Der Deutsch-Chilenische Bund (DCB) () ist eine gemeinnützige Organisation in Chile.kooperation-international.de Der DCB wurde 1916 gegründet und hat seinen Sitz in Santiago de Chile. Gründungszweck war die „Erhaltung, Förderung und Verteidigung des deutschen Volkstums, seiner Kultur und seiner Interessen“.Stefan Manz (Universität Aston): Diaspora and Weltpolitik in Wilhelmine Germany. In: Panikos Panayi (Hrsg.): Germans as Minorities during the First World War. A Global Comparative. Ashgate, Farnham 2014, S. 27–46 (hier: S. 44 u. Anm. 55).

Geschichte Während des Zweiten Weltkriegs konnte unter Mitwirkung des DCB ein Verbot von deutscher Bildung und deutschem Sprachunterricht an den deutschen Schulen in Chile verhindert werden.

Seit 1970 führt der DCB im Auftrag der Direktorenkonferenz der Deutschen Schulen in Chile einen Schüleraustausch zwischen Chile und Deutschland durch.Ein chilenischer Austauschschüler an der Ludwig-Erhard-Schule. 2018. (ks-sig.de)

1985 wurde die Bibliothek und Historisches Archiv Emilio Held Winkler auf dem Gelände der Institution eingeweiht, eine Einrichtung zur Archivierung und Aufbewahrung von Dokumentationen zur deutschen Minderheit in Chile. 1989 gründet der DCB zusammen mit der Sociedad Teuto-Chilena de Educación die deutsch-chilenische Verlagsgesellschaft "Ediciones Chileno-Alemanas Ltda.", welche heute Herausgeber der Zeitung Cóndor, der drittältesten Zeitung Chiles, ist.

Präsident des DCB ist seit 2014 der Industrielle René Focke van der Spoel,Carlos Eggers, Peter Schmid: Ein ganzes Jahrhundert Deutsch-Chilenischer Bund (DCB). Teil I. In: Globus. (VDA), Heft 4/2016, S. 16–21 (hier: S. 18). ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (2010–2014) in Santiago de Chile.René Focke asume presidencia de Cámara Chileno Alemana de Comercio e Industria. In: El Mostrador. 9. April 2010, abgerufen am 12. Februar 2020 (spanisch).Martin F. Meyer: Bundestagsabgeordneter Peter Weiß in Chile. Konrad-Adenauer-Stiftung, 16. Juni 2011, abgerufen am 12. Februar 2020. 2017 hatte der DCB 418 persönliche und 12 institutionelle Mitglieder.Carlos Eggers: Ein ganzes Jahrhundert Deutsch-Chilenischer Bund (DCB). Teil II. In: Globus. Heft 1/2017, S. 8–12 (hier: S. 12).

Tätigkeiten Der DCB fungiert als eine Art Dachverband für deutsch-chilenische Vereine, welche sich vor allem im Süden Chiles befinden.

Verleihung von Auszeichnungen Der DCB verleiht vier Auszeichnungen:Vorstellung auf der Webseite des Bundes. Carlos-Anwandter-Medaille (Medalla Carlos Anwandter), seit 1962 Philippi-Auszeichnung (Condecoración Philippi), wird seit 1975 an in Chile lebende Ausländer verliehen, die sich um die deutsch-chilenischen Beziehungen verdient gemacht haben Vicente-Pérez-Rosales-Medaille (Órden Vicente Pérez Rosales), seit 1989 Arturo-Junge-Medaille (Medalla Arturo Junge), ehrt seit 2012 Persönlichkeiten aus Chile, die innerhalb der deutsch-chilenische Gemeinschaft einen besonderen Beitrag zu Kunst und Kultur geleistet haben

Carlos-Anwandter-Medaille Die Auszeichnung wird für außergewöhnliches Engagement für die deutsch-chilenische Gemeinschaft verliehen.Arne Dettmann: In: Cóndor. 15. Oktober 2015, abgerufen am 12. Februar 2020. Ausgezeichnete (Auswahl):. 2019 Jan Karlsruher - Valparaíso

Vicente-Pérez-Rosales-Medaille Diese Auszeichnung wird vergeben an deutschstämmige Chilenen, die Besonderes für Chile geleistet haben. Ausgezeichnete sind:. 2019 Fernando Mönckeberg – Santiago 2018 Marlene Ahrens – Santiago 2017 Rolf Lüders Schwarzenberg 2016 Ricardo Hepp – Santiago 2015 Erik von Baer von Lochow – Temuco 2014 Harald Beyer Burgos – Santiago 2013 Otto Dörr Zegers – Santiago 2012 Klaus Schmidt-Hebbel Dunker – Santiago 2011 Klaus Grob Berkhoff – Valdivia 2010 Renato Westermeier Hitschfeld 2009 Carlos Eggers Schönherr – Santiago 2008 Teodoro Ribera Neumann – Santiago 2007 Otto Zöllner Schorr 2001 Bruno Siebert Held – Santiago 2001 Edwin Weil Wöhlke 2000 Hardy Wistuba Stange – Puerto Montt 2000 Heinrich von Baer von Lochow 1999 Harry Jürgensen Caesar 1993 Ricardo Krebs Wilckens – Santiago 1991 Domingo Duran Neumann 1990 Gabriel Guarda Geywitz OSB 1989 Julio Philippi Izquierdo

Herausgeberschaft Seit 1938 gibt der Verein die deutschsprachige Wochenzeitung Cóndor heraus. 1950 war er Herausgeber der Monographie Los alemanes en Chile en su primer centenario und 2001 von Los alemanes y la comunidad chileno-alemana en la historia de Chile.

Literatur Carlos Eggers, Peter Schmid: Ein ganzes Jahrhundert Deutsch-Chilenischer Bund (DCB). I. Von der Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs (PDF; 3,0 MB). In: Globus, Heft 4/2016, S. 16–21. Carlos Eggers: Ein ganzes Jahrhundert Deutsch-Chilenischer Bund (DCB). (PDF; 3,2 MB). In: Globus. Heft 1/2017, S. 8–12. Dorothee Schlüter: Vom Kampfblatt zur Staatspropaganda. Die auswärtige Pressearbeit der NSDAP dokumentiert am Beispiel der NS-Wochenzeitschrift Westküsten-Beobachter aus Chile. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8471-0523-7; darin, S. 25–32 („Das Deutschtum in Chile nach der Gründung des Deutschen Reiches“), S. 105–138 („Deutschtum in Chile, Deutschchilenentum, Nationalsozialisten: Zwischen Generationenkonflikten und Zusammenschlusstendenzen“).

Weblinks

dcb.cl

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Santiago de Chile) Kategorie:Chilenisch-deutsche Beziehungen