miniatur|Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts Blankenburg, 2020 Das Amtsgericht Blankenburg war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit im Bezirk des Landgerichts Braunschweig. Das in Blankenburg (Harz) in Sachsen-Anhalt befindliche Gerichtsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Lage Das Amtsgerichtsgebäude befindet sich an der Adresse Mauerstraße 14 auf der Südseite der Mauerstraße nördlich der Blankenburger Altstadt.
Geschichte Von der Märzrevolution bis zu den Reichsjustizgesetzen Im Herzogtum Braunschweig waren die Ämter gleichzeitig Verwaltungsbehörde als auch Eingangsgericht. In Blankenburg bestand das Amt Blankenburg. Im Rahmen der Märzrevolution wurde 1848 auch die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung gefordert. Diese wurde mit dem Gesetz, die Gerichtsverfassung betreffend vom 21. August 1849 umgesetzt. Die Kreise waren nun reine Verwaltungsorgane, die Gerichtsfunktion wurde zum 1. Juli 1850 speziellen Gerichten übertragen. An der Spitze stand das Obergericht Braunschweig, darunter bestand ein Kreisgericht in jedem Kreis und die Eingangsgerichte wurden als Stadt- bzw. Amtsgericht bezeichnet. Für den Landkreis Blankenburg entstand so das Kreisgericht Blankenburg und darunter das Amtsgericht Blankenburg als eines von 22 Amtsgerichten des Herzogtums.Gesetz, die Gerichtsverfassung betreffend vom 21. August 1849; in: Gesetz- und Verordnungssammlung für die Herzoglich-Braunschweigischen Lande, S. 235 f., Digitalisat Der Sprengel des Amtsgerichts umfasste 1863 einer Stadt, einem Flecken und 13 Dörfer mit 10.363 Einwohnern.August Lambrecht: Das Herzogthum Braunschweig: geographisch, geschichtlich und statistisch, 1863, S. 585 f., Digitalisat
Ab 1879 Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden reichsweit einheitlich Oberlandes-, Land- und Amtsgerichte gebildet. Im Herzogtum Braunschweig entstand so das Oberlandesgericht Braunschweig und die Landgerichte Braunschweig und Holzminden. Das Amtsgericht Blankenburg blieb bestehen und war nun eines der 16 Amtsgerichte, die dem Landgericht Braunschweig zugeordnet waren.Ausführungsgesetz zum deutschen Gerichtsverfassungsgesetz vom 1. April 1879; in: Gesetz- und Verordnungssammlung für die Herzoglich-Braunschweigischen Lande, S. 131 f., Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 zwei Richterstellen. Das Amtsgericht war damit ein größeres Amtsgericht im Landgerichtsbezirk. Es wurden 11.535 Gerichteingesessene gezählt.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 399 online
Von Herbst 1945 bis Sommer 1946 war der Jurist Eduard Reimer als Oberamtsrichter am Amtsgericht tätig. Das Amtsgericht Blankenburg wurde in der DDR zum 1. Oktober 1950 aufgehoben.§ 3, Verordnung zur Änderung von Gerichtsbezirken in den Ländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg vom 19. September 1950 (GBl. DDR Nr. 107, S. 1001)
1952 wurden die Gerichte neu organisiert und Kreisgerichte eingeführt.
Heute gehört der Bereich zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Wernigerode. Die archivierten Aktenbestände des Amtsgerichts Blankenburg umfassen 63,9 Meter und befinden sich im Landesarchiv Sachsen-Anhalt in Dessau.
Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Gerichtsgebäude unter der Erfassungsnummer 094 01773 als Baudenkmal verzeichnet.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 1691
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Einzelnachweise
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