mini|hochkant|Schild am Susanna-Gossweiler-Platz Susanna Gossweiler (* ca. 8. Dezember 1740 in Zürich; † im Juli 1793 ebenda) war die erste Lehrerin und Leiterin der Zürcher Töchterschule und Pionierin für Ausbildung von Mädchen in Zürich.

Leben Susanna Gossweiler war das sechste von insgesamt siebzehn Kindern des Seidenherrn Hans Konrad Gossweiler und seiner Frau Ursula, geb. Hess. Von den elf Geschwistern überlebten nur sieben.

Im August 1758 musste der Vater den Konkurs seines Geschäftes anmelden. Susanna musste als Achtzehnjährige ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und begann, Privatunterricht zu erteilen. Sechzehn Jahre später wurde Susanna Gossweiler 1774 zur ersten Lehrerin des Zürcher Töchterinstituts gewählt, gleichzeitig wurde sie deren Leiterin und damit Nachfolgerin des Schulgründers Leonhard Usteri (1741–1789). Usteri hatte die Schule 1774 im Chorherrengebäude des Grossmünsters eröffnet. Er hatte eine Lehrerin mit gutem Leumund gesucht, die war, einen sowie einen habe und sowohl habe wie auch könne. Später wurde die Schule auch «Gossweilersche Schule» genannt.

Susanna Gossweiler setzte sich «für eine standesübergreifende Erziehung der Mädchen als Hausfrau, Gattin und Mutter und für eine aufklärerisch-christlich inspirierte Charakterbildung ein»; sie erkannte, wie wichtig die Förderung der Mädchen für deren Selbstständigkeit und gesellschaftliche Besserstellung war. Sie genoss in ihrem Amt als Lehrerin und Schulleiterin, «das sie bis zu ihrem Tod im Jahre 1793 ausübte, grosses Ansehen.» Ihre Lehrtätigkeit trug entscheidend dazu bei, dass auch in anderen Schweizer und europäischen Städten ähnliche Schulen gegründet wurden.

Würdigung In Markus Lutzʼ Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert für «Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte» aus dem Jahr 1812 sind neben neunhundert Männern auch vier Frauen aufgeführt. Eine von ihnen ist Susanna Gossweiler, die dadurch schon 20 Jahre nach ihrem Tod eine anerkannte schweizerische Persönlichkeit war. Der Autor schreibt über sie:

Am 16. Juni 2004 stimmte der Stadtrat Zürcher Stadtrat einem Antrag der Strassenbenennungskommission zu und benannte den bisher namenlosen kleinen Platz oberhalb des Rehgässchens hinter dem Haus «zum Rech» im Kreis 1 «Susanna-Gossweiler-Platz».

Literatur Margot Gossweiler: Zürcher Töchter zwischen Arbeitsamkeit und Lesesucht: zur Erinnerung an die erste Lehrerin an der Töchterschule, Susanna Gossweiler (1740–1793). In: Zürcher Taschenbuch, Band 113. S. 17–22 (Digitalisat).

pi. (= Pascal Ihle): Ehrung der ersten Lehrerin an der Töchterschule. In: Neue Zürcher Zeitung vom 17. Juni 2004.

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