mini|hochkant=1.3|Blick von Nordosten zum Monte Kali (rechts), links hinten die Halde bei Philippsthal Als Monte Kali Andreas Bechmann, Dietmar Bechmann: Thüringen. Kultur- und Naturschätze im grünen Herzen Deutschlands. Trescher Verlag, 2020, ISBN 978-3-89794-536-4, S. 281 oder Kalimandscharo (abgeleitet vom Kilimandscharo) wird eine sehr große Salzhalde des Kalibergbaus bezeichnet. Sie befindet sich bei Heringen (Werra) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nahe der hessisch-thüringischen Grenze im Kalirevier Werra, einem Bergbaurevier in Osthessen und Westthüringen. Die weithin sichtbare weiße Halde ist bis zu einer Höhe von genehmigt,Information und Zahlen zum Monte Kali Stand Januar 2021, kalimuseum.de per Höhenlinie auf amtlichen Karten erreicht sie über . sie wurde mit einem Aussichtspunkt ausgestattet und wird touristisch vermarktet.
Daten Die Aufschüttung der Halde begann 1973. Im Juli 2017 bedeckte der Berg eine Fläche von etwa 99 Hektar und bestand aus rund 209 Millionen Tonnen Salz. Pro Förderstunde wächst er um weitere 900 Tonnen. Kalilagerstätten sind Teil des Salinars und werden daher stets von Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz) begleitet, wobei der Kaligehalt zwischen 20 und 35 % liegt. Bei der Aufbereitung des Rohsalzes in der Kalifabrik übertage entstehen daher mehrere Tonnen Steinsalz mit einem Kochsalzanteil von etwa 96 %. Ein 1,5 km langes Förderband transportiert das Steinsalz auf die Halde.
Die Verwertung des Salzes z. B. als Streusalz oder Lebensmittel ist aufgrund der Verunreinigungen unwirtschaftlich, da Salz aus anderen Lagerstätten mit höherer Reinheit gefördert werden kann. Andere Entsorgungswege, wie die Lösung in Oberflächenwässern oder die Verpressung in der Erde, sind entweder unwirtschaftlich oder werden bereits bis an die umweltrechtlichen Grenzen ausgereizt (vgl. Werra-Kalirevier#Umweltfolgen).
Tourismus Die Gegend hat den unübersehbaren Berg und seine Nachbarhalden als Attraktion entdeckt und bezeichnet sich als „Land der weißen Berge“. Es werden geführte Wanderungen auf den Berg angeboten, die jährlich etwa 5000 Besucher anziehen. Der Höhenunterschied vom Fuß des Berges bis zum Gipfelplateau beträgt knapp 200 m, der Blick vom Gipfelplateau reicht bis zum 109 km entfernten Brocken. Bergtouren ohne Führer sind verboten.„Monte Kali. Besuchsbedingungen und Organisatorisches“, kalimuseum.de, abgerufen am 22. November 2021Ivonne Balduf, Uwe Handke: In: Gezähekiste, Februar 2014, S. 11–18, (PDF; 2,68 MB), .
Filme Im Land der weißen Berge. Reise-Reportage, Deutschland, 2019, 29:21 Min., Buch: Steffi Peltzer-Büssow, Andreas Metzmacher, Moderation: Steffi Peltzer-Büssow, Kamera: Lisa Kästner, Produktion: MDR, Reihe: Unterwegs in Thüringen, Erstsendung: 6. April 2019 bei MDR-Fernsehen, Inhaltsangabe von MDR Thüringen. Der Monte Kali im Film. Dokumentarfilm, Deutschland, 2017, 2:20 Min., Produktion: Werra-Kalibergbau-Museum, Online-Video. Der giftigste Ort der Welt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2024, 32:41 Min., Produktion: Simplicissimus, YouTube-Video.
Literatur Hermann-Josef Hohmann und Dagmar Mehnert (Hrsg.): Bunte Salze, weiße Berge. Wachstum und Wandel der Kaliindustrie zwischen Thüringer Wald, Rhön und Vogelsberg. Hrsg. im Auftrag des Landesverbandes Hessen e. V. im Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine. Texte: Lothar Brückner. Ulmenstein, Hünfeld 2004, ISBN 978-3-9809738-0-9.
Siehe außerdem Erlebnisbergwerk Merkers, ein Schaubergwerk Abraumhalde bei Tagebauen
Weblinks
Werra-Kalibergbau-Museum Ungewöhnliche Bergtour mit Weitblick – Eine Besichtigung des Monte Kali. In: Stadt Heringen Virtuelles Bergpanorama vom Monte Kali
Einzelnachweise
Kategorie:Bergbauhalde in Deutschland Kategorie:Werra-Fulda-Kalirevier Kategorie:Geographie (Heringen (Werra)) Kategorie:K+S Kategorie:Berg unter 1000 Meter Kategorie:Berg im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Kategorie:Berg in Europa Kategorie:Bergbau (Hessen)