Selma von Lengefeld (* 8. Juli 1863 in Pyritz; † 21. Februar 1934 in Weimar) war eine deutsche Akademikerin und Frauenrechtlerin.

Leben und Werk Sie entstammte einer Familie des Uradels, 1137 als Zeugen eines Klosters ersterwähnt.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1900. Jahrgang 1, Mit: Vorfahren, Eltern u. Geschwister; Justus Perthes-Druck 1899, Gotha Januar 1900, S. 545. ihre Eltern waren der königlich preußische Oberstleutnant a. D. Friedrich Wilhelm von Lengefeld (* 1831) und Frau Emilie geborene von Schaumburg (* 1837) aus Stargard in Pommern. Selma von Lengefeld hatte zwei Schwestern, Magdalene (* 1868) und Marianne (* 1871), beide später mit bürgerlichen Ehepartnern.

Nach dem Lehrerinnenexamen für mittlere und höhere Mädchenschulen, das sie 1882 in Wiesbaden ablegte, begab sich Selma von Lengefeld nach England. An der University of St Andrews erlangte sie den Titel Lady Literate in Arts. 1895 bis 1899 studierte sie an der Universität Zürich Geschichte, Philologie und Philosophie. 1900 wurde sie hier mit einer von Wilhelm Oechsli betreuten Dissertation über Domenico Silvio Passionei promoviert.

Zunächst arbeitete sie am Preußischen Staatsarchiv Wiesbaden, doch bereits 1901 erfolgte die Übersiedlung zur befreundeten Ärztin Mathilde Wagner nach Weimar, wo sie als freie Gelehrte, Forscherin und Schriftstellerin lebte. Eine angestrebte Anstellung am Goethe- und Schiller-Archiv blieb ihr aufgrund ihres Geschlechts verwehrt.

Selma von Lengenfeld war Vorsitzende des Vereins „Frauenbildung–Frauenstudium“ und saß 1922–1926 für die Deutsche Demokratische Partei im Stadtrat von Weimar. Sie war dort wohnhaft in der damaligen Südstraße 35.

Nachlass Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt: Bestand: Nachlass Selma von Lengefeld. Signatur: 5-97-2270. Ihre Bibliothek befindet sich heute in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.Dagmar Jank: Bibliotheken von Frauen. Ein Lexikon. In: Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 64; Harrassowitz, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-447112-00-0, S. 118. Abruf 2022.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1900. Jahrgang 1, Mit: Eltern u. Geschwister; Justus Perthes-Druck 1899, Gotha Januar 1900, S. 546. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1915. Jahrgang 16, Mit: Eltern u. Geschwister; Justus Perthes, Gotha November 1914, S. 419. Margarete Possart: Die "Letzte von Lengefeld". Dem Gedächtnis an Selma von Lengefeld In: Gertrud Bäumer, Frances Magnus-von Hansen (Hrsg.): Die Frau, Begründet: Helene Lange; 42. Jahrgang (1934/35), Heft 11, F. A. Herbig, Berlin August 1935, S. 682 ff.

Weblinks -Index Klassik-Stiftung-Weimar: Selma von Lengefeld. Akademikerin und Frauen­rechtlerin-Kosmos-Stand 2024.

Einzelnachweise

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