Sonic the Hedgehog 2 (jap.: , Hepburn: Sonikku za Hejjihoggu Tsū) ist ein 2D-Jump-’n’-Run-Videospiel, das von Aspect Co. entwickelt und von Sega 1992 für das Sega Master System und den Sega Game Gear veröffentlicht wurde. Viele Neuerungen der kurze Zeit später veröffentlichten gleichnamigen 16-Bit-Version für das Sega Mega Drive konnten aufgrund technischer Limitierung nicht umgesetzt werden, wie beispielsweise das ständige Begleiten des neuen Charakters Tails, die Verwandlung in Super Sonic und ein Mehrspieler-Modus. Auch der Spin Dash wurde in diesem Spiel nicht eingebaut, stattdessen setzte man auf mehrere kleine, individuelle Gimmicks.
Es ist der Nachfolger von Sonic the Hedgehog (8-Bit) (1991) und der Vorgänger von Sonic the Hedgehog Chaos (1993).
Handlung Nach den letzten Ereignissen ist Frieden auf South Island eingekehrt. Sonic beschließt, auf der Suche nach anderen Abenteuern auf eine Reise zu gehen. Nach seiner Rückkehr findet er die Insel fast vollkommen verlassen vor. Er entdeckt einen handgeschriebenen Brief von Tails, laut dem Dr. Robotnik ihn und viele Tiere der Insel an einem Ort namens Crystal Egg gefangenhält und sie nur freilässt, wenn Sonic die sechs Chaos Emeralds an Dr. Robotnik abliefert. Sonic begibt sich auf ein Abenteuer in Richtung Crystal Egg, jedoch mit der Absicht, Dr. Robotnik zu besiegen und Tails zu befreien, ohne die sechs Chaos Emeralds zu übergeben.
Nur wenn der Spieler es schafft, die sechste Zone mit allen sechs Chaos Emeralds abzuschließen, erreicht Sonic die Crystal Egg Zone und kann dort nach dem Endbosskampf Tails und die Tiere befreien. Ohne die sechs Chaos Emeralds endet das Spiel nach der sechsten Zone, der Abspann läuft, in dem Sonic alleine zurückrennt, Tails’ Gesicht im Sternenhimmel sieht und es bleibt ungewiss, was mit Tails passierte.
Gameplay In Sonic the Hedgehog 2 übernimmt der Spieler die Kontrolle über den blauen Igel Sonic in einem sidescrollenden 2D-Jump-'n'-Run. Neben dem Steuerkreuz zur Bewegung ist nur ein Aktionsknopf zum Springen nötig. In springender oder rollender Form, Spin Attack genannt, kann Sonic Gegner besiegen oder Itemboxen in Form von Monitoren öffnen. Bei Berührung können die goldenen Ringe eingesammelt werden; Nimmt Sonic Schaden, verliert er die Ringe. Nimmt Sonic Schaden, ohne Ringe zu besitzen, fällt in einen tödlichen Abgrund, wird zerquetscht oder ertrinkt, verliert er ein Extraleben, von denen man zu Spielbeginn drei besitzt. Sammelt man 100 Ringe, erhält man ein weiteres Extraleben. Anders als noch im Vorgänger kann Sonic diesmal verlorene Ringe nach erlittenem wieder aufsammeln. In den Monitoren kann ein Extraleben, zehn Ringe, vorübergehende erhöhte Geschwindigkeit (nur in der Sega-Master-System-Version), vorübergehende Unverwundbarkeit oder ein Checkpoint enthalten sein. In diesem Spiel kann auch das Ziel 10 Ringe, ein Extraleben oder ein Continue enthalten. Die meisten Gegner können mit der Spin Attack besiegt werden, was dem Spieler Punkte erbringt und die gefangenen Tiere befreit.
