Gnuni () ist der Name einer Familie des armenischen Adels, die beansprucht, von den Herrschern von Urartu abzustammen. Laut dem armenischen Historiker Moses von Choren geht die Familie zurück auf die alten Könige von Assyrien, eine Eigenschaft, die sie mit der Familie Arzruni teilt. Am Hof der Könige von Armenien hatten Mitglieder der Familie die erbliche Funktion der hazarapet («Seneschall»).Richard G. Hovannisian 1997: 78.
Geschichte Die Gnuni von Armenien Auch wenn es nur wenige Historiker gibt, die sich für die Familie interessieren, existieren doch einige Listen von Fürsten:
Gnel Gnuni, (4. Jh.n.C), dessen Tochter den Arsakiden Tiridat heiratete, einen Bruder des Königs Arschark II. und Vater eines anderen Gnel, des ersten Ehemanns der Königin Pharantzem.Toumanoff 1990: 87.Settipani 2006: 325.
Aba Gnuni, Oberhaupt der Gnuni um 342.
Atat Gnuni, Fürst, der nach der Teilung Armeniens sich für die byzantinische Seite entschied (um 387).
Atom Gnuni, Großfürst der Gnuni, Gesandter in Byzanz zu Kaiser Theodosius II. (449), General von Vardan II. Mamikonjan und sein Bruder Aratom Gnuni (451), Ankläger von Vasak von Siounie (452) und Gefangener der Perser (452).
Vahan Gnuni, getötet 451 während der Niederlage von Vardan II. Mamikonian.
Gnel Gnuni, Oberhaupt der Gnuni 505, erwähnt im Girk T'lt'ots (Buch der Briefe). Mschesch I. Gnunin (Մժեժ Ա Գնունին, Mejēj Gnuni), Marzban von Armenien (518 bis 548). Gnel Gnuni, Nacharar 555, erwähnt im Girk T'lt'ots (Buch der Briefe). Mschesch II. Gnunin (Mejēj Gnuni, Mezzizios), Gouverneur des byzantinischen Armenien (630) ernannt von Kaiser Herakleios und 635 ermordet mit seinem Bruder Varaz-Gnel Gnuni durch David Saharuni.
Mizizios (Mejēj Gnuni, Mezzizios), Patrikios und Graf von Opsikion, und Usurpator des Byzantinischen Reiches, getötet 668 (oder 669) von Konstantin IV., laut Theophanes, möglicherweise der Enkel des Ersteren.
Johannes Gnuni, Sohn des Vorigen, der sich bald nach dem Tod seines Vaters auflehnte und ebenfalls von Konstantin IV. getötet wurde.
Vahan Dašnak („Dolch“) Gnuni, der in der Schlacht von Bagrevand 775 kämpfte und dort getötet wurde.
Einige Jahrzehnte später verließen die Gnuni das angestammte Gebiet und zogen sich nach Tayk zurück.Settipani 2006: 326.
Davit' Gnuni und sein Bruder Gourgen Gnuni, hingerichtet 915 durch die Araber laut der Histoire d'Arménie von Yovhannēs Drasxanakertc'i.
Die Gnuni in Byzanz Immer wieder flüchteten sich Mitglieder vor der Verfolgung durch die Perser oder Araber nach Byzanz, So die bereits erwähnten Mschesch II. Gnuni (Mejēj Gnouni, Mezezios, 627)Settipani 2006: 104. und Mezezios (Mejēj Gnouni von Opsikion). Ein besonderer Fall ist möglicherweise Bardas, der Vater des byzantinischen Kaisers Leo V. („der Armenier“, 775 † 813), von dem Patriarch Nikephoros I. sagte, dass er Abkömmling eines «bösen und vatermörderischen Nachfahren von Sennacherib, dem König der Assyrer».«un mauvais rejeton parricide de Sennacherib, roi des Assyriens» Demnach kommt damit nur ein Nachfahre der Gnuni,Toumanoff 1990: 485. oder der Arzruni in Frage.Settipani 2006: 324–327.
Einzelnachweise
Literatur René Grousset: Histoire de l’Arménie des origines à 1071. Paris, Payot 1947 (réimpr. 1973, 1984, 1995, 2008): S. 283–286. Richard G. Hovannisian (hg.): Armenian People from Ancient to Modern Times: vol. I: The Dynastic Periods: From Antiquity to the Fourteenth Century. New York, Palgrave Macmillan 1997 (réimpr. 2004) ISBN 978-1-40396421-2 Cyrille Toumanoff: Les dynasties de la Caucasie chrétienne de l'Antiquité jusqu'au XIXe siècle: Tables généalogiques et chronologiques. Rom 1990. Christian Settipani: Continuité des élites à Byzance durant les siècles obscurs. Les princes caucasiens et l'Empire du VIe au IXe siècle. Paris, de Boccard 2006. ISBN 978-2-7018-0226-8
Kategorie:Armenische Dynastie Kategorie:Armenisches Adelsgeschlecht