Frankendorf ist seit dem 10. Januar 2002 ein Ortsteil der Gemeinde Storbeck-Frankendorf im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Temnitz an. Vor der Eingemeindung nach Storbeck-Frankendorf war Frankendorf eine eigenständige Gemeinde. Ortsvorsteherin ist Gabi Ißleib.
Geographie Frankendorf liegt im Ruppiner Land, rund zwölf Kilometer Luftlinie nordwestlich von Neuruppin und ist rundum von ausgedehnten Waldgebieten umgeben. An der nordöstlichen Gemarkungsgrenze von Frankendorf liegt das Naturschutzgebiet Kunsterspring. Umliegende Dörfer sind Neuglienicke und Gühlen-Glienicke im Nordosten, Steinberge, Kunsterspring, Zermützel und Stendenitz im Osten, Storbeck im Südosten, Woltersdorf im Süden, Katerbow und Netzeband im Südwesten, Rägelin im Westen und Pfalzheim im Nordwesten.
Frankendorf liegt an der Kreisstraße 6811. Die Landesstraße 16 nach Neuruppin liegt rund fünf Kilometer östlich und die Landesstraße 18 nach Herzsprung rund vier Kilometer südlich und westlich von Frankendorf. Östlich der Ortslage entspringen auf einer Wasserscheide der dann nach Süden abfließende Schafdammgraben und die ostwärts gerichtete Kunster. Im Süden gehört das Forsthaus Pfefferteich an der L16 in der Nähe von Waisenkrug zu Frankendorf.
Frankendorf liegt inmitten der Wittstock-Ruppiner Heide. Nur ganz im Süden befinden sich am Klappgraben Wiesenbereiche.
Geschichte Das Dorf wurde während der deutschen Ostbesiedelung im 12. und 13. Jahrhundert gegründet. Die mittelalterliche Landnahme umfasste auch die Sandgebiete der Wittstock-Ruppiner Heide. Auf der heutigen Gemarkung Frankendorf bestanden damals ebenso die Dörfer Eggersdorf, Prezechel, Wildhagen, Luckow, Ziegelsdorf, Nabelsdorf, Gühlitz und Kemnitz. Anfangs war das Gebiet zwischen Mecklenburg, der Herrschaft Ruppin und dem Bistum Havelberg umstritten, so wurden um 1360 etliche Dörfer südwestlich des heutigen Frankendorfs, welche damals im Besitz Mecklenburgs waren, von Ruppiner Rittern beraubt. Diese Fehden, aber auch Seuchen und geringe Ernteerträge führten am Ende dazu, dass 1524, als die Grafen von Lindow-Ruppin, die Herren von Ruppin, welche sich letztlich als Besitzer des Gebiets durchgesetzt hatten, ausstarben und ihr Gebiet der Mark Brandenburg angeschlossen wurde, sämtliche genannten Siedlungen eingegangen waren. Ihre überlebenden Bewohner werden sich in umliegenden Städten und vor allem Dörfern auf wüstgefallenen Bauernstellen angesiedelt haben, dort waren die Böden besser (durchschnittliche Ackerzahl in Frankendorf beträgt nur 20) und die Verhältnisse erträglicher.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1524 als FranckendorffReinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2005, S. 56 bereits als wüste Feldmark, die anteilig zum Amt Alt Ruppin und den Adelsfamilien Bassute zu Wulkow bei Neuruppin und Bellin zu Radensleben gehörte. 1541 wurde die wüste Feldmark von Frankendorf vom Dorf Katerbow und 1590 von der Schäferei des Vorwerks Storbeck genutzt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war sie völlig bewachsen. Um 1680 verkaufte die adligen Familien ihre Anteile an dem bewaldeten Landstück an das Amt Alt Ruppin. Vor 1733 wurde bei Frankendorf ein Vorwerk namens "Frankendorff und Ziegelsdorff" angelegt, beide Feldmarken waren "kombiniert." Die offizielle Neugründung Frankendorfs erfolgte 1753 durch die Besitzer des neuen Erbzinsgutes, die Familie von Schönermark, welche sechs Familien aus insgesamt 29 Personen aus Mecklenburg hier ansiedelten. Davon waren drei Tagelöhner und 1 Handwerker. 1800 war Frankendorf ein Erbzinsgut, dem 226 Morgen "Fichtenholz" zugeordnet waren. Insgesamt zählte Frankendorf damals 44 Einwohner in 5 Feuerstellen, wirtschaftlich waren 6 Büdner und 2 Einlieger eingestuft.
Die Siedlung gehörte fortan zum Kreis Ruppin und war somit bis 1815 Teil der Mark Brandenburg und danach der preußischen Provinz Brandenburg. Erst im Jahr 1905 erhielt Frankendorf eine Dorfkirche.Gemeinde Storbeck-Frankendorf. Amt Temnitz, abgerufen am 7. Februar 2020.
Am 10. Januar 2002 schloss sich die bis dahin eigenständige Gemeinde Frankendorf mit Storbeck zu der neuen Gemeinde Storbeck-Frankendorf zusammen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner1875 5671890 5261910 4431925 4431933 416 Jahr Einwohner1939 4111946 6501950 5691964 3571971 334 Jahr Einwohner1981 2811989 2641996 2692001 2912012 291 Jahr Einwohner2019 2722024282 Gebietsstand des jeweiligen Jahres
Die Einwohnerzahl von Frankendorf zeigt seit 1875 einen langfristigen Rückgang von 567 auf 272 im Jahr 2019. Der kurzzeitige Anstieg auf 650 Einwohner im Jahr 1946 war vermutlich bedingt durch Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg.
Tourismus Im Ort gibt es eine Huskyfarm, die als Touristenattraktion gilt. Die 2003 gegründete Einrichtung bietet ganzjährig Aktivitäten mit Siberian Huskies an, darunter Hundeschlittenfahrten im Winter sowie Trekking- und Wandertouren mit Huskies in der schneefreien Zeit an. Weitere Angebote sind Farmführungen, Kindergeburtstage oder Schulklassenbesuche. Über die Farm wurde mehrfach in den Medien berichtet, unter anderem in einer Sendung mit Jan Böhmermann.
Der Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide ist ein Projekt zur Förderung der Dunkelheit und des natürlichen Nachthimmels in der Region um Frankendorf. Die Initiative zielt darauf ab, die Lichtverschmutzung zu reduzieren und die Nachtlandschaft der Kyritz-Ruppiner Heide zu bewahren.
Literatur Dietrich Zühlke (Bearb.) Frankendorf, in "Ruppiner Land. Ergebnisse der Heimatkundlichen Bestandsaufnahme = Werte der Heimat Band 37; Akademie-Verlag, Berlin 1981
Weblinks
Frankendorf auf der Seite des Amtes Temnitz Frankendorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 7. April 1996 Offizielle Website der Gemeinde Storbeck-Frankendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1524 Kategorie:Gemeindeauflösung 2002 Kategorie:Storbeck-Frankendorf