Das Spiel besteht aus sieben Zonen (Under Ground Zone, Sky High Zone, Aqua Lake Zone, Green Hills Zone, Gimmick Mountain Zone, Scrambled Egg Zone und Crystal Egg Zone) mit je drei Acts, die als Level definiert werden können. Jede Zone hat dabei ihre eigene Thematik, Aussehen und Gegner-Vielfalt. Am Ende des jeweils dritten Acts wartet zudem ein Kampf gegen einen von Dr. Robotniks in diesem Spiel eingesetzten „Master Robot“, unter anderem das Roboter-Imitat Silver Sonic. Die Chaos Emeralds können nicht in Special Stages gewonnen werden, sondern müssen in den jeweils zweiten Acts der ersten fünf Zonen gefunden und gesammelt werden, während der sechste Chaos Emerald nach einem Sieg über Silver Sonic erhalten wird. Die größte Innovation der 8-Bit-Version von Sonic the Hedgehog 2 sind interaktive Gegenstände zur außergewöhnlichen Fortbewegung, die Sonic nutzen kann wie Loren, Hängegleiter oder riesige Luftblasen, in denen er unter Wasser nach oben treibt.
Level Nr.ZoneActsBosskämpfeGegner 1 Under Ground Zone 3 Pit Master New Motora, Taraban, Meleon 2 Sky High Zone 3 Hiyoko Master Meleon, Game-game 3 Aqua Lake Zone 3 Balance Master Taraban, Zaririn 4 Green Hills Zone 3 Dohyo Master New Motora, Taraban, Meleon 5 Gimmick Mountain Zone 3 Charge Master Drillin, Buton, Bomb 6 Scrambled Egg Zone 3 Silver Sonic Taraban, Game-game, Bomb 7 Crystal Egg Zone 3 Egg Machine Flying Chopper
Entwicklung Wie bereits beim Vorgänger erschien auch bei Sonic the Hedgehog 2 ein gleichnamiges Spiel für das Sega Mega Drive, jedoch wurde diesmal die 8-Bit-Version vor der 16-Bit-Variante fertiggestellt. Hauptverantwortlich für die Entwicklung war Tomozou Endo von Aspect Co. Ltd, der ein erheblich größeres Team zur Verfügung hatte als Yūzō Koshiro beim 8-Bit-Vorgänger. Zu Entwicklungsbeginn war noch angedacht, wie im 16-Bit-Vorbild nun Tails als Sidekick zur Begleitung zu haben, doch dies enorme technische Probleme auf beiden System mit sich gebracht hätte, musste dieser Gedanke schnell weichen. Die Vorschaubilder zu Beginn jeder Zone zeigen jedoch noch immer Sonic und Tails gemeinsam im Abenteuer, obwohl laut Handlung Tails in Dr. Robotniks Gefangenschaft sein müsste. Die Verwandlung in Super Sonic oder ein Mehrspieler-Modus wurden ebenfalls aufgrund technischer Limitierung auf den 8-Bit-Systemen nie umgesetzt. Der Spin Dash wurde in diesem Spiel jedoch aus unbekannten Gründen noch nicht eingebaut, stattdessen setzte man auf mehrere kleine, individuelle Gimmicks. Die Entwicklung war auf das Sega Master System ausgelegt, weswegen aufgrund des geringeren Bildschirmausschnittes die weniger angepasste Sega Game Gear-Version an mehreren Stellen, vor allem im Bosskampf gegen den Arijigoku Mecha, über einen deutlich höheren Schwierigkeitsgrad verfügt.
Neuveröffentlichungen und Nachfolger Neuveröffentlichungen Nach der Erstveröffentlichung der 8-Bit-Version von Sonic the Hedgehog 2 war die Game-Gear-Version von Sonic the Hedgehog 2 auch auf Sonic 2 in 1 (1995, Sega Game Gear), Sonic Adventure DX: Director’s Cut (2003, Nintendo GameCube, PC), Sonic Gems Collection (2005, Nintendo GameCube, PlayStation 2), Sonic PC Collection (2009, PC) und Sonic Origins Plus (2023) enthalten. Zudem ist das Spiel für die Virtual Console der Nintendo Wii (2008) und des Nintendo 3DS (2013) erneut erschienen.
Nachfolger In den Folgejahren erschienen weitere Sonic-8-Bit-Jump-'n'-Runs für den Sega Game Gear, die abgesehen von einer Ausnahme alle auch für das Sega Master System veröffentlicht wurden: Sonic the Hedgehog Chaos (1993), Sonic the Hedgehog Triple Trouble (1994) und Sonic Blast (1996).
