Beda ist ein männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung Der Name ist im Altenglischen als Bēda bzw. Bīeda belegt.Oxford Dictionary of First Names. Oxford University Press, 2016, s. v. „Bede“. Er gilt als Kurzname germanischer Herkunft, wahrscheinlich abgeleitet vom urgermanischen *bedą („Gebet“). In dieser Deutung bedeutet Beda sinngemäß „der Betende“.Duden – Lexikon der Vornamen, 5. Auflage, Mannheim 2016. Eine alternative Erklärung stellt den Bezug zum altenglischen Verb bēodan („verkünden, anbieten, befehlen“) her.Wilhelm Bruckner: Die altenglischen Personennamen. Heidelberg 1896.

Einzelne Hypothesen verweisen auf Parallelen zur keltischen Namenswelt: So ist Beda als Name einer keltischen Siegesgöttin auf einem römischen Weihestein aus Britannien überliefert (CIL VII, 277).Corpus Inscriptionum Latinarum VII, 277. Diese Herleitung gilt jedoch nicht als gesichert.

Die volksetymologische Deutung „der Ehrwürdige“ geht nicht auf den ursprünglichen Namen zurück, sondern auf den Beinamen Venerabilis des heiligen Beda.Heiligenlexikon: Beda der Ehrwürdige, abgerufen am 25. September 2025.

Historische Belege In der angelsächsischen Chronik wird für das Jahr 501 ein Bieda erwähnt, Sohn eines sächsischen Anführers.Oxford Dictionary of First Names. Oxford University Press, 2016, s. v. „Bede“. Der bekannteste Namensträger ist Beda Venerabilis, Benediktinermönch und Autor der Kirchengeschichte des englischen Volkes (731). Durch seine Verehrung als Heiliger verbreitete sich der Name im kirchlichen Raum.Heiligenlexikon: Beda der Ehrwürdige, abgerufen am 25. September 2025.

Verbreitung Nach dem Mittelalter blieb der Name selten und wurde vor allem in Klöstern und im Benediktinerorden verwendet. Beispiele sind der St. Galler Fürstabt Beda Angehrn (1725–1796) und andere Ordensleute.Helvetia Sacra: Beda Angehrn, abgerufen am 25. September 2025. In der Neuzeit kommt der Vorname vereinzelt auch als Taufname vor, etwa in der Schweiz (z. B. Biologe Beda M. Stadler). In Tschechien gilt Beda teils als Koseform von Bedřich (Friedrich), in Ungarn von Benedek (Benedikt).Behind the Name: Beda, abgerufen am 25. September 2025.

Namenstag Der katholische Gedenktag des heiligen Beda ist der 25. Mai.Martyrologium Romanum, Editio Typica 2001, S. 302.

Namensträger Beda Adlhoch (1854–1910), deutscher Ordensgeistlicher, Philosoph und Hochschullehrer Beda Allemann (1926–1991), Schweizer Germanist und Hochschullehrer in Bonn Beda Angehrn (1725–1796), Fürstabt von St. Gallen Beda Aschenbrenner (1756–1817), deutscher Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Geistlicher, Abt von Oberalteich Beda Dudík (1815–1890), österreichischer Ordensgeistlicher, Historiker und Schriftsteller Beda Hefti (1897–1981), Schweizer Architekt Beda Humbel (1933–2019), Schweizer Politiker (CVP) Beda Kleinschmidt (Eggepater; 1867–1932), deutscher Ordensgeistlicher und Kunsthistoriker Franz Beda Riklin (1878–1938), Schweizer Arzt und Maler Beda M. Stadler (* 1950), Schweizer Biologe, Hochschullehrer und emeritierter Professor Beda Thum (1901–2000), deutscher Benediktinermönch und Professor für Philosophie Beda Werner (1673–1725), deutscher Ordensgeistlicher, Reichsabt von Ochsenhausen Beda Venerabilis (672/673–735), englischer Benediktiner, Theologe und Geschichtsschreiber Beda Vickermann (1934–2015), deutscher Ordensgeistlicher, Missionar in Brasilien

Literatur Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Band 1: Personennamen. Bonn 1856. Dieter Berger: Duden – Lexikon der Vornamen. 5. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim 2016. Wilhelm Bruckner: Die altenglischen Personennamen. Heidelberg 1896. Wilfried Seibicke: Historisches Deutsches Vornamenbuch. Bd. 1–4. de Gruyter, Berlin 1996–2007.

Einzelnachweise

Kategorie:Männlicher Vorname