Szabadszállás () ist eine ungarische Stadt im Kreis Kunszentmiklós im Komitat Bács-Kiskun.
Geografische Lage Szabadszállás liegt gut 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Budapest und 36 Kilometer westlich des Komitatssitzes Kecskemét. Nachbargemeinden sind Kunszentmiklós, Kunadacs, Kerekegyháza, Fülöpszállás, Újsolt und Dunavecse. In der Nähe befindet sich der Nationalpark Kiskunság.
Geschichte Wie im gesamten Komitat Bács-Kiskun siedelten sich in der Gegend von Szabadszállás nach dem Mongolensturm 1241 Kumanen auf dem weitgehend entvölkerten Land an. Im Jahr 1279 wurde Szabadszállás erstmals in einer Urkunde von Ladislaus IV. erwähnt. Während der Türkenkriege im 16. Jahrhundert, in denen die umliegenden Sümpfe der Bevölkerung einen gewissen Schutz boten, wurden im Ort 37 Haushalte gezählt. Nach dem Ende des Großen Türkenkriegs wurde Szabadszállás 1703 von serbischen Einheiten überfallen und geplündert; dabei wurden 27 Bewohner getötet.
Während der Herrschaft von Königin Maria Theresia wurde in Szabadszállás eine neue Kirche erbaut sowie die jeweils erste Mädchen- und Jungenschule eröffnet. 1819 erhielt der Ort das Marktrecht. Zwischen 1770 und 1850 wuchs die Bevölkerung von Szabadszállás von 1700 auf über 5000 Einwohner. Im späten 19. Jahrhundert erreichte die Industrialisierung den Ort, als dort die erste Dampfmühle der Region errichtet und Szabadszállás ans Elektrizitäts- und Eisenbahnnetz angeschlossen wurde.
Von etwa 1850 bis zu ihrer Deportation während des Zweiten Weltkriegs bestand in Szabadszállás eine jüdische Gemeinde.
Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Großgemeinde 2263 Häuser und 9559 Einwohner auf einer Fläche von 40.926 Katastraljochen. Sie gehörte zu dieser Zeit zum Bezirk Kunszentmiklós im Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unter anderem eine Kaserne und das Kreiskrankenhaus gebaut. 1995 wurde Szabadszállás das Stadtrecht verliehen.
Söhne und Töchter der Stadt Károly Szász (1865–1950), Politiker, Journalist, Schriftsteller und Präsident des Abgeordnetenhauses
Städtepartnerschaften Es bestehen folgende Städtepartnerschaften:
Verbandsgemeinde Oberes Glantal, Rheinland-Pfalz, Deutschland (seit 3. Oktober 1997 mit der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg, nach Fusion 2017 mit zwei anderen VGn zur VG Oberes Glantal durch diese weitergeführt)Oberes Glantal für Europa - 20 Jahre Partnerschaftmit Szabadszállás. Amtsblatt der Verbandsgemeinde Oberes Glantal, 28. September 2017, S. 1 (abgerufen am 10. Februar 2020). Varzi, Lombardei, Italien (seit 2007) Vârghiș, Kreis Covasna, Rumänien
Sehenswürdigkeiten Reformierte Kirche, erbaut 1756, die Türme wurden 1769 und 1773 hinzugefügt und die Orgel 1857 von Lajos Mooser gebaut Römisch-katholische Kirche Lisieuxi Szent Teréz, erbaut 1929
Verkehr Szabadszállás besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Budapest–Kelebia, die nach Belgrad weiterführt. Er wird von Regionalzügen bedient, die nach etwa eineinhalb Stunden den Bahnhof Budapest-Keleti erreichen.
Einzelnachweise
Weblinks
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