Rezeption
Die Sega-Master-System-Version von Sonic the Hedgehog 2 wurde bei ihrem Erscheinen von der Fachpresse durchweg positiv aufgenommen und vielfach als deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger gewürdigt. Insbesondere die grafische Gestaltung wusste zu beeindrucken. So zeigten sich Mitarbeiter des Magazins Mean Machines Sega angesichts der optischen Qualität so begeistert, dass sie das Spiel zunächst für einen Titel der leistungsstärkeren Konsole Sega Mega Drive hielten. Kritiker lobten zudem den flüssigeren und schnelleren Spielablauf, wobei Computer and Video Games dies auf eine reduzierte Anzahl an Gegnern innerhalb der Level zurückführte. Auch neue Gameplay-Elemente wie Lore, Gleiter und versteckte Räume stießen bei Publikationen wie Sega Power auf große Zustimmung. Vereinzelt wurde jedoch angemerkt, dass das Spiel von einem höheren Gegneraufkommen hätte profitieren können. Kritische Stimmen richteten sich vor allem gegen das Fehlen eines Mehrspielermodus sowie die Tatsache, dass Tails lediglich in der abschließenden Zwischensequenz in Erscheinung trat.
Die Umsetzungen für das Sega Game Gear teilten in weiten Teilen das positive Echo, so vergab beispielsweise das amerikanische Computerspielmagazin GamePro der Handheld-Version von Sonic the Hedgehog 2 die Höchstpunktzahl von 5 von 5 Sternen. Jedoch unterschieden sich die Meinungen in der Wahrnehmung durch einen höheren Schwierigkeitsgrad: Aufgrund des eingeschränkten Sichtfelds des Handheld-Displays empfanden Medien wie Mean Machines Sega das Spiel als fordernder, was bis hin zu Kommentaren führte, das Leveldesign sei stellenweise übermäßig schwierig oder „grausam“. Insbesondere die Steuerung des Gleiters wurde dabei häufiger bemängelt. Dennoch wurde die grafische Aufbereitung, wie etwa die vergrößerten Charakter-Sprites, im Vergleich zum ersten Game-Gear-Ableger als klare Verbesserung gewertet. Die Anerkennung für das Spiel hielt auch langfristig an: So kürte Electronic Gaming Monthly den Titel als „Best Game of the Year 1992 (Portable Game Systems)“
In späteren Rückblicken bei Wiederveröffentlichungen auf moderneren Systemen festigte sich ein differenzierteres Bild. Während IGN den Mut zur Eigenständigkeit lobte, da sich die 8-Bit-Fassung durch eigene Themen und spielerische Ansätze deutlich vom Genesis-Original abhebt, bewerteten andere Quellen wie Hardcore Gaming 101 das Spieldesign kritischer und sahen es schwächer als den Vorgänger. Dennoch bleibt der Ruf des Spiels als eine der anspruchsvollsten Erfahrungen der Serie bestehen, was nicht zuletzt an den labyrinthischen Levels in Kombination mit der geringen Bildschirmauflösung liegt. Letztlich empfahl etwa Nintendo Life den Titel als lohnenswerten Einstieg für Fans, die sich mit den 8-Bit-Wurzeln der Reihe vertraut machen möchten.
Sonic the Hedgehog 2 hat sich allein in Europa von 1992 bis 1993 im Bundle mit dem Sega Master System 2,96 Millionen Mal verkauft, sodass die nicht bekannte Gesamtanzahl der Verkäufe des Spiels nochmals höher ausfallen dürfte. Derweil hat die Game Gear-Variante insgesamt rund 400.000 verkaufte Einheiten zu verbuchen und stellt damit das meistverkaufte Spiel für das Sega Game Gear dar.
Weblinks Offizieller Eintrag auf nintendo.de Ausführliches, deutsches YouTube-Let's Play zum Spiel
Einzelnachweise
Kategorie:USK 6 Kategorie:Computerspiel 1992 Kategorie:Jump ’n’ Run Kategorie:Master-System-Spiel Kategorie:Game-Gear-Spiel Kategorie:Virtual-Console-Spiel Kategorie:Sonic