angebot zurückkommen will, stellt Esko es als einen Scherz dar.
Nina fühlt sich außerdem für ihre ältere Schwester Marita Kautsalo verantwortlich, die früher drogenabhängig war. Diese ist in ihrer Quarantäne unglücklich, entfernt sich unerlaubt und begibt sich auf eine Party, wo sie eine Bekanntschaft macht. Am Folgetag wird sie von Thomas Lorenz damit konfrontiert, dass sie ein Virus hat und dass die Krankheit nur dann nicht ausbricht, wenn sie nicht schwanger wird. Sie fertigt eine Liste mit ihren Liebhabern an, wobei offenbar wird, dass sie eine längere Affäre mit einem Nicolas Muscat hatte. Sie bricht mit Nina Kautsalo, weil diese ihr die Folgen des Virus verschwiegen hat.
Nina Kautsalo und Thomas Lorenz kommen sich bei den gemeinsamen Ermittlungen auch privat näher. Die Frau von Thomas Lorenz ist eifersüchtig und reist ihm nach. Dabei trifft sie beide zusammen an. Sie stellt ihn zur Rede. Nachdem sie zurück in Helsinki ist, reicht sie die Scheidung ein und fordert außerdem das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter.
Nina Kautsalo wird nun offiziell dem Virenfall zugeordnet und vom Mordfall abgezogen, will aber weiter ermitteln, da sie Zusammenhänge sieht. Auch Thomas Lorenz, der vom Multimillionär Marcus Eiben, dem Vorstandsvorsitzenden eines Pharmakonzerns, finanziert wird, ist bemüht, die Untersuchungen auszudehnen. Er entdeckt den Geldgeber zufällig vor dem Hotel und spricht mit ihm, ohne den wahren Grund seines Aufenthalts zu offenbaren.
Dieser ist bezüglich der Haltung skeptisch und bespricht sich mit einem Kollegen. Es wird immer deutlicher, dass von dort aus Fäden im Hintergrund gesponnen werden und etwas vertuscht werden soll. Raunola wird bei der polizeilichen Überführung von Unbekannten befreit und entführt. Es wird offenbar, dass er beauftragt war, alle Prostituierten zu töten. Er wird gefoltert, nach seinem Wissen über die Polizei befragt und weiter gefangen gehalten.
Arttu taucht nach einem Streit mit seiner Frau wieder auf dem Schrottplatz auf, um sich der Prostituierten zu bemächtigen. Er betäubt und entführt sie in seinem Wagen. Sie kann sich aber befreien und fliehen, währenddessen sich seine Frau entscheidet, ihn anzuzeigen. Daraufhin entdecken Polizisten das Versteck und machen sich auf die Suche nach ihr.
Die Prostituierte trifft auf ihrer Flucht in der Dunkelheit auf ein Fahrzeug.
Teile 5 und 6 Durch die Mithilfe von Arttus Frau erfährt Nina Kautsalo von einem Ferienhaus, in dem Arttu einst Hausmeister war. Dort angekommen können Nina Kautsalo und ein Kollege diesen auch überwältigen und die Prostituierte befreien, die er offenbar wieder aufgegriffen hat. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass diese das Virus nicht hat.
Allerdings kommt eine Schwangere ins Krankenhaus von Ivalo, wo Thomas Lorenz notgedrungen versucht, ihr Baby zu retten – doch es ist stark missgebildet und stirbt. Auch die Mutter stirbt bei der Geburt, und es stellt sich heraus, dass beide mit dem Virus infiziert sind. Der Ehemann hatte zuvor Kontakt mit Prostituierten. Das Ehepaar ist Mitglied der religiösen Gemeinschaft der Laestadianer, die jährliche Treffen in Lappland abhalten.
Ein Vorstoß von Thomas Lorenz, auch andere Mitglieder testen zu lassen, scheitert sowohl an der Haltung der Gemeinde als auch am Widerstand des Chefs von Nina Kautsalo, Reino Ylikorpi. Auch andere Verantwortliche im Umfeld des Gesundheitszentrum untergraben seine Bemühungen um Aufklärung.
Marita Kautsalo ist erneut aus der Klinik geflohen und hat die Nacht mit einem Unbekannten verbracht. Sie lässt sich zunehmend gehen und weigert sich, die Krankheit zu akzeptieren, weil sie keine Symptome zeigt.
