Der Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung wird seit 2013 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin verliehen.

Geschichte des Preises Die DEFA-Stiftung vergibt den Heiner-Carow-Preis seit 2013 an einen deutschen Spiel-, Dokumentar- oder Essayfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der mit 5.000,- Euro dotierte Preis ist dem Regisseur Heiner Carow (1929–1997) gewidmet. Carow drehte bei der DEFA Filme wie Die Legende von Paul und Paula (1972), Bis daß der Tod euch scheidet (1979) oder Coming Out (1989). Bis 2019 wurde der Preis in der Sektion Panorama vergeben. Mit der neuen Berlinale-Leitung unter Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek wechselte der Preis zur 70. Berlinale im Jahr 2020 in die Sektion Perspektive Deutsches Kino.

Ab 2022 wurde der Preis an ein Talent vergeben, das mit seinen Fähigkeiten im jeweiligen Gewerk (Produktion, Kamera, Szenenbild etc.) einen Dokumentar- oder Spielfilm der Sektion Perspektive Deutsches Kino geprägt hat. 2024 wurde der Schwerpunkt erneut verändert: Künftig wird der Preis sektionsübergreifend an einen ersten oder zweiten deutschen Langfilm aus den Reihen Wettbewerb, Berlinale Special, Encounters, Panorama, Generation, Forum oder Forum Expanded vergeben.

Die Jury des Preises setzt sich aus drei wechselnden Mitgliedern zusammen. Bekannte Jurymitglieder waren unter anderem bereits Karim Aïnouz (2013), Jan Krüger und Peter Welz (beide 2014), Matthias Freihof (2015), Dirk Kummer (2016), Peter Ziesche (2017), Christian Steyer und Helene Hegemann (beide 2018), Pierre Sanoussi-Bliss und Henrika Kull (beide 2019), Annekatrin Hendel (2020), Ute Lubosch und Sandra Kaudelka (beide 2022), Evelyn Schmidt und Cem Kaya (beide 2024) sowie Jide Tom Akinleminu und Annika Pinske (beide 2025).

Die Verleihung des Preises fand bis 2024 im ehemaligen Premierenkino der DEFA im Berliner Kino International statt. Bis dahin wurde der Heiner-Carow-Preis als einzige Preisverleihung der Berlinale barrierefrei – mit Gebärdensprachübersetzung, Schrift-Dolmetschung und Filmvorführung mit Audiodeskription – durchgeführt. Seit 2025 wird der Heiner-Carow-Preis nicht mehr im Rahmen einer eigenen Verleihung, sondern im Zuge der Preisverleihung unabhängiger Jurys der Berlinale zusammen mit anderen Preisen vergeben.

Preisträger 2013: Angela Christlieb mit Naked Opera 2014: Johann Feindt und Tamara Trampe mit Meine Mutter, ein Krieg und ich 2015: Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck und Heiko Lange mit B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989 2016: Doris Dörrie für Grüße aus Fukushima 2017: Annekatrin Hendel für Fünf Sterne 2018: Wolfgang Fischer für Styx 2019: Annekatrin Hendel für Schönheit & Vergänglichkeit 2020: Natalija Yefimkina für Garagenvolk 2021: aufgrund der COVID-19-Pandemie keine Vergabe 2022: Rafael Starman für Gewalten 2023: Fabian Stumm für Knochen und Namen 2024: Eva Trobisch für Ivo 2025: Philipp Döring für Palliativstation 2026: Faraz Shariat für Staatsschutz

Weblinks Heiner-Carow-Preis auf der Website der DEFA-Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Filmpreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin Kategorie:Erstverleihung 2013 Kategorie:Heiner Carow