Thomas Lorenz’ Ehefrau Gunilla Lorenz macht ihrem Anwalt Stenström gegenüber Andeutungen von angeblicher Vernachlässigung, sexueller Gewalt und Kontrolldenken ihres Mannes und will die Scheidung einreichen. Dieser verbietet Thomas Lorenz den Umgang mit seiner Tochter Hanna Lorenz.
Nina Kautsalo versucht Nicolas Muscat zu ermitteln, hat aber keinen Erfolg und macht sich Sorgen um die Infektion ihrer Schwester und ob sie selbst auch krank sein könnte, was von Thomas Lorenz verneint wird.
In Murmansk wird Raunola gefoltert und gezwungen, Lazar Cevikovic bei seinen Aktivitäten zu helfen, da er als Einheimischer unauffällig ist. Er erhält ein neues Schneefahrzeug und wird nach Finnland geschickt. Sein Sohn wird als Faustpfand verwendet.
Dubiose Personen um einen Marcus Eiben herum sprechen in einem unterirdisch gelegenen Bunker mit Videotechnik ihr weiteres Vorgehen ab. Die genauen Ziele bleiben weiterhin im Dunkeln.
Die Prostituierte Irina wird von Nina Kautsalo verhört. Nach anfänglichem Widerstand erzählt sie, dass sie in Murmansk als Partygirl einer russischen Jagdgesellschaft zu Willen sein musste. Ferner wurden sie und drei andere Mädchen auf einen Schrottplatz gebracht und nach und nach einzeln nach Finnland gebracht, um als Sexsklavinnen missbraucht zu werden. Sie identifiziert sowohl Raunola als auch einen der Männer aus dem Bunker als Täter. Es handelt sich um den Drahtzieher der Aktion.
Privat gerät Nina Kautsalo in ein immer größeres Gefühlschaos. Die Schulleiterin legt ihr nahe, ihre behinderte Tochter Venla auf eine andere Schule zu verlegen, wo sie „mehr Unterstützung“ erhalten kann. Nach einer Aussprache mit ihrer Schwester verbessert sich Nina Kautsalos Gemütszustand. Sie nimmt eine Einladung von Thomas Lorenz zum Essen an.
Obendrein wird der LKW von Nina Kautsalos Ex-Mann Esko Kangasniemi, der öfter Schnaps schmuggelt, von Grenzern kontrolliert und nach Ivalo umgeleitet, wobei entdeckt wird, dass er zwei weitere russische Prostituierte geladen hat.
Raunola kehrt auf den Schrottplatz zurück, wo er die letzte Prostituierte vermutet, findet aber nichts vor. Alle Frauen sind weg. Er macht sich auf die Suche nach ihnen.
Thomas Lorenz nimmt Kontakt zu seiner Tochter Hanna auf, da er die Scheidung verhindern möchte. Später trifft er Nina Kautsalo, um sie zum Essen abzuholen und ihr mitzuteilen, dass ihr Test negativ ist. Dabei macht er sich auch mit deren Tochter und Mutter bekannt. Bei einem Abendessen kommen sie sich näher und beginnen eine Affäre.
Die Prostituierte Evgenya wacht aus dem Koma auf und wird wenig rücksichtsvoll befragt. Im Schockzustand reagiert sie auf das Foto von Raunola. Panisch flüchtet sie aus der Klinik in Rovaniemi. Trotz des Einsatzes von Spürhunden und einer großangelegten Suche bleibt sie verschwunden. Sie irrt durch die Nacht.
Teile 7 und 8 Die geflohene Prostituierte Evgenya Belova wird im Eis erfroren aufgefunden, womit sie nicht mehr gegen die Hintermänner aussagen kann. Die beiden Prostituierten, die Esko mitgebracht hat, werden nach Russland zurückgeführt, wobei der russische Kommandant seltsame Fragen stellt und Andeutungen macht.
Die Verhaftung von Nina Kautsalos Ex-Mann Esko Kangasniemi sickert durch und bringt Nina in Probleme, obwohl die Polizei keine richtigen Anhaltspunkte für eine Verwicklung in den Fall der versteckten Frauen hat und ihn für einen kleinen Ganoven